Die Ultràgruppen von Alemannia Aachen wurden am Samstag von der Polizei aus dem Lohrheidestadion geworfen. Die Polizisten setzten dabei Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Alemannia-Fans ein, die das Spiel bei Wattenscheid 09 deshalb verpassten und nun schwere Vorwürfe gegen die Polizei erheben.
Auslöser des Polizeieinsatzes soll ein Spruchband gewesen sein, das ohne zu kontrollieren durch den Zaun gereicht worden sein soll. Die Polizei befürchtete deswegen, dass eine Pyroshow bevorsteht. Deswegen wurden auch andere Alemannia-Ultras, wie die Yellow Connection, die zu diesem Zeitpunkt schon im Stadion waren, eingekesselt und von der Polizei aus dem Stadion gebracht.
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Der Polizeieinsatz hinter der Tribüne.
Bild: www.yc2014.de
„Nachdem wir schon rund eine halbe Stunde im Block verweilten, bekamen wir mit, dass es bei den Einlasskontrollen zu Tumulten kam, weil die Karlsbande ein Spruchband durch den Zaun reichte, was die Ordner verhindern wollten. Daraufhin fühlte sich die Polizei dazu berufen, in die Szenerie einzugreifen. Ob das Eingreifen allgemein gerechtfertigt war, können wir nicht bewerten. Was wir aber sagen können ist, dass die Art und Weise sowie die Härte mit der vorgegangen wurde, maßlos jeglicher Grundlage entbehrten, weshalb wir die Geschehnisse im folgenden beschreiben werden. Nach den Tumulten am Eingang, betraten vermummte und behelmte Polizisten unseren Block und kesselten uns ein. Ohne Vorwarnung wurden wir nun angeschrien, dass wir das Stadion verlassen sollen und Richtung Ausgang gedrängt. Der Grund dafür wurde uns auch auf mehrmalige Nachfrage nicht genannt. 'Verpisst euch aus dem Stadion, oder wir prügeln euch raus!' – so und ähnlich klangen die Antworten der Polizisten auf unsere Fragen. Dass es nicht schon dort zu einer Eskalation gekommen ist, liegt an unserer besonnenen Reaktion. Wir folgten den Anweisungen der Polizisten, welche uns aus dem Block drängten. Scheinbar enttäuscht davon, dass wir uns nicht provozieren ließen, wurde die Eskalation durch die Polizisten im Stadionumlauf herbeigeführt. Von beiden Seiten wurden alle Fans eingekesselt und zusammengepfercht. Personen, welche im Weg, oder einfach nur mit dem Rücken zu Polizisten standen, wurden mit Schlagstöcken übel zugerichtet. Zusätzlich wurde Pfefferspray in die Menschenmenge gesprüht, sogar ein Kind wurde Opfer des Reizmittels. Zwischenzeitlich glich die Situation einer Massenpanik: für die zwischen den prügelnden Polizisten, der Wand und dem Zaun eingeengten Fans gab es keinen Ausweg. Erst nach einigen Minuten wurde ein Tor nach draußen geöffnet und wir wurden von den Polizisten unter körperlichem Zwang aus dem Stadion befördert. Auch die vor dem Stadion wartenden Fans wurden in ähnlicher Manier von Polizisten traktiert“, schildert die Yellow Connection die Geschehnisse aus ihrer Sicht.
Laut Angaben der Alemannia-Ultras sollen sich durch den Polizeieinsatz mehrere Gästefans verletzt haben, darunter auch ein Kind. Die Ultras von Alemannia Aachen verpassten das gestrige Ligaspiel in Wattenscheid. Eine Kneipe in Wattenscheid durften die Aachener Ultras auch nicht mehr besuchen und wurden unter Polizeibegleitung zurück nach Aachen begleitet. Die Yellow Connection ruft nun den eigenen Verein auf, der Berichterstattung der Lokalmedien, wie den Aachener Nachrichten, zu widersprechen und sich hinter die eigenen Fans zu stellen.
Die Polizei drängte die Ultras von Alemannia Aachen aus dem Stadion.
Bild: groundhopping_4888


