Knapp drei Jahre wurde gegen Fans der BSG Chemie Leipzig wegen angeblicher Bildung einer kriminellen Vereinigung nach Paragraph 129 Strafgesetzbuch ermittelt. Nun wurden die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegen mindestens 20 vermeintliche Ultras von Chemie Leipzig eingestellt.
Bereits im Herbst 2016 wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen BSG Chemie Leipzig Fans eingestellt. Im Zuge dieser Ermittlungen wurde damals die Kommunikation der verdächtigen Personen mit hunderten Kontaktpersonen, darunter auch Rechtsanwälte, Journalisten und Fanprojektler, abgehört. Am 20. Juni 2018 folgten nun Einstellungen in einem weiteren Verfahren, in dem von der Staatsanwaltschaft gegen Personen ermittelt wurde, die der Ultràszene von Chemie Leipzig zugerechnet wurden.
Das Rechtshilfekollektiv Chemie Leipzig fordert nun Aufklärung darüber, wie und in welchem Umfang im Zuge der nun eingestellten Ermittlungsverfahren Überwachungsmaßnahmen angewendet wurden. (Faszination Fankurve, 09.07.2018)
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Die Ermittlungen gegen Ultras der BSG Chemie Leipzig wurden eingestellt.
Bild: Strassenstriche.net
Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung des Rechtshilfekollektivs Chemie Leipzig:
Wirklich? Schon wieder!
Verfahren wegen Bildung einer Kriminellen Vereinigung eingestellt.
Fast drei Jahre hat die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden gegen mindestens 20 vermeintliche Ultras von Chemie Leipzig nach §129 der StPO ermittelt, doch herausgekommen ist – mal wieder – nichts. Das Verfahren, das im August 2015 losgetreten wurde, ist nun mit Schreiben an die vermeintlichen Beschuldigten am 20. Juni 2018 eingestellt worden. Lapidar heißt es im Einstellungsbrief aus Dresden »das Ermittlungsverfahren gegen Sie wegen der Bildung Krimineller Vereinigungen (…) wird gemäß §170 Abs. 2 eingestellt«. Weitere Informationen zur Dimension des Verfahrens blieben aus. Zeitgleich erhielten hunderte Dritte – darunter Freunde, Bekannte, Verwandte und Arbeitgeber sowie Kollegen, darunter auch ÄrztInnen – Briefe der Staatsanwaltschaft, dass sie im Rahmen der TKÜ-Maßnahmen mit-abgehört wurden.
Mittlerweile haben sich auch die Ultras von den Diablos Leutzsch zu den eingestellten Entwicklungen zu Wort gemeldet.


