Im Jahr 2012 trennten sich die Wege der beiden Göteborger Traditionsvereine GAIS und IFK. Für GAIS ging es zwischenzeitlich sogar in die Drittklassigkeit, ehe man durch zwei Aufstiege hintereinander 2023 die Rückkehr in die Allsvenskan schaffte. Dieses Jahr tritt man nun also bereits im zweiten Jahr in der schwedischen 1. Liga wieder gegeneinander an.
Beide Seiten trafen sich im näheren Umkreis des zentral in der Stadt gelegenen Stadions und stimmten sich mit Gesängen und ein wenig Pyro auf das Spiel ein.

Zu Spielbeginn zeigte lediglich GAIS eine Choreographie. Zentral wurde eine Blockfahne hochgezogen. Darauf stand „Let‘s play catch“. Zudem wurde ein GAIS-Fan dargestellt, der mit einer Kanone auf einen IFK-Fan schoss. Dazu wurden im Oberrang abwechselnd kleine Schwenker in den Vereinsfarben Grün und Schwarz und im Unterrang grün-schwarz-gelbe Balkenschwenker verteilt.
Zahlenmäßig bestand trotz Auswärtsspiel ein kleines Übergewicht auf Seiten von IFK. So konnte man zu Beginn auch ein wenig lautstärker ins Spiel starten, wobei beide Seiten zu Beginn auf hohem Niveau agierten. Bereits nach wenigen Minuten fiel das einzige Tor des Abends für IFK, welches sichtlich emotional bejubelt wurde. Im zentralen Bereich der Kurve, außer hinter der Fahne der Ultras Göteborg, gingen zum Tor einige Fackeln an. Das Spielglück blieb IFK mit einem verschossenen Elfmeter vor der eigenen Kurve erhalten und so entwickelte sich die Stimmung der beiden Kurven zum Ende der ersten Halbzeit deutlich auseinander. IFK konnte sein hohes Niveau, mit teils immenser Intensität, dauerhaft halten, während GAIS doch spürbar nachließ.

Eine zweite optische Aktion gab es von GAIS zu Beginn der zweiten Halbzeit. Auf einer runden Blockfahne stand im Kreis „Wie Änglarna (Anm: Bezeichnung der IFK-Fans) möchte niemand sein“. Dazu in der Mitte ein durchgestrichener IFK-Anhänger. Außerdem wurden in der ersten Reihe des Oberrangs und um die obere Hälfte der Blockfahne Fackeln gezündet.
Auf dem Platz war das Spiel in der zweiten Halbzeit weiterhin recht ausgeglichen, wobei GAIS zum Ende durchaus gute Chancen auf den Ausgleich hatte. Auf den Rängen war IFK weiterhin klar tonangebend, erst in der Schlussphase konnte GAIS die gesamte Kurve wieder mitnehmen. Nach Abpfiff wurde der Derbysieg über viele Minuten sehr laut von Kurve und Mannschaft gemeinsam gefeiert, während sich die anderer Kurve in Windeseile leerte.
Spruchbänder gab es lediglich von GAIS. An Ultras Göteborg richtete man: „Sich selbst auf die Brust schlagen und behaupten echt zu sein – aber schickt die Alten in die Kiste, damit sie nicht kämpfen müssen.“ Zudem gab es ein Dankesspruchband für einen Spieler, die in der letzten Woche GAIS verlassen hat.

Befreundete Gruppen waren auf beiden Seiten nicht mit Zaunfahnen anwesend. Während bei GAIS zwei Sturmhauben in den Farben des BFC zu sehen waren, war im Bereich der Ultras Göteborg zumindest Mitglieder der Ultras Nürnberg mit Schal präsent.
(Faszination Fankurve, 12.08.2025)
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