Bundesgesundheitsminister Jens Spahn forderte heute via Kurznachrichtendienst Twitter die Absage von Großveranstaltungen in Deutschland mit mehr als 1.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat deswegen bereits eine Erklärung abgegeben.
Ein wichtiger Aspekt dabei sind Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Sie werden aus meiner Sicht immer noch zu zaghaft abgesagt. Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzen Tage sollte das schnell geändert werden. (2/6)
— Jens Spahn (@jensspahn) March 8, 2020
„Seit vorletzter Woche Mittwoch ist das Coronavirus in Deutschland. Unser oberstes Ziel ist es, seine Ausbreitung zu verlangsamen. Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen. Ein wichtiger Aspekt dabei sind Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Sie werden aus meiner Sicht immer noch zu zaghaft abgesagt. Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden. Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen“, lautete die heutige Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn. Würde die Empfehlung von Spahn umgesetzt, wäre dies erstmal das Aus für Profifußball in Deutschland vor Zuschauern.
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Im ausverkauften Westfalenstadion soll am Samstag eigentlich das Derby zwischen dem BVB und Schalke angepfiffen werden.
Bild: Stadionwelt
Bei der DFL will man nun gemeinsam mit den Vereinen eine Lösung finden. Wegen des engen Terminkalenders bis zur Europameisterschaft 2020 könnten nun eher Geisterspiele, statt Spielverschiebungen drohen: „Das Corona-Virus bringt die gesamte Gesellschaft und damit auch den Fußball in eine schwierige Situation. Selbstverständlich gilt der Gesundheit der Bevölkerung und damit auch aller Fußball-Fans oberste Priorität. Dabei muss es das Ziel sein, in unterschiedlichen Lebensbereichen den jeweils angemessenen Weg zu finden zwischen berechtigter Vorsorge und übertriebener Vorsicht. Selbstverständlich werden sich die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga mit den zuständigen Behörden an den jeweiligen Standorten wie bisher eng hinsichtlich des Ablaufs weiterer Spieltage abstimmen. Gleichzeitig steht es außer Frage, dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden muss, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln. Nur so erhalten Clubs und DFL trotz schwieriger Umstände für die kommende Spielzeit Planungssicherheit. Das DFL-Präsidium wird sich hierzu kurzfristig erneut austauschen und zeitnah ein Treffen der Clubs ansetzen“, erklärte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert heute dazu.
Im ausverkauften Borussia-Park soll am Mittwoch eigentlich das Derby zwischen Mönchengladbach und Köln ausgetragen werden.
Bild: Stadionwelt
Am morgigen Montag steht das Montagsspiel der 2. Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld an. Am Mittwoch wird das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln nachgeholt und am kommenden Wochenende steht u.a. das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 an. Ob diese und andere Spiele noch vor Zuschauern stattfinden, bleibt abzuwarten. Ein Sprecher der Stadt Mönchengladbach erklärte gegenüber der Rheinischen Post, dass am morgigen Montag und am Dienstag die Situation im Hinblick auf das Derby am Mittwoch bewertet werden soll. (Faszination Fankurve, 08.03.2020)


