Am 14. Januar 2018 stimmten die Mitglieder von Preußen Münster für eine Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft. Die Ultras des Vereins stellten daraufhin die Aktivitäten im Stadion ein. Heute haben sich die Deviants Ultras erstmals öffentlich zum Thema geäußert.
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Die Deviants Ultras versuchten die Ausgliederung zu verhindern.
Bild: knipser.koeln
Die Deviants haben nach Bekanntwerden der Ausgliederungspläne noch versucht, die Ausgliederung zu verhindern, was letztlich jedoch nicht gelungen ist. Deshalb hat die Gruppe Konsequenzen gezogen, die nun bekannt gegeben wurden: „Nach einer Zeit der Trauer und Ungewissheit haben wir auf Grundlage der Neuausrichtung des Vereins eine endgültige Entscheidung für die Zukunft getroffen: Die Gruppe Deviants Ultras wird die SC Preußen Münster GmbH & Co KgaA niemals aktiv im Stadion unterstützen. Wir wollen und werden kein Teil dieses Fußballs sein! Ultra steht hierzulande angesichts des inzwischen völlig ökonomisierten Fußballs am Scheideweg. Vor dem Hintergrund der diskutierten Veränderungen sind Fanszenen deutschlandweit gezwungen, ihre roten Linien zu definieren. Die richtige Antwort auf diese Frage kann und wird je nach Szene völlig unterschiedlich aussehen. Entscheidend ist, sich mit der Frage auseinanderzusetzen“, heißt es dazu in der heute veröffentlichten Stellungnahme der Deviants, die in der Ausgliederung und in der Öffnung für Investoren ihre rote Linie gesehen haben, die überschritten wurde.
Die Deviants Ultras machten weiter öffentlich, dass sie alle Aktivitäten im Stadion eingestellt haben: „Wir geben unsere Antwort mit schwerem Herzen aber voller Überzeugung. Ultra ist für uns nicht ohne Vereinsliebe denkbar, genauso wenig wie es die Liebe zu einem Spekulationsobjekt ist. Darüber hinaus mussten wir am 14. Januar erkennen, dass der SC Preußen wohl nie der Verein war, zu dem wir ihn in unseren Vorstellungen gemacht haben. Eine gemeinsame Zukunft mit den Menschen, die die Ausgliederung bejahten, kann und wird es für uns nicht geben. Hinter uns liegen neun intensive Jahre. In dieser Zeit haben wir sicher nie den einfachsten, aber immer unseren eigenen Weg gewählt – das werden wir auch weiterhin tun. Erhobenen Hauptes blicken wir auf das bis hierhin Erlebte zurück und bedanken uns bei allen Personen und Gruppen, die uns unterstützt haben“, so die Deviants weiter.
So leer war der Gästeblock am Osterwochenende beim Auswärtsspiel von Preußen Münster in Karlsruhe.
Bild: Supporters-Karlsruhe.de


