Nachdem gestrigen Urteil des Bundesgerichtshofs meldet sich mit den Coloniacs die erste Ultràgruppe zu dem Urteil zu Wort und kritisiert, dass die Weitergabe der Verbandsstrafen in vielen Fällen zu Privatinsolvenzen führen würde. Schon bei Ordnungswidrigkeiten würden Existenzen zerstört. (Faszination Fankurve, 23.09.2016)
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Spruchband der Coloniacs.
Bild: Coloniacs.com
Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme der Coloniacs:
Legitimierung einer Parallelgesellschaft
Während seit geraumer Zeit in Deutschland teils berechtigt über die Gefahr der Bildung von Parallelgesellschaften mit religiösem Hintergrund diskutiert wird, hat der Bundesgerichtshof heute mit einem Urteil eine andere Parallelgesellschaft, die bereits wesentlich weiter fortgeschritten gewesen ist, salonfähig gemacht. Die Rede ist hier vom Deutschen Fußballbund, der mit seiner gleichermaßen äußerst fragwürdigen wie intransparenten Paralleljustiz bislang oftmals willkürlich vermeintliches Fehlverhalten von Fußballfans mit drakonischen Strafen an die beteiligten Vereine ahndete. Diese Praxis erhält nun Legitimierung von oberster Stelle, nämlich durch die Karlsruher Richter, und noch viel schlimmer: es wird damit sogar legitimiert, dass die in ihrer Höhe kaum nachvollziehbaren Strafen im nächsten Schritt von den Vereinen an diejenigen weitergegeben werden können, die durch Verstoß gegen die Stadionordnung ursprünglich den DFB auf den Plan gerufen haben.



