Am vergangenen Samstag kam es in Hamburg zu einem umstrittenen Einsatz gegen Ultras von Werder Bremen. Einer der 171 Werder-Fans, die nicht zum Nordderby durften, hat uns einen Erfahrungsbericht geschickt, in dem beschrieben wird, wie Zivilpolizisten mit gezogenen Schusswaffen gegen Werder-Ultras vorgingen.
Den 171 Werder Bremen Fans wurde seitens der Polizei zur Last gelegt, „konspirativ“ in Richtung Hamburg gereist zu sein und sich auf einem Supermarktplatz getroffen zu haben. Gegenüber Faszination Fankurve berief sich die Hamburger Polizei auf die Gefahrenabwehr, da es sich bei den betroffenen um Personen gehandelt habe, die von der Polizei als „Problemfans“ eingeordnet werden. Zudem seien Zivilpolizisten von vier Bremer Fans bedroht worden, weshalb Strafanzeigen gestellt wurden.
Ein Augenzeuge (Name der Redaktion bekannt), der seinen Namen in diesem Zusammenhang nicht im Internet stehen sehen möchte, schildert gegenüber unserer Redaktion nun, wie vermummte Zivilpolizisten am Samstagnachmittag auf einem Supermarktplatz in Hamburg mit gezogenen Pistolen auf Werder-Ultras zugingen. Eine andere Quelle bestätigte gegenüber unserer Redaktion ebenfalls, dass Zivilpolizisten auf besagtem Parkplatz am Samstag mit gezogenen Waffen vorgingen. Die Hamburger Polizei war für unsere Redaktion zu diesem Thema nicht mehr zu erreichen. Fragen zu gezogenen Schusswaffen wurden bisher nicht beantwortet. Die betroffenen 171 Fans, die mit 31 Autos angereist waren, verpassten wegen des über fünfstündigen Polizeieinsatzes das torlose Nordderby beim Hamburger SV. (Faszination Fankurve, 05.10.2017)
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Den Gästeblock des Volksparkstadion erreichten die 171 Werder-Fans am Samstag nicht.
Bild: hsv-sc.de
Faszination Fankurve dokumentiert den Erfahrungsbericht, den einer der betroffenen Werder-Fans an unsere Redaktion geschickt hat:
Ich bin Teil der Fanszene des SV Werder Bremen und habe länger überlegt, zu den Vorfällen am Samstag etwas zu schreiben. Allerdings lässt mich das Geschehene nicht mehr los und deshalb habe ich mich dazu entschlossen, niederzuschreiben, was ich gesehen habe und was mir am Samstag auf meinem Weg nach Hamburg widerfahren ist.
Am vergangenen Samstag hatte ein Freund von mir sein PKW gestellt und so saßen wir zu fünft in dem Auto Richtung Hamburg. Als wir an dem „real“-Parkplatz ankamen und unser Auto parkten, ging alles ganz schnell. Ca. 30 Sekunden, nachdem wir einparkten, sah ich hektisches Treiben auf dem Parkplatz und plötzlich wurde ein Auto mit Bremer Kennzeichen von drei zivil gekleideten Leuten mit Sturmhaube und gezogener Pistole umstellt. Plötzlich zeigte ein Mann mit hektischen Bewegungen auf unser Auto. Ich wurde nervös, etwas panisch und bekam es mit der Angst zu tun. Auf einmal rannten drei Leute los (eine Person vermummt mit Sturmhaube) zu unserem Auto, rissen die Türen des Autos auf, zuerst vorne, dann hinten. Sie richteten ihre Pistolen auf uns und brüllten: „Hände hoch! Hände an die Scheibe! Und schön oben lassen!“



