Die Südkurve Carl Zeiss Jena hat vor dem anstehenden Thüringen-Derby gegen den FC Rot-Weiß Erfurt am 25. Februar 2018 im Ernst-Abbe-Sportfeld ein ausführliches Communiqué veröffentlicht, weil der Derbygegner sich aktuell in sportlicher und finanzieller Schieflage befindet.
Zuletzt wurde Rot-Weiß Erfurt vom DFB mit einem Punktabzug bestraft, wogegen sich der Drittligist noch wehrt. RWE ist ohnehin schon Tabellenletzter der 3. Liga und hat enorme finanzielle Probleme.
Die Südkurve Carl Zeiss Jena ruft vor dem Thüringen-Derby alle FCC-Fans dazu auf, sich sich nicht über die finanziellen Schwierigkeiten des Derbygegners lustig zu machen, da diese Situation viele Parallelen zur Situation beim FC Carl Zeiss Jena in der Saison 2013/2014 aufzeige.
Beim FCC verkaufte man trotz aller Kritik und Proteste aus der Fanszene 95 Prozent der Anteile, jedoch nur 49 Prozent der stimmberechtigten Anteile, an der FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH an den belgischen Investor Roland Duchâtelet. Die FCC-Fans werden von der Südkurve aufgerufen, für ein emotionales Derby zu sorgen, bei dem man sich auch über die sportliche Misere in der Landeshauptstadt lustig machen dürfe. Doch im Hinblick auf die finanziellen Probleme des Rivalen gibt sich die FCC-Fanszene lieber selbstkritisch. (Faszination Fankurve, 13.02.2018)
Bildergalerie zu diesem Beitrag
Die Südkurve Jena beim letzten Thüringen-Derby.
Bild: Unterwegs in Sachen Fussball – www.uisf.de
Faszination Fankurve dokumentiert das Communiqué zum Derby der Südkurve Carl Zeiss Jena:
In wenigen Tagen erlebt das Ernst-Abbe-Sportfeld das bereits dritte Derby dieser Spielzeit. Seit den letzten beiden Aufeinandertreffen im Herbst des vergangenen Jahres ist in beiden Städten und bei beiden Vereinen viel passiert. Während sich unsere Equipe in der Liga, abgesehen von einer nicht in den Griff zu bekommenden Auswärtsschwäche, stabile Ergebnisse erarbeitet und die Vorschlussrunde im Landespokal erreicht hat, haftet der Feind im Tabellenkeller fest und muss bereits jetzt jedes Spiel wie ein Endspiel angehen. Ein Abstieg der Rot-Weißen wird von Spiel zu Spiel wahrscheinlicher und proportional steigt auch Häme und Spott in der blaugelbweißen Fußballwelt. Der Thüringer Fußball schickt sich an, die richtigen Zustände wiederherzustellen und mit einem Sieg am 25. Februar wäre wohl die Moral des Erzrivalen endgültig gebrochen. Es ist ganz einfach, Hohn und Spott ist das Salz in der Suppe jeder Feindschaft. „Geht es Erfurt schlecht – geht es mir gut“, wer kennt und verehrt dieses Prinzip nicht. Dem Verein, dem wir nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln gönnen, wünschen wir natürlich ein möglichst bitteres Saisonende und einen Abstieg in die Ligen, welche uns über Jahre beschäftigt haben.
Die sportliche Situation am Steigerwald ist dabei kein Zufall, schließlich wird nicht nur die oberflächliche öffentliche Wahrnehmung fast einzig und allein von zum Teil schwindelerregenden Schuldenlasten und beispielloser Misswirtschaft bestimmt. Es scheint nur die logische Konsequenz zu sein, dass für eine, für den Klassenerhalt ausreichende, sportliche Qualität schlichtweg das Geld fehlt und unzählige Nebenkriegsschauplätze die Konzentration auf sportliche Belange und die Weiterentwicklung einer konkurrenzfähigen Mannschaft unmöglich machen.


