In den vergangenen vier Jahren verzichtete HSV-Investor Klaus-Michael Kühne darauf, das Stadion des Hamburger SV mit einem kommerziellen Namen zu belegen und benannte es stattdessen wieder in Volksparkstadion um, wie es zahlreiche HSV-Fans schon seit 1953 nennen.
Doch der Namingright-Vertrag von Kühne und dem HSV ist am 01. Juli 2020 ausgelaufen, weshalb unklar ist, wie das Volksparkstadion in Zukunft offiziell heißen wird. Die Ultras von den Castaways fordern nun, dass der Stadionname weiterhin Volksparkstadion lauten wird, Investor Kühne dies aber nicht finanzieren soll, weil dieser sein Engagement beim HSV mehrfach als Druckmittel benutzt habe.
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Am 01. Juli 2020 ist der Namingright-Vertrag zwischen Kühne und dem HSV ausgelaufen.
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„Am 1. Juli 2020 ist der Vertrag über die Namensrechte am Volksparkstadion ausgelaufen. Im Grunde ändert das nicht viel, denn für uns HSV-Fans war, ist und bleibt die Bezeichnung VOLKSPARKSTADION der einzige Name unserer Spielstätte. Uns ist bewusst, dass dieser Name in den vergangenen vier Jahren auch von offizieller Seite genutzt wurde. Klaus-Michael Kühne gab rund vier Millionen Euro jährlich für die Namensrechte aus. Indem er auf sein Recht der Namensgebung verzichtete und dem Stadion seinen alten Namen 'schenkte', versuchte Kühne, sich als großzügigen Gönner darzustellen. Gleichzeitig war dieses Sponsoring – genau wie sein gesamtes Engagement – immer wieder das Druckmittel, um seinem 'Herzensverein' seinen Willen aufzudrängen. Dieser Kniff funktionierte: In der Vergangenheit haben sich Trainer, Aufsichtsräte, Vorstände und sogar Teile der Fans vom möglichen Zudrehen des Geldhahns einschüchtern lassen. Doch damit muss es nun vorbei sein. Ab sofort darf unser Stadionname nicht länger von dem taktischen Wohlwollen eines einzelnen Geschäftsmannes abhängen. Es darf nur den Namen tragen, den alle HSV-Fans ohnehin im Kopf haben, wenn sie an das Stadion denken: VOLKSPARKSTADION. Ohne einen faden Beigeschmack, der durch die ständigen Interviews Kühnes mitschwang. Für den HSV bietet sich nun seit sehr langer Zeit die Möglichkeit, sich von „strategischen Partnern“ und Geldgebern loszulösen. Ziel muss es sein, wieder eigene, unabhängige Entscheidungen zu treffen und ein neues Selbstbild zu schaffen. Der HSV war im deutschen Fußball trauriger Vorreiter beim Verkauf des Stadionnamens. Nun kann der HSV wiederum Vorreiter sein, wenn es darum geht, eine Gegenrichtung einzuschlagen“, teilten die Castaways dazu mit.
Die Castaways wollen eine Umbenennung des Volksparkstadions und einzelner Tribünen nicht akzeptieren.
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Weiter erklärten die HSV-Ultras gestern, dass die keinen anderen Namen als Volksparkstadion akzeptieren werden, auch keine Mischung aus traditionellem und Sponsoren-Namen. Beim HSV-Rivalen weiter südlich in Bremen wird seit einer Saison ein solcher Mix aus traditionellem und vermarktetem Stadionname praktiziert, was in der aktiven Fanszene von Werder Bremen aber ebenfalls auch große Ablehnung stößt. Zahlreiche Protestaktionen waren die Folge.


