Lazio Ultras wollen keine Frauen in den ersten zehn Reihen

Faszination Fankurve 23.08.2018 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Am vergangenen Samstag startete die Serie A in die Saison 2018/2019. Direkt zu Saisonbeginn stand das brisante Duell zwischen Lazio Rom und dem SSC Neapel an. Die Lazio-Ultras sorgten im Vorfeld für Aufregung, weil sie einen umstrittenen Flyer verteilten.

In dem Flyer wurden weibliche Lazio-Fans aufgefordert, in der Curva Nord im Stadio Olimpico nicht in den ersten zehn Reihen zu stehen. „Frauen, Ehefrauen und Freundinnen“ seien in den ersten Reihen der Lazio-Ultras demnach nicht erwünscht. Die Curva Nord sei ein heiliger Ort mit ungeschriebenen Gesetzen, die es zu respektieren gilt, hieß es in dem Flyer, der vom Direttivo Diabolik Pluto, einer Führungsgruppe von Irriducibili unterzeichnet wurde. Wer sich für einen Stadionbesuch, statt für einen romantischen Tag in der Villa Borghese (einer berühmte Parkanlage in Rom) entscheide, soll in andere Bereiche des Stadions ausweichen, so die Lazio-Ultras in ihrem Flyer weiter.

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<p class=In den ersten zehn Reichen der Curva Nord sollen keine Frauen stehen, die der Szene nicht angehören.
Symbolbild: Faszination Fankurve

Die sexistische Bekanntmachung der Lazio-Ultras sorgte zunächst in Italien, später auch in Deutschland und weiteren Ländern in Europa für Schlagzeilen. Die Ultras von Irriducibili sahen sich im Nachgang genötigt, nochmals Stellung zu dem Flyer zu beziehen. Eine Entschuldigung lehnt Irriducibili in der veröffentlichten Mitteilung jedoch explizit ab. Das Verbot in den ersten zehn Reihen zu stehen bezog sich demnach explizit auf Frauen, die nicht Mitglied bei den Lazio-Ultras sind, stellte Irriducibili klar.

Kritisiert werden von den Lazio-Ultras Frauen, die im unteren Bereich der Curva Nord Selfies im Umfeld der berüchtigten Ultras gemacht haben sollen. Weiter distanziert sich Irriducibili in dem Flyer von Political Correctness und kritisiert, dass der Flyer für soviel Aufmerksamkeit sorgte, obwohl der Inhalt eigentlich intern in der Fankurve bleiben sollte. Zudem wünschten sich die Lazio-Ultras, die das Verhalten von Journalisten kritisierten, dass man sich mehr dem Thema Pädophilie in der Kirche oder dem Brückeneinsturz von Genau widmen solle, statt über den Flyer zu berichten.

Der umstrittene Flyer der Lazio-Ultras:​

An den Leiter der Kommunikationsabteilung von Lazio Rom, der sich für den Verein von dem Flyer distanzierte, richteten die Lazio Ultras ebenfalls ein paar Worte und erklärten ihm, dass er sich erst genau erkundigen soll, bevor er sich von Leuten distanziere, die vielleicht sogar mit seiner Tochter befreundet seien. Die Polizei und die Bundesanwaltschaft haben wegen des Flyers Ermittlungen gegen Ultras von Lazio Rom aufgenommen.

Auch in Spanien sorgte das Verhalten der Lazio-Ultras für Aufregung. Die Ultràgruppe Biris Norte vom Sevilla FC ruft alle Frauen, die beim Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Villarreal die Fankurve El Gol Norte besuchen wollen, sich in der ersten Reihe einzufinden. Bei den antifaschistischen Sevilla-Fans dürften sich Frauen hinstellen, wohin sie wollen, egal ob in der ersten, letzten oder sonst irgendeiner Reihe. Doch am Samstag sollen die Frauen ein Zeichen gegen Sexismus und Faschismus setzen, wie er in der Curva Nord von Lazio praktiziert würde und in die erste Reihe kommen. (Faszination Fankurve, 23.08.2018)

Auch das Netzwerk „F_in – Frauen im Fußball“ hat ein Statement zu den Vorfällen bei Lazio Rom abgegeben:

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