Unterschriften gegen Stadionverbote

Faszination Fankurve 10.04.2007 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Seit Beginn der Rückrunde sammeln die Harlekins Berlin im Olympiastadion Unterschriften gegen Stadionverbote. Stadionwelt sprach mit Martin Schwarze von der Ultragruppe Harlekins über den sich regenden Widerstand in Berlin und anderswo.

Stadionwelt: Seit wann läuft die Unterschriftensammlung?
Schwarze: Wir haben das in der Winterpause vorbereitet, so dass wir zur Rückrunde beginnen konnten. Bis auf eine kurze Pause lagen die Listen bei jedem Heimspiel aus.

Stadionwelt: Warum gab es eine Pause?
Schwarze: Hertha ist ein sehr bürokratischer Verein. Alles muss angemeldet sein. Die Unterschriftenlisten wurden nicht angemeldet, die Info-Flyer aber schon. Mittlerweile hat sich das alles geklärt. Nachdem wir die Formalia erfüllt hatten, durften wir die Listen wieder beim Fanstand am Eingang zur Kurve auslegen.

Stadionwelt: Wie viele Unterschriften sind bisher zusammengekommen?
Schwarze: In Berlin sind es bisher ungefähr 1.700, wobei die Aktion noch bis zum Ende der Saison durchgeführt wird.

Die Pappfiguren standen sinnbildlich für ausgesperrte Herthafans<br />Bild: Harlekins Berlin“ loading=“lazy“></p>
<p class=Die Pappfiguren standen sinnbildlich für ausgesperrte Herthafans
Bild: Harlekins Berlin

Stadionwelt: Was wird damit geschehen?
Schwarze: In Planung ist, dass sie der DFL und dem DFB beim Fankongress übergeben werden. Außerdem werden wir damit auch an unseren Verein herantreten.

Stadionwelt: Was erhofft ihr Euch davon?
Schwarze: Zum einen soll es ein fest installiertes Anhörungsrecht geben. Zum anderen soll ein Verbot nur dann verhängt werden, wenn die Schuld eines Betroffenen tatsächlich bewiesen ist. Wichtig ist auch, dass Vergehen, die in keinem direkten Zusammenhang mit einem Spiel stehen, nicht direkt mit einem Stadionverbot geahndet werden dürfen.

Stadionwelt: Sankt Pauli hat neulich ein neues Konzept zu Stadionverboten vorgestellt. Wäre das aus Deiner Sicht auch bei Hertha ein Erfolg?
Schwarze: Das wäre natürlich ein voller Erfolg, weil viele der Forderungen, die wir haben, umgesetzt würden. Die Dauer der Stadionverbote ist beispielsweise deutlich kürzer und jeder hat die Möglichkeit einer Anhörung durch den zuständigen Verein.

In der zweiten Halbzeit fand die Aktion gegen Mainz ihre Fortsetzung<br />Bild: Harlekins Berlin“ loading=“lazy“></p>
<p class=In der zweiten Halbzeit fand die Aktion gegen Mainz ihre Fortsetzung
Bild: Harlekins Berlin

Stadionwelt: Wie kamt ihr auf die Idee mit den Unterschriften?
Schwarze: Die Idee etwas zu machen, haben wir natürlich seitdem es die Problematik gibt. Es gab auch in der Vergangenheit immer wieder Gespräche mit unserem Verein, doch Veränderungen wurden bis heute kaum durchgesetzt. Mitte der Hinrunde haben die Frankfurter gezielt einige Gruppen kontaktiert. Das geschah alles im Umfeld des Positionspapiers zur Änderung der Stadionverbotsrichtlinen. Deren Anfrage war für uns der letzte Anstoß, erneut aktiv zu werden.

Stadionwelt: Wisst Ihr von anderen Gruppen, die aktiv sind?
Schwarze: Ja, mehrere Gruppen sammeln derzeit: Bundesweit sind es insgesamt wohl 13.000 bis 14.000 Unterschriften.

Stadionwelt: Habt Ihr noch weitere Aktionen gemacht?
Schwarze: Neben den angesprochenen Info-Flyern, und diversen Spruchbändern zur Thematik haben wir beim Heimspiel gegen Mainz acht menschengroße Pappfiguren aufgestellt, die symbolisch für ausgesperrte Herthafans standen. Diese Pappfiguren hielten in der ersten Halbzeit ein Transparent mit der Aufschrift „Wir haben Stadionverbot …“. In der zweiten Hälfte stand auf dem Transpi „… ohne Schuldspruch!“. (Stadionwelt, 10.4.2007)

Die Pappfiguren standen sinnbildlich für ausgesperrte Herthafans<br />Bild: Harlekins Berlin“><figcaption>Die Pappfiguren standen sinnbildlich für ausgesperrte Herthafans<br />Bild: Harlekins Berlin</figcaption></figure>
<figure><img decoding=

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

weitere Beiträge