Nachdem Fans von Lokomotive Leipzig in der vergangenen Woche beim Auswärtsspiel in Berlin einen Hertha BSC-Kicker rassistisch beleidigten, haben Fankurve 1966 und die Ultras von Blue Side Lok das gestrige Heimspiel von Lok Leipzig genutzt, um andere Lok-Fans zu Zivilcourage gegen Rassismus aufzurufen.
Fankurve 1966 und Blue Side Lok positionieren sich schon seit Jahren gegen Rassismus (Faszination Fankurve berichtete), innerhalb des Fanlagers von Lok Leipzig kam es trotzdem öfter zu rassistischen Ausfällen, so auch in dieser Saison: „Auch wenn man so manche reißerische Berichterstattung gerne kritisch hinterfragen darf, handelt es sich hier keineswegs um Verschwörungstheorien oder Hirngespinste der Presselandschaft. Viel mehr ist dies die traurige Realität und erschreckender Alltag. Besagte Affenlaute waren an diesem Tag übrigens nur die Spitze des Eisberges. Wer vor Ort war, weiß, dass dies den Tatsachen entspricht und sich bereits über die gesamte Saison erstreckt, was – ganz nebenbei bemerkt – bereits mehrere Sportgerichtsurteile mit empfindlichen Strafen zur Folge hatte“, blickten Fankurve 1966 und Blue Side Lok im gestern beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt verteilten Flyer auf die rassistischen Vorfälle in der Vorwoche zurück.
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Die klare Botschaft von Fankurve 1966 und Blue Side Lok.
Bild: druebergehalten
Vor einem Jahr wurde medial darüber berichtet, dass Lok-Fans bei einem Auswärtsspiel in Berlin „Sieg Heil“ gerufen hätten, was sich jedoch als falsch herausstellte. Fankurve 1966 und Blue Side Lok entkräfteten die Vorwürfe damals durch Veröffentlichung eines Videos (Faszination Fankurve berichtete). Mit der Anprangerung der Vorfälle in der letzten Woche in Berlin zeigen diese Lok-Gruppen nun, dass sie ähnliche Vorfälle keinesfalls verschweigen, sondern offen kritisieren.
Die antirassistischen Ultras, die vor Jahren die Fankurve 1966 ins Leben gerufen haben, die mittlerweile der Stimmungshotspot bei Heimspielen von Lok im Bruno-Plache-Stadion ist, wollen nicht länger mit zusehen, wie andere Lok-Fans den Ruf des Vereins durch rassistische Verfehlungen beschädigen: „Es liegt an Uns, an Euch, an Dir! Wir wollen keinen glattgeleckten Fußball, in dem jeder jeden lieb hat. Wir wollen nicht die Fans sein, die keine Ecken und Kanten haben, stets brav und gehorsam sind. Aber vor allem wollen wir nicht, dass unser Verein immer und immer wieder durch beschämendes Verhalten seiner Fans für Aufsehen sorgt“, so der Wortlaut des gestern verteilten Statements, das unserer Redaktion vorliegt, weiter.
Das Spruchband hing neben der Fankurve 1966.
Bild: druebergehalten
Die Choreografie der RWE-Fans gestern in Leipzig.Bild: druebergehalten
Die verteilte Stellungnahme trug die Überschrift „Lokrufe statt Affenlaute!“. Die gleiche Botschaft wurde gestern auf einem Spruchband im Bruno-Plache-Stadion aufgehangen und war somit für viele Stadionbesucher deutlich zu sehen. Lok Leipzig gewann das gestrige Heimspiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt vor 4.337 Zuschauern mit 2:1. Die mitgereisten RWE-Fans zeigten im Gästeblock in Leipzig eine rot-weiß-rote Choreografie vor einem Spruchband mit dem Vereinsnamen.
Das Spruchband der Hertha-Ultras von der Hauptstadtmafia zum Thema.
Bild: Nordtribuene.org
Bereits am Samstag zeigten die Hertha BSC-Ultras von der Hauptstadtmafia ein Spruchband in Richtung der Lok Leipzig-Fans, auf dem „Mit Affenlauten geht euch einer ab – Loks hirntotes Rassistenpack – Ngankam – Einer von uns!“ geschrieben stand (Faszination Fankurve berichtete). Damit solidarisierten sich die Hertha-Ultras mit Jessic Ngankam, der am 06. Dezember 2019 beim Heimspiel von Hertha BSC II aus dem Block der mitgereisten Lokomotive Leipzig-Fans rassistisch mit Affenlauten beleidigt wurde. Das gestrige Statement von Fankurve 1966 und Blue Side Lok zeigt nochmal deutlich, dass es auch in der Fanszene von Lokomotive Leipzig Aktivposten gibt, die sich deutlich gegen Rassismus engagieren. (Faszination Fankurve, 16.12.2019)
Nach Abpfiff posierten die Lok Leipzig-Spieler noch vor dem Spruchband und unterstützten damit die Botschaft:


