Die Kampagne „Fußball als Volkssport erhalten“ der Südkurve 1. FC Köln e.V. beantwortet die Frage, welche Bundesligisten in Deutschland aktuell noch ohne die Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft auskommen.
Am Sonntag trifft der 1. FC Köln auf den FSV Mainz 05, der anders als die Kölner die eigene Profimannschaft bisher nicht in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben. Die Südkurve 1. FC Köln verdeutlicht an diesem Beispiel, dass eine Ausgliederung und eine Öffnung für Investoren für Bundesligisten nicht alternativlos ist. (Faszination Fankurve, 18.01.2017)
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In der Mainzer Fanszene ist man stolz ein eingetragener Verein zu sein.
Bild: Rheinhessen-on-tour.de
Faszination Fankurve dokumentiert die Mitteilung von „Fußball als Volkssport erhalten“:
Struktur der Bundesligisten – Teil 1 (Eingetragene Vereine)
Ausgliederung, Anteilsverkäufe und Investoren sind drei Schlagwörter, die in der heutigen Zeit immer öfter im Zusammenhang mit Fußballvereinen fallen. Doch es gibt auch Vereine, die einen anderen Weg einschlagen. Unser erster Gegner nach der Winterpause ist der 1. FSV Mainz 05; und eben jener hat seinen Spielbetrieb nicht ausgegliedert.
Im Grundsatz steht hinter jedem Fußballverein wie der Name schon sagt ein Verein. Nach deutschem Recht gibt es dafür auch eine eigene Rechtsform; den eingetragenen Verein (e. V.). Alle 36 Vereine der ersten beiden Bundesligen gehen organisatorisch auf diese Rechtsform zurück. Allerdings hat ein Teil der Vereine seinen Spielbetrieb auf unterschiedliche Arten ausgegliedert.
Struktur Mainz 05 und ein entsprechendes Gutachten hier: Gutachten Mainz 05.
In Stuttgart und Nürnberg denken die Vereinsverantwortlichen laut über eine Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft samt Investoreneinstieg nach. Die Begründungen reichen dabei von einer notwendigen Professionalisierung bis hin zu vermeintlich größeren wirtschaftlichen Möglichkeiten. Besonders in Nürnberg wird die Möglichkeit, neues Kapital beispielsweise durch den Verkauf von Anteilen an der ausgegliederten Spielbetriebsgesellschaft zu generieren, als wesentlicher Vorteil genannt. In diesem Zusammenhang muss man allerdings bedenken, dass sich der Wert der Anteile immer an der aktuellen Leistungsstärke sowie den wirtschaftlichen Kennzahlen orientiert. Man muss kein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert haben, um zu erkennen, dass sich der Club aktuell deutlich unter Wert verkaufen würde. Dementsprechend organisiert sich innerhalb der Mitgliedschaft auch Widerstand. So haben sich Vereinsmitglieder im Zusammenschluss “Mein Club, mein Verein” organisiert. Mehr über diese Kampagne erfahrt ihr hier.
Es gibt also sowohl für als auch gegen die Ausgliederung des Spielbetriebs verschiedene Argumente. Die Ausgliederung des Spielbetriebs inklusive eines Investoreneinstiegs ist jedoch in keiner Weise alternativlos. Oftmals wird zudem suggeriert, dass das Schicksal eines Fußballvereins bzw. dessen erfolgreiche Zukunft zwangsläufig mit der Veräußerung von Anteilen einherginge. Dass diese Kausalität allerdings nicht gegeben ist, beleuchten wir im nächsten Teil unserer Betrachtung der aktuellen Unternehmensstrukturen in der Bundesliga.



