Am vergangenen Sonntag wurde das Leipziger Derby zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und der BSG Chemie Leipzig in der Regionalliga Nordost in Probstheida ausgetragen. Etwa 250 Chemie-Fans wurden im Vorfeld des Spiels von der Polizei einer Identitätsfeststellung unterzogen und durchsucht. Das Rechtshilfekollektiv Chemie Leipzig ordnet die Ereignisse in einer Stellungnahme ein.
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Nach dem Derby im Sachsenpokal eine Woche zuvor fand das Leipziger Derby zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und der BSG Chemie Leipzig am Sonntag, dem 19.10.2025, in der Regionalliga Nordost statt. Gespielt wurde in Probstheida. Die chemische Fangemeinde nutzte einen Anreiseweg über den S-Bahnhof Stötteritz und wurde dabei nach wenigen Momenten von der Polizei umzingelt.
Die Leipziger Polizei attestierte dem Haufen ein „martialisches Erscheinungsbild“ und konstruierte damit eine Gefahr im Sinne des Polizeigesetzes, womit auch die Identitätsfeststellung und Durchsuchung der über 250 Chemie-Fans begründet wurde. Die vermeintliche Gefahr bestand für die Leipziger Polizei darin, dass die Menge geschlossen vermummt im Umkreis des Völkerschlachtdenkmals aufgetreten sei – was in der späteren Medieninformation auf nur noch „teilweise vermummt“ reduziert wurde.
Das Rechtshilfekollektiv (RHK) Chemie Leipzig ordnet die Ereignisse in einer Stellungnahme ein. Zum einen sei der polizeiliche Gefahrenbegriff per se schwammig – passiert sei bis zur polizeilichen Maßnahme nichts. Zum anderen habe es keine Verstöße mangels örtlicher Geltung gegen die Allgemeinverfügung gegeben, die sich beispielsweise gegen Vermummungen richtet. Gegen eine Allgemeinverfügung in vorheriger Fassung sei im Übrigen eine Klage anhängig.
Das RHK hinterfragt kritisch: „Es stellt sich die Frage, wofür es eine Allgemeinverfügung überhaupt braucht, wenn auch außerhalb des Geltungsbereiches dieser massenhaft entsprechende Maßnahmen mit denselben Inhalten durchgeführt werden. Im Kessel selbst, der sich über mehrere Stunden hinzog, sahen sich die Festgesetzten gezwungen, in die Vorgärten der Anwohner zu urinieren – eine von der Polizei selbst geschaffene Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, aka Idylle der kleinbürgerlichen Ordnung Stötteritz. Vor Beginn der Maßnahme wurde dann noch angekündigt, man würde es pünktlich zum Anpfiff schaffen, aber dem war erwartungsgemäß natürlich nicht so.“
Nach der polizeilichen Maßnahme ging es zum ausgerufenen Treffpunkt und von dort weiter Richtung Stadion, wo etwa zur Halbzeitpause der Gästeblock betreten wurde. Auch nach dem Spiel wartete auf hunderte Chemie-Fans eine weitere erkennungsdienstliche Maßnahme, die sich erneut über mehrere Stunden zog.
(Faszination Fankurve, 22.10.2025)
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