Über sieben Jahre ist es her, dass US Avellino zuletzt ein Heimspiel in der zweithöchsten italienischen Liga austrug. Diese Rückkehr wurde mit einer Choreo sowie Pyrotechnik zelebriert – und von einem Flutlichtausfall begleitet. (Faszination Fankurve, 17.09.2025)

Der 3. Spieltag der Serie B wurde am Freitag mit einem besonderen Spiel eingeleitet. 2.681 Tage – also über sieben Jahre – waren vergangen, seit das altehrwürdige „Stadio Partenio – Adriano Lombardi“ in Avellino zuletzt Austragungsort einer Partie dieser Liga war. Der Serie-A-Absteiger aus Monza war zu Gast, und entsprechend groß war die Vorfreude in der größten Stadt der Region Irpinien.
Erst wenige Tage vor dem Spiel war die Austragung endgültig gesichert. Um den gesteigerten Anforderungen der Liga gerecht zu werden, mussten am und im Stadion zahlreiche Maßnahmen durchgeführt werden: Erneuerung des Kunstrasens, Installation neuer Sitzplätze und elektronische Einlasskontrollen sind nur einige Punkte der langen Liste, die abgearbeitet werden musste.
Letztlich wurden alle Hausaufgaben erledigt, und zwei Tage vor dem Spiel stimmten die örtlichen Behörden sogar einer Kapazitätserweiterung um 2.590 Plätze zu. Somit konnten auch diejenigen das Spiel besuchen, die sich keine Dauerkarte gesichert hatten.
Insgesamt rund 7.100 Dauerkarten hatte US Avellino im Vorfeld absetzen können. Die Curva Sud war komplett ausverkauft; eine Möglichkeit, dort Tageskarten zu erwerben, bestand nicht.
Am Abend des Spiels war die Heimkurve schon früh gut gefüllt. Mit Beginn der Erwärmung wurden die ersten Lieder lautstark angestimmt – bemerkenswert: In dieser Zeit wurde die Stadionbeschallung heruntergedreht.
Beim Einlaufen der Mannschaften präsentierte die Curva Sud Avellino eine Choreografie aus grünen und weißen Zetteln. Dazu gab es sechs große Doppelhalter mit Vereinswappen vergangener Tage. Untermalt von mehreren bengalischen Fackeln im oberen Bereich ergab sich ein stimmungsvolles Bild.

Die Atmosphäre in der ersten Halbzeit konnte absolut überzeugen. Immer wieder stimmten alle Tribünen in die Gesänge ein, und spätestens nach dem Führungstreffer hielt es niemanden mehr auf den neuen Sitzen.
Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich, dass der örtliche Stromkreislauf den neuen Anforderungen noch nicht ganz gewachsen war: Alle Flutlichter fielen aus. Per Handylicht brachten daraufhin fast alle Zuschauer Licht ins Dunkel, während das eben angestimmte Lied vom gesamten Stadion weitergetragen wurde – ein epischer Moment für alle Beteiligten.

Nach kurzer Zeit funktionierte alles wieder, bis auf die neue Anzeigetafel. Fortan drückte der Favorit aus Monza auf den Ausgleich. Die Anspannung war auch auf den Rängen zu spüren, und die Stimmung konnte zunächst nicht mehr ganz an die erste Halbzeit anknüpfen. Als Avellino dann aus dem Nichts durch einen sehenswerten Fallrückzieher auf 2:0 erhöhte, brodelte das „Partenio“ jedoch erneut.
Nach dem Anschlusstreffer zum 2:1 wurde im Heimbereich noch einmal gezittert. Die nicht enden wollende Nachspielzeit konnte jedoch überstanden werden – und ganz Avellino feierte frenetisch den ersten Heimsieg.
Die Gäste aus Monza bevölkerten den Gästeblock mit rund 100 Leuten, die sich jedoch nur selten Gehör verschaffen konnten. Bemerkenswert war, dass sie den Block nach Abpfiff sofort verließen, was bei den Spielern offenbar auf Unverständnis stieß. Diese pochten offenbar auf ein Gespräch – und bekamen es kurze Zeit später, als ein paar Dutzend Monza-Tifosi in den Gästeblock zurückkehrten.

(Faszination Fankurve, 17.09.2025)
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