Die Essener sind zurück in Liga zwei. Und diesmal wollen sie länger bleiben als bei den letzten Versuchen. Ob es an der Hafenstraße auch ein neues Stadion gibt, das hänge am sportlichen Erfolg, meint „Vince“ Müggenburg von den Ultras Essen.
Stadionwelt: Wenn man die letzten beiden Aufstiege vergleicht, was war der Unterschied?
Müggenburg: In dieser Saison ist das alles viel geplanter gelaufen. Der Aufstieg wurde als Ziel vorgegeben, der Kader stark verändert und verstärkt. Das Aufstiegsspiel gegen Bremen Amateure war dann leider grottig. Man hätte die Partie eigentlich nicht anpfeifen müssen. Bremen brauchte einen Punkt für den Klassenerhalt, wir für den Aufstieg.
Stadionwelt: Die Neuaufteilung der Fanblöcke war ein zentrales Thema bei euch. Ein Essener erzählte uns, vom Gästeblock höre man nun gar nichts mehr.
Müggenburg: Durch die Abtrennung des G-Blocks für die Gäste hört man auf der Gegengerade wirklich nichts – und auf der Osttribüne auch nicht, dafür aber auf der Haupttribüne. Die Lautstärke, die im Jahr vorher etwa die Aachener oder Frankfurter hingekriegt haben, ist überhaupt nicht mehr möglich. Außerdem müssen sich die gegnerischen Fans wie im Käfig fühlen. Neben dem Doppelzaun und den Fangnetzen als Trenner standen oft Ordner und Polizei im Block und auch zwischen den Zäunen.
Bildergalerie zu diesem Beitrag
Bild: www.jawattdenn.de
Stadionwelt: Hat auch der Support der RWE-Fans gelitten?
Müggenburg: Einige der Älteren haben das als Anlass genommen, auf die Sitzplätze zu wechseln. Ansonsten hatten wir zwei Stimmungszentren: Die Ultras und den Ultras nahe Gruppen sind auf die Osttribüne umgezogen, der andere Block ist auf Höhe der Mittellinie. Doch mit gemeinsamem Support ist das, bis auf den Wechselgesang, der nach drei Mal auch etwas langweilig wird, schwierig. Da wurde manchmal bei uns angefangen, da waren die anderen schon fertig. Es laufen jetzt Gespräche, dass noch mehr Leute rüberkommen auf die Ostseite. Ein Nachteil ist natürlich, dass es keinen Widerhall gibt. Wir rufen ja in Richtung der nicht vorhandenen Westkurve.
Stadionwelt: Bleibt es von Polizeiseite bei dem Konzept der getrennten Wege der Fans?
Müggenburg: Ja, hinter dem Gästeblock bleibt alles abgesperrt. Fanbusse sollen weiter direkt da ankommen. Bei der Zusammensetzung der Liga dürften nicht besonders viele Clubs dabei sein, die mit dem Zug unterwegs sind. Köln, Duisburg, Paderborn – die aber normal nicht viele mitbringen – und vielleicht Braunschweig.
Mehr Beiträge zum Thema …

Faszination Fankurve News-Rückblick: 03. – 09. November 2025
In dieser Woche dominierten vielerorts fanrelevante Themen: Die Horda Azzuro aus Jena mahnt anlässlich der überteuerten Gästetickets zum… mehr

Kein organisierter Support der SC Freiburg Fans zum Europapokalspiel in Nizza
Am 4. Spieltag der Europa League gewann der SC Freiburg beim französischen Vertreter OGC Nizza nach Rückstand mit… mehr

„20€ Stehplatz – Die Grenze ist erreicht!“ – Stellungnahme der Horda Azzuro zu den Gästeticketpreisen im Thüringenderby bei Rot-Weiß Erfurt
Ende des Monats steht das Thüringenderby zwischen Rot-Weiß Erfurt und dem FC Carl Zeiss Jena im Steigerwaldstadion an.… mehr
Stadionwelt: Wie schätzt du die sportliche Situation ein? 1994, 1997 und 2005 – die letzten drei Male ging es ja sofort wieder run-ter.
Müggenburg: Im Vergleich zu vor zwei Jahren, wo wir mit Spielern aufgelaufen sind, die wirklich kaum jemand kannte, dürfte das Team klar besser sein. Das ganze hat mehr Struktur, auch mit den Zugängen wie jetzt Kläsener oder Grammozis. Dennoch schätze ich, dass wir uns Punkte ermauern müssen. Allgemein ist die Einstellung positiver bei den Fans, doch die meisten sehen es realistisch: Saisonziel kann nur sein, den 14. Platz zu schaffen. Daneben ist das Startprogramm ganz schön hart: Nach Kaiserslautern und dann Freiburg…
Stadionwelt: Schon beim Aufstieg 2004 stand RWE dicht vor einem neuen Stadion. Gibt es jetzt einen Fahrplan dafür?
Müggenburg: In der Aufstiegssaison damals hatte der Verein sogar ein Sonderheft mit den Plänen rausgegeben. Die Bagger sollten noch im letzten Quartal rollen. Die Finanzierung stand, die Bürgschaften standen.
Stadionwelt: Für Außenstehende: Wie sollte das Stadion aussehen?
Müggenburg: Die fertigen Pläne sehen vor, den Rasen um 90 Grad zu drehen. Auf der Westseite soll die Haupttribüne stehen. Die drei weiteren Seiten sind zweigeteilt: Oben Sitz-, und unten komplett Stehplätze. Dabei sollen 14.000 Steh- und 18.000 Sitzplätze entstehen. Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, das fan-freundlichste Stadion Deutschlands zu schaffen, was immer das auch heißt. Nun liegt die Sache auf Eis. Auch wenn wohl nur noch ein paar Millionen der Finanzierung gedeckt werden müssen, ist der Bau an den sportlichen Erfolg gekoppelt. Ich schätze, dass nicht vor Mitte 2007 angefangen wird. Dann, wenn halbwegs feststeht, ob wir den Klassenerhalt packen. (Stadionwelt, 01.08.2006)
0 Kommentare