In Jena kochen zurzeit einige fanrelevante Themen hoch: zahlreiche Hausverbote, Spielunterbrechungen wegen zugehängter Fluchttore oder die drastische Minimierung der Gästetickets zu den Spielen gegen Lok, Chemie, Erfurt und Halle. All diese Themen verdrängen die weiterhin bestehende Hauptforderung der Fanszene – eine volle Südkurve für Heimfans und ein Gästeblock im Norden des EAS – zunehmend in den Hintergrund. Nun steht am Dienstag das erste der insgesamt vier Spiele mit Gästereduzierung an. Doch die aktiven Anhängerschaften arbeiten gemeinsam an einer Lösung und haben einen Weg gefunden, mehr Karten vorab nach Leipzig zu senden.
Wie Faszination Fankurve berichtete, verhängte die Stadt Jena eine Reduzierung der Gästetickets zu den Heimspielen gegen Lok & Chemie Leipzig, Rot-Weiß Erfurt und den Halleschen FC. Nur 800 (statt 1.300) Karten werden der Gastmannschaft zur Verfügung gestellt.
Nun steht am Mittwoch das erste dieser vier Heimspiele an. Um 19:00 empfängt der FC Carl Zeiss Jena den 1. FC Lokomotive Leipzig. Seitens der aktiven Anhängerschaften formierte sich vorab ein gemeinsamer Widerstand. So organisierte die Südkurve Jena 200 zusätzliche Tickets (für den Heimbereich) und schickte diese an die Fankurve 1966 nach Leipzig. Seitens der Südkurve Jena sowie der Fanszene Lok & Blue Side Lok wurde dazu eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht.
Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme der Gruppen:
[grau]Abducken und hinnehmen? NICHT MIT UNS!
Am 23. September forderte die Fanszene des FC Carl Zeiss im Rahmen eines Communiqués die Aufhebung der beispiellos repressiven Kapazitätsbegrenzung des Gästeblocks im Ernst-Abbe-Sportfeld.
Was ist seitdem passiert? Nichts!
Die Behörden schweigen und beharren in ihrer Psychose, der Club selbst scheint die mehr als empfindliche Einschränkung wortlos hinzunehmen. Ein fatales Signal, welches leider absehbar war.
Ebenso absehbar wie logisch: In Leipzig waren die nur 800 Eintrittskarten für den Gästeblock schnell restlos vergriffen. Aus diesem Grund haben sich die Gruppen der SÜDKURVE dafür entschieden, mittels Einzelkäufen bis jetzt schon ca. 200 Karten für das Spitzenspiel am Mittwoch in allen Stadionbereichen aufzukaufen. Diese sind bereits der Fankurve des 1. FC LOK zur Weitergabe an ticketlose Fans zur Verfügung gestellt wurden.
In einer solchen Situation überwiegt Solidarität die Rivalität und wir setzen auf das Verständnis und die Unterstützung aller FCC-Fans – schließlich handelt es sich um einen unreflektierten und nicht hinnehmbaren Angriff auf die Fankultur per se. Beide Kurven fordern daher klar, dass die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt Jena die Kapazitätsbeschränkung aufheben und Lok-Fans mit gültiger Eintrittskarte für andere EAS-Tribünen Zugang zum Gästeblock gewähren sollten.
Die Verantwortung für die Situation am Mittwoch liegt nicht bei den Fans und auch nicht bei den Vereinen. Nicht zuletzt im Communiqué vom 23. September ist deutlich beschrieben, dass die Kapazitätsbeschränkung absurd ist und jeglicher Grundlage entbehrt. Stattdessen muss sie in eine Reihe von verhöhnenden Maßnahmen gegen den FC Carl Zeiss, sowie Heim- und Gästefans einsortiert werden.
Auf einen spannenden Fußballabend.
Die Gruppen der SÜDKURVE!


Erst am vergangenen Wochenende, beim Heimspiel gegen den Chemnitzer FC, kochte der anhaltende Konflikt mit Stadt und Offiziellen weiter hoch – Faszination Fankurve berichtete. Eine Demo mit fast vierstelliger Beteiligung eröffnete den Spieltag, ehe im Stadion die Situation aufgrund zugehängter Fluchttore eskalierte – eine fast 45-minütige Spielunterbrechung war die Folge.
(Faszination Fankurve, 30.09.2025)
0 Kommentare