Am 13.08.2000 bestritt der damals neugegründete FC Gütersloh 2000 als Nachfolgerverein des FC Gütersloh sein erstes Pflichtspiel in der Oberliga Westfalen. 25 Jahre und zwei Tage später gastierte in der 1. Runde des DFB-Pokals mit dem 1. FC Union Berlin ein Bundesligist im Gütersloher Heidewaldstadion – ein Highlight, das sogar das Pokalduell gegen Holstein Kiel im August 2023 noch übertraf.

Das „2000“ ist seit 2017 offiziell aus dem Vereinsnamen gestrichen, und der Fußball in Gütersloh erlebt derzeit einen deutlichen Aufschwung – Erinnerungen an alte Zweitligazeiten werden wach. Für das Pokalspiel wurde die Zuschauerkapazität nochmals erhöht, sodass sich am Ende knapp 10.000 Zuschauer im Heidewald einfanden, nahezu im Verhältnis 50:50 zwischen Heim- und Gästefans. Die Gäste aus Berlin erhielten die halbe Gegengerade sowie den regulären Gästeblock. Auf Heimseite tauchten etliche Fahnen aus alten Tagen auf, darunter eine der ersten Fahnen der Fanatics Gütersloh. Auch die Gästeseite schmückte ihren Zaun üppig mit Szenen- und Fanclubfahnen.

Zum Einlaufen präsentierte die Heimkurve „eine der aufwendigsten Choreografien, die der Heidewald je gesehen hat“. Inspiriert vom legendären Underdog-Sieg von Muhammad Ali gegen George Foreman – dem „Rumble in the Jungle“ – wurde mit Papptafeln und Palmelementen eine Dschungelszene dargestellt. Ergänzt wurde dies durch einen DFB-Pokal aus Pappe sowie einen an einer Seilkonstruktion nach oben gezogenen Cowboy mit Boxhandschuhen.


Die „Eisernen“ setzten auf eine etwas schlichtere, aber ebenso sehenswerte Aktion: ein riesiges „Eisern Union“-Banner mit Streitflegel in der Mitte, wie ihn auch Maskottchen „Ritter Keule“ trägt, flankiert von Stoffbahnen im bekannten Muster rot-weiß-gelb-weiß-rot.

Zudem brachten die Unioner eine Leiter mit und befestigten bereits beim Betreten des Blocks einen Spanngurt zwischen den Fahnenmasten hinter dem Gästeblock. Zunächst deutete alles auf ein hochzuziehendes Choreoelement hin. Tatsächlich diente die Konstruktion jedoch dazu, die „Eisern Union“-Fahne mit den Untertiteln „Der Wert dieser Worte wird bis zum Tod unser Antrieb sein“ sowie „Wir kämpfen in deinem Namen für Bezirk, Stadt und Verein!“ zu befestigen. Probleme bei der Anbringung zogen sich allerdings bis kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit.


Zu diesem Zeitpunkt hatte der Bundesligist bereits auf 3:0 gestellt. Auch im zweiten Abschnitt ließ Union nichts mehr anbrennen und siegte am Ende souverän mit 5:0. Gegen Ende der Partie präsentierten die Berliner noch ein Spruchband in Solidarität mit von Repression betroffenen Ultras. Nach dem Abpfiff feierten sie gemeinsam mit ihrer Mannschaft den Einzug in die zweite Runde.
Auch die Gütersloher Fans zollten ihrem Team Applaus. Gerade in der Schlussphase hätte sich der Außenseiter den Ehrentreffer verdient gehabt. Die aktiven Gütersloher verabschiedeten die Mannschaft zudem mit aufmunternden Worten für den weiteren Saisonverlauf in der Regionalliga West – bereits am kommenden Dienstag steht das Auswärtsspiel in Bonn an, während Union Berlin am nächsten Wochenende zum Bundesligaauftakt den VfB Stuttgart empfängt.
(Faszination Fankurve, 16.08.2025)
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