Vereinsführung von Fans, nicht von Managern

Faszination Fankurve 06.11.2008 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Stadionwelt sprach mit Burkhard Mathiak von deinfussballclub.de. Das Projekt, das seinen Mitgliedern erlauben soll, die Geschicke des SC Fortuna Köln zu bestimmen, startet im kommenden Jahr. Über 10.000 Fans sind dann am Ruder des derzeitigen Fünftligisten.

Stadionwelt: Erzählen Sie uns bitte etwas über deinfussballclub.de.
Mathiak: Vor gut einem Jahr kamen wir durch das englische Vorbild Ebbsfleet United auf den Gedanken, die Idee des von Fans geführten Vereins nach Deutschland zu transportieren. Dabei haben wir uns eben an Ebbsfleet orientiert, einige Dinge aber anders geplant, weil in England aus meiner Sicht nicht alles gehalten wird, was auch versprochen wurde.

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Stadionwelt: Was sind denn konkrete Unterschiede?
Mathiak: Wir haben uns gleich zu Beginn auf einen Club festgelegt. Dafür gab es mehrere Gespräche. Am Ende hat sich Fortuna Köln herauskristallisiert. Die Rahmenbedingungen waren optimal. Dazu ist der Club schuldenfrei, was gegenüber den Fans, die sich deinfussballclub.de anschließen, sicherlich auch ein wichtiges Argument ist. Wer möchte sein Geld einem verschuldeten Club geben?

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Stadionwelt: Was kostet die Mitgliedschaft?
Mathiak: 39,95 Euro pro Jahr. Davon fließen 30 Euro an die Spielbetriebsgesellschaft, an der Fortuna Köln 51 Prozent hält. Neun Euro werden für die Finanzierung und die Pflege des Projekts verwendet.

Stadionwelt: Seit Anfang April haben sich über 10.000 Mitglieder registriert. Ursprünglich war angekündigt, dass man bei 30.000 starten wolle.
Mathiak: Das stimmt. Aufgrund der vielen Nachfragen haben wir aber beschlossen, schon jetzt loszulegen. Start wird der erste Spieltag im Jahr 2009, also im Februar, sein. Wir wollen beweisen, dass ein Verein auch von Fans erfolgreich geführt werden kann.

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<p><strong>Stadionwelt:</strong> Was können die Mitglieder denn alles entscheiden?<br />
<strong>Mathiak:</strong> Alles. Bisher gab es bereits Abstimmungen über das Trikot oder das Maskottchen. Aber auch vereinspolitische Dinge wie die Kooperation mit Base wurde zur Abstimmung gestellt. </p>
<p><strong>Stadionwelt:</strong> Gilt das auch für die Mannschaftsaufstellung?<br />
<strong>Mathiak:</strong> Dafür können Vorschläge gemacht werden. Die letztendliche Entscheidung liegt weiterhin beim Trainer, der sich aber rechtfertigen muss, wenn er sich nicht an die Vorschläge hält. Alles in allem bietet unser Projekt dem Fan Möglichkeiten, die bei einem Bundesligaclub unvorstellbar sind. Man denke zum Beispiel daran, dass bei vielen Clubs der Einfluss der Mitgliederversammlung immer weiter zurückgedrängt wird.</p>
<p class=Die Mannschaft von Fortuna Köln mit vielen Co-Trainern.

Stadionwelt: Was kann man dauerhaft vom „Fanverein“ Fortuna Köln erwarten?
Mathiak: Wie gesagt, wir wollen beweisen, dass ein Club auch von Fans und nicht nur von Managern erfolgreich geführt werden kann. Fans leben den Verein und bringen auch jede Menge Know-how mit, das sie ihrem Club gerne zur Verfügung stellen. Dauerhaft ist der sportliche Erfolg natürlich wichtig, damit die Leute länger als nur ein Jahr mitmachen. Denn, auch das ist kein Geheimnis, es muss irgendwann einmal etwas Ertrag abfallen.

Stadionwelt: Wie haben denn die Fans der Fortuna reagiert? Wurde das alles nicht als feindliche Übernahme angesehen?
Mathiak: Natürlich haben das einige alteingesessene Fans als Gezeitenwechsel angesehen und uns ist auch klar, dass wir mit dem Projekt nicht jeden werden begeistern können. Wir haben aber immer zuerst mit den Fans gesprochen, damit alles transparent abläuft. Die meisten haben recht schnelldie großen Möglichkeiten für Fortuna Köln erkannt. Es ist eine Euphorie entstanden. Der Club hat sich für die NRW-Liga qualifiziert und in der Südstadt sieht man plötzlich wieder Fortuna-Trikots. (Stadionwelt, 06.11.2008)

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