„Zurück zur SpVgg“ – Fürther Initiative legt bei Pressekonferenz Fahrplan zur Rückbenennung vor

Faszination Fankurve 23.07.2025 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Am Montagabend, den 21. Juli, lud die Initiative „Zurück zur SpVgg Fürth“ unter dem Motto „Tradition als Chance“ zu einer öffentlichen Pressekonferenz in die Kofferfabrik in Fürth. Mehr als 800 Menschen verfolgten die Veranstaltung zusätzlich im Livestream auf YouTube. Im Mittelpunkt stand der vorgestellte Fahrplan zur angestrebten Rückbenennung des Vereinsnamens – von „SpVgg Greuther Fürth“ zurück zu „SpVgg Fürth“.

Zum Auftakt wurde ein eigens produzierter Imagefilm gezeigt, ehe vier Fanvertreter – unter anderem von Stradevia 907 und Horidos 1000 – die Ziele und den Zeitplan der Kampagne erläuterten. Geplant ist eine Abstimmung über den Vereinsnamen auf der Mitgliederversammlung im November 2026.

Nach aktueller Vereinssatzung ist stimmberechtigt, wer mindestens 18 Jahre alt ist und seit mindestens einem Jahr Mitglied ist. Wer an der Abstimmung teilnehmen möchte, muss spätestens im Oktober 2025 dem Verein beitreten.

„Wir möchten, dass unser Verein endlich wieder den einzig wahren Namen trägt“, erklärte Mario John von Stradevia 907. Die Initiative betonte, dass es nicht darum gehe, die Fusionsgeschichte oder das bisher Erreichte schlechtzureden. John verwies etwa auf die gestiegenen Zuschauerzahlen im Ronhof und die wachsende Zahl an Menschen, die Kleeblatt-Trikots im Stadtbild tragen: „Es gibt eine gewisse Identifikation mit unserem Herzensverein. Das, was die Verantwortlichen der Spielvereinigung begonnen haben, möchten wir weiterführen. Es wäre schön, wenn aus einer 80-prozentigen Identifikation eine 100-prozentige würde.“

Die Fanvertreter verwiesen auf vergleichbare Entwicklungen bei anderen Traditionsvereinen, wie etwa die Rückkehr des VfB Stuttgart zum klassischen Wappen oder die Rückkehr des TSV 1860 München ins Grünwalder Stadion. Auch bei der SpVgg Fürth selbst sei Tradition bereits sichtbar verankert – etwa durch das wieder eingeführte Rundlogo (seit 2007) oder die regelmäßige Verwendung des Begriffs „Kleeblatt“ im Vereinsumfeld. „Das möchten wir gerne stärken und ausbauen“, so John.

Ein weiteres zentrales Anliegen der Initiative ist die Stärkung der Mitgliedschaft im Verein. Klammert man RB Leipzig aus, sei die SpVgg mit derzeit rund 3.000 Mitgliedern der mitgliederschwächste Profiverein der 1. und 2. Bundesliga. Zum Vergleich: Beim 1. FC Nürnberg sei die Mitgliederzahl im gleichen Zeitraum von 2006 bis 2024 um 600 Prozent gestiegen, in Fürth lediglich um 20 Prozent. Auch andere Vereine aus ähnlich großen Städten – wie Jahn Regensburg – liegen mittlerweile deutlich vorne.

Die Kosten einer möglichen Rückbenennung wurden ebenfalls thematisiert. Laut Rückmeldung des Vereins würden die einmaligen Rebranding-Kosten einen mittleren sechsstelligen Betrag ausmachen. Fabian Northmann von Horidos 1000 betonte: „Uns ist daran gelegen, dass wir die Kosten für den Verein so gering wie möglich halten. Wir sind bereits mit diversen Sponsoren und Partnern im Austausch, wie man zusammenkommen kann. Es wird sichtbar, dass wir uns nicht aus der Verantwortung ziehen.“

Die Kampagne plant, die Rückbenennung vollständig extern zu finanzieren – über Spenden, Crowdfunding und Merchandising-Aktionen. Der Verein selbst soll nicht finanziell belastet werden.

Seit Monaten ist die Kampagne im Stadtbild präsent: 300 Hinweisschilder („Da geht’s zur SpVgg Fürth, nicht zu den Greuthern“) wurden verteilt, über 40.000 Flyer in Umlauf gebracht. Beim Heimspiel gegen Holstein Kiel war zudem ein entsprechendes Banner in der Nordkurve zu sehen. Laut Angaben der Initiative unterstützen aktuell 33 Fanclubs und über 1.500 Einzelpersonen das Vorhaben. Zudem wurde ein Appell an lokale Medien gerichtet, künftig auf die Verwendung des Zusatzes „Greuther“ zu verzichten.

Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung der Initiative:

[grau]Pressemitteilung der Initiative „Zurück zur SpVgg Fürth“

Fürth, 22. Juli 2025

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Medienvertreterinnen und Medienvertreter,

am Montagabend hat die Initiative „Zurück zur SpVgg Fürth“ zu einer Pressekonferenz in die „Kofferfabrik“ geladen. Der Veranstaltung unter dem Motto „Tradition als Chance“ wohnten zudem knapp 800 Menschen in einem Livestream auf Youtube bei. Im Rahmen der Pressekonferenz stellte die Initiative erstmals einen aufwändig produzierten Imagefilm vor, ehe vier Fanvertreter darlegten, wie der Fahrplan zu einer Rückkehr zum traditionsreichen Namen „SpVgg Fürth“ aussieht.

Demnach ist geplant, auf der Mitgliederversammlung im November 2026 über die Änderung des Vereinsnamens abzustimmen. Um unser Ziel zu erreichen, ist eine Dreiviertelmehrheit der anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder notwendig. Stimmberechtigt ist nur, wer mindestens 18 Jahre und alt ein Jahr Mitglied im Verein ist. Deshalb ist es wichtig, dass alle Fans, die abstimmen wollen, bis spätestens Oktober ihren Mitgliedsantrag bei der Spielvereinigung stellen.

„Wir möchten, dass unser Verein endlich wieder den einzig wahren Namen trägt“, sagte Mario John von der Fangruppe „Stradevia 907“. „Wir werden oft belächelt als kleiner Verein, der in dieser zweiten Liga mit vielen namhaften Vereinen keinen Platz zu haben scheint. Dabei sind wir ein Verein mit einer großen Geschichte.“

Das Bewusstsein für die Geschichte will die Initiative genauso stärken und ausbauen wie die Identifikation mit dem Verein. „Natürlich ist in den vergangenen Jahren nicht alles schlecht gewesen und es ist einiges Gutes auf den Weg gebracht worden. Wir möchten das Vergangene nicht schlechtreden“, sagte John, der unter anderem die gestiegenen Zuschauerzahlen im Ronhof als positives Beispiel anführte. Zudem würden immer mehr Menschen mit Kleeblatt-Trikots durch die Straßen laufen. „Es gibt eine gewisse Identifikation mit unserem Herzensverein. Das, was die Verantwortlichen der Spielvereinigung begonnen haben, möchten wir weiterführen. Es wäre schön, wenn aus einer 80-prozentigen Identifikation eine 100-prozentige würde.“

An vielen Standorten hat eine stärkere Besinnung auf das Thema Tradition und auf die große Historie der Vereine zu einer stärken Verbundenheit und einem regelrechten Hype geführt. Als Beispiele nannten die Vertreter die Rückkehr zum traditionellen Wappen beim VfB Stuttgart oder die Rückkehr des TSV 1860 München ins Grünwalder Stadion. „Viele Vereine erkennen an, dass man mit der großen Tradition wuchern kann“, hieß es am Montagabend. In Fürth ist 2007 das traditionelle Rundlogo wieder auf die Trikots zurückgekehrt, im Merchandising nutzt der Verein hauptsächlich den Begriff „Kleeblatt“. „Das möchten wir gerne stärken und ausbauen“, so John.

Auch das Thema Mitgliedschaft soll noch stärker in den Fokus rücken. Klammert man das Marketingkonstrukt RB Leipzig aus, ist die Spielvereinigung mit derzeit etwa 3000 Mitgliedern „mit Abstand der mitgliederschwächste Verein in erster und zweiter Liga“, erklärten die Fanvertreter. Laut einer Erhebung zwischen 2006 und 2024 seien die Zahlen in Fürth um 20 Prozent von 2500 auf 3000 gestiegen – beim Nachbarverein in Nürnberg aber um 600 Prozent. Auch bei Jahn Regensburg, einem Verein aus einer vergleichbar großen Stadt, wuchs die Zahl von damals 300 auf über 5000 Mitglieder.

Zudem verkündeten die vier Fanvertreter, dass das sogenannten Re-Branding im Falle einer Namensänderung laut Vereinsangaben einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten würde. Für die Refinanzierung dieser „einmaligen Mehrkosten“ gibt es bereits konkrete Ideen. „Uns ist daran gelegen, dass wir die Kosten für den Verein so gering wie möglich halten“, sagte Fabian Northmann von Horidos 1000 Ultras. „Wir sind bereits mit diversen Sponsoren und Partnern im Austausch, wie man zusammenkommen kann. Es wird sichtbar, dass wir uns nicht aus der Verantwortung ziehen.“

Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Website der Kampagne: www.zurueckzurspvgg.jetzt

(Faszination Fankurve, 23.07.2025)

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