Nachdem die letzten beiden Niedersachsenderbys durch repressive Maßnahmen gegenüber Gästefans geprägt waren und beide Fanszenen daraufhin auf eine organisierte Teilnahme verzichteten beziehungsweise lediglich protestierten, bot das 183. Niedersachsenderby erstmals wieder ein volles Stadion und aktive Fanszenen auf beiden Seiten.

Schon frühzeitig sorgte das Derby für Gesprächsstoff. Nachdem es in den vergangenen Begegnungen hohe Auflagen gegeben hatte, war kein organisiertes Auftreten der Fanszenen möglich gewesen. Damit sich das beim 183. Niedersachsenderby ändert, veröffentlichte die Fanhilfe Hannover bereits Anfang September Forderungen, um ein stimmungsvolles Derby zu ermöglichen – Faszination Fankurve berichtete.
Wie ebenfalls berichtet wurde, veröffentlichte die Polizei frühzeitig einen Vorschlag, bei dem durch personalisierte Tickets eine Vollauslastung ermöglicht werden sollte. Diesen Vorschlag lehnte Eintracht Braunschweig jedoch zeitnah ab und legte am 7. Oktober ein eigenes Sicherheitskonzept mit Vollauslastung, aber ohne personalisierte Tickets vor, dem die Polizei Niedersachsen schließlich zustimmte.
Am 26. Oktober 2025 war es dann so weit: Eintracht Braunschweig empfing Hannover 96 in einem ausverkauften Stadion. Beide Fanszenen traten nach langer Zeit wieder organisiert im Niedersachsenderby auf.
Die Fanszene aus Hannover leitete das Spiel mit einer zweiteiligen Choreografie ein. Hinter dem Spruchband „Feinde der Bewegung“ wurden zunächst Blockfahnen entrollt, die den Schriftzug „ACAB“ ergaben.


Anschließend folgte ein weiteres Spruchband mit der Aufschrift „Freiheit für alle Kurven“, hinter dem zahlreiche Fackeln entlang des Gästeblocks gezündet wurden.

Zudem präsentierten viele Fans T-Shirts mit dem Slogan „All Cops are Bastards“, und im weiteren Verlauf wurde immer wieder Pyrotechnik gezündet.
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Im Heimbereich musste eine vorbereitete Choreografie aufgrund des schlechten Wetters kurzfristig abgesagt werden. Zu Spielbeginn gedachte man dennoch mit einem Spruchband Frank Konrath, dem ehemaligen Stadionsprecher des BTSV, der kürzlich verstorben war.
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Auch sportlich lief es für Eintracht Braunschweig enttäuschend: Schon zur Halbzeit lag man 0:2 zurück und verlor das Derby letztlich mit 0:3. Den Derbysieg nahmen mehrere 96-Fans zum Anlass, sich später in der Altstadt zu versammeln und den Sieg mit Pyrotechnik zu feiern.
Der Verein Eintracht Braunschweig zog in Bezug auf das Sicherheitskonzept ein positives Fazit aus dem ersten Niedersachsenderby mit Vollauslastung seit Langem. In einem Statement heißt es: „Auf Grundlage der heutigen Erfahrungen rechnet Eintracht Braunschweig fest damit, dass auch das 184. Niedersachsenderby im März 2026 in Hannover ohne Teilausschlüsse oder vergleichbare Einschränkungen stattfinden wird.“
Auch aus Hannover kam ein positives Resümee. Die Fanhilfe Hannover erklärte:
„Unmittelbar nach dem Niedersachsenderby zieht die Fanhilfe Hannover ein positives Fazit und sieht sich in ihren Kernforderungen bestätigt, mit denen die durch die Politik herbeigeführte Eskalation gestoppt werden konnte.“
Zugleich kritisierte man jedoch das Niedersächsische Innenministerium, das „gegen alle Maßnahmen für ein fanfreundliches Derby geschossen hat und sich nun mit großen Worten versucht, noch auf den letzten Metern Lorbeeren einzustreichen, die man sich nicht mit einem einzigen Handschlag verdient hat.“
(Faszination Fankurve, 28.10.2025)
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