Mit zwei Spruchbändern gegen die Spieler Danijel Ljuboja und Federico Insua setzten die Fans des VfB Stuttgart in den letzten Wochen ein Zeichen gegen das so genannte „Söldnertum“ im Profifußball.
Dies rief allerdings die Stuttgarter Polizei auf den Plan, die nach der Ljuboja-Aktion das Insua-Spruchband untersagte. Das Commando Cannstatt präsentierte das Spruchband trotzdem – denn die Fans vermuten hinter der Polizeiaktion reine Schikane. „Wir lassen uns die Meinung nicht verbieten“, so die Stuttgarter Anhänger.
Als Danijel Ljuboja im Sommer beim VfB Stuttgart trotz eines gültigen Vertrags auf eine Verdoppelung seines Gehalts pochte und mit seinem Abgang drohte, brachte ihm das die Degradierung auf die Tribüne ein. Anschließend wechselte der Serbe vom VfB zum HSV. Sowohl der Verein als auch die VfB-Fans sind deshalb alles andere als gut auf Ljuboja zu sprechen. Als der Ex-Stuttgarter mit seinem neuen Verein vor ein paar Wochen nach Stuttgart zurückkehrte, wurde er von der Cannstatter Kurve mit einem gellenden Pfeifkonzert und dem Spruchband „Ljuboja: Warum HSV? Huren wie Du gehören nach St. Pauli“ empfangen.
Drastische Worte gegen den Ex-Spieler. Bild: www.Lostboys99.de
Beim nächsten Heimspiel gegen Gladbach überbrachte das Commando Cannstatt dann dem Argentinier Federico Insua eine Botschaft in seiner Heimatsprache. Übersetzt lautete der Text des Spruchbands: „Insua, du Verräter – Die Roten vergeben nie“. Rechts zu sehen war Wappen von Insuas Ex-Verein Independiente.
Dieses Spruchband wurde im Vorfeld von der Polizei verboten obwohl Vereinsvertreter zunächst keine Einwände hatten und die wenigsten Stadionbesucher den Inhalt des Spruchbands in spanischer Sprache verstanden haben dürften. Das Commando Cannstatt erklärt die Hintergründe der Aktion auf seiner Homepage: „Bis Herbst 2005 spielte Insua bei Independiente in Argentinien und war bei dem nur „die Roten“ genannten Verein ein absolutes Idol. Er sagte in einem Interview, dass er in Argentinien niemals für einen anderen Verein spielen würde als für CA Independiente. Zwei Tage später unterschrieb er beim Erzfeind Boca Juniors. Dies brachte die Fans der „Rojo“ gewaltig auf die Palme.“
Spruchband beim Heimspiel gegen Mönchengladbach. Bild: www.Lostboys99.de
Im Sommer dieses Jahres wurde der von den „Rojo“ nur noch als „Verräter“ bezeichnete Insua dann nach Mönchengladbach verkauft. Übrigens gegen seinen Willen. „Zwischen einigen Leuten des CC und der Barra Brava von Independiente bestehen freundschaftliche Kontakte und die Jungs aus Avellaneda hatten angefragt, ob wir ein Spruchband gegen Insua machen könnten, was wir natürlich gerne taten. Schließlich haben wir selbst genügend Erfahrung mit Söldnern gemacht, die nur dem Geld hinterherlaufen, denen der Verein und die Fans scheißegal sind und die ihre Aussagen wechseln wie die Kleidung“, erklärt das Commando Cannstatt. (Stadionwelt/Harry Leif 7.12.2006)
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