Neue Tribünen und Flutlichtpanne beim Heimauftakt in Dębica

15.08.2025

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Foto: Faszination Fankurve

Am vergangenen Wochenende stand der 2. Spieltag der 4. polnischen Liga an – für KS Wisłoka Dębica und deren Kibice ein ganz besonderer Tag: das erste Heimspiel im modernisierten Stadion und die Eröffnung der neuen Tribünen. Ursprünglich sollte diese erst Ende August oder im Laufe des Septembers stattfinden. Der milde Winter in Polen, wie der Verein selbst schrieb, sorgte jedoch dafür, dass die Bauarbeiten schneller vorankamen und die Tribünen bereits zum ersten Heimspiel der neuen Saison zur Verfügung standen.

Schon in den Wochen vor der Partie begann der Kartenverkauf. Da mehr als 999 Zuschauer erwartet wurden, musste das Spiel als Massenveranstaltung deklariert werden – in Polen bedeutet das, dass beim Ticketkauf die Personalien abgegeben werden müssen. Neben dem Verein mobilisierte auch die Fanszene und rief zum Treffpunkt auf dem Marktplatz auf, von wo es in wenigen Minuten gemeinsam zum Stadion ging. Der Verein hatte in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Fanfest hinter dem Stadion organisiert, das um 16 Uhr startete. Der Andrang war groß, am Ende war das Stadion nahezu ausverkauft. Sogar eine Abordnung von KS Wisłoka Chicago wurde offiziell begrüßt. Der 2014 von Auswanderern gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen aus der Region Dębica, die in Chicago leben, zusammenzubringen und durch Fußball ein Gemeinschaftsgefühl unter polnischen Auswanderern zu fördern.

Der Anpfiff war für 19:08 Uhr terminiert – angelehnt an das Gründungsjahr von Wisłoka. Doch die Spieler ließen auf sich warten: Das Flutlicht wollte partout nicht anspringen. Erst kurz vor 20 Uhr gingen die Masten an. Nach einer kurzen Aufwärmphase erfolgte der Anstoß um 20:15 Uhr – und gleichzeitig das Startsignal für die heimische Choreografie.

Ein Spruchband mit der sinngemäßen Botschaft „Wir haben viele Fans und werden immer hier sein, unabhängig von den Ergebnissen“ hing bereits Stunden vor Anpfiff am Block. Dazu gab es eine große Blockfahne mit Vereinslogo und dem Schriftzug „Parkowa 1“, der Adresse des Stadions. Wenig später wurden davor mehrere Vulkane gezündet, während sich ringsherum rote Fackeln über den Block verteilten. Der Abendhimmel von Dębica leuchtete in kräftigem Rot, bevor anschließend eine Rauchshow in Weiß und Grün die gesamte Tribüne einhüllte.


Danach wich das Spruchband den Zaunfahnen von Wisłoka. Auch die Freunde von Górnik Zabrze, mit denen seit 1988 eine Fanfreundschaft besteht, waren in großer Zahl vertreten. Sie hatten gleich zwei Zaunfahnen dabei, die zur Halbzeit getauscht wurden. In der zweiten Hälfte erreichte die Heimkurve stellenweise eine beachtliche Lautstärke – spätestens, als hinter der Tribüne ein kleines Feuerwerk gezündet wurde. Zur Melodie von „Heaven Is a Place on Earth“ steigerte sich die Kurve regelrecht in den Gesang hinein und lieferte einen der lautesten Momente des Abends.

Nicht unerwähnt bleiben sollen die Gäste aus Ostrowiec. Auch sie hatten für die Fahrt nach Dębica mobil gemacht und waren mit zwei Bussen sowie zahlreichen Autos angereist. Rund 150 Kibice der Orange-Schwarzen fanden sich im Gästeblock ein. Ihr Intro erfolgte in der zweiten Halbzeit: Zunächst ging eine große Blockfahne nach oben, wurde nach einigen Momenten wieder heruntergelassen, woraufhin mehrere Schwenkfahnen in die Höhe gingen. Kurz darauf folgten Fackeln und Blinker, die den gesamten Gästeblock erleuchteten.


Das kleine Ostrowiec (nicht einmal 70.000 Einwohner) pflegt übrigens seit vielen Jahren eine Freundschaft zu Lech Poznań. 

Die Stimmung auf Heimseite wurde letztlich nur durch den späten Siegtreffer der Gäste getrübt, der neun Minuten vor dem Abpfiff fiel.

(Faszination Fankurve, 15.08.2025)

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