Die Ultragruppe Schickeria München bietet seit dem letzten Heimspiel gegen den FC Schalke 04 einen sogenannten Fannotruf an. Stadionwelt sprach mit Simon Müller von der Schickeria München, weshalb diese Einrichtung notwendig ist.
Stadionwelt: Wieso gibt es neuerdings einen solchen Fannotruf?
Müller: Der Hauptgrund ist der, dass die Repression aus unserer Sicht so arg zugenommen hat, dass es leider notwendig ist, so etwas anzubieten. Vor der WM gab es einige Treffen mit Gruppen aus dem linken Umfeld. Dabei wurde klar, dass es durchaus gemeinsame Interessen und Themen wie beispielsweise Kommerzialisierung und staatliche Repression gibt.
Stadionwelt: Woher stammt die Idee?
Müller: Neben der Spielverderber-Demonstration, an der verschiedene Gruppen aus Deutschland teilgenommen haben, gab es erstmals auch den Fannotruf. Der wiederum stammt ursprünglich aus dem politisch linken Spektrum. Bei größeren Demos besetzt der Ermittlungsausschuss ein Telefon, an das sich Leute mit Problemen und Fragen wenden können. Wie gesagt, bei der WM wurde das in Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten und der Roten Hilfe erstmalig angeboten. Und es konnte auch konkret geholfen werden. Damals hatten Fans aus Argentinien Stadionverbot erhalten, weil sie die falschen Sitze eingenommen hatten. Durch den Fannotruf konnte ein Anwalt organisiert und die Aufhebung des Verbots erreicht werden.
Stadionwelt: Die WM ist eine ganze Weile vorbei…
Müller: Wir hatten allesamt viel zu tun, deswegen ist der Fannotruf erst jetzt auch für die Liga aktiviert worden. Das ganze Projekt lebt natürlich von der Verbreitung, auch wenn die Infrastruktur die ganze Zeit über da war.
Stadionwelt: Wie muss man sich den Ablauf des Fannotrufs vorstellen?
Müller: Am Spieltag befindet sich einer aus unserer Gruppe am Handy. Anlaufstelle wird der Streetwork-Bus sein. Angerufen hat bisher keiner, aber mit dem Telefon selber ist natürlich auch verbunden, Verhaltenstipps zu geben, wie man gegenüber der Polizei auftritt. (Stadionwelt, 10.4.2007)
HILFE!-Telefon – 0176/67250663



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