Im Nachgang Bundesliga-Spiels zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach kam es am 05. März 2022 im Gästeblock des Neckarstadions zu einem umstrittenen Ordnereinsatz. Wie der VfB Stuttgart am gestrigen Donnerstag mitteilte, soll der Sicherheitsdienst „bereits personelle Konsequenzen gezogen“ haben.
Laut Statement des VfB Stuttgart seien „einzelne der eingesetzten Ordner unverhältnismäßig vorgegangen“. Gleichzeitig betonte der VfB Stuttgart, „dass die große Mehrheit der Ordner sich nach allen bisherigen Aussagen umsichtig und angemessen verhalten“ habe. Mit dem Sicherheitsdienstleister arbeite man seit mehr als 20 Jahren „verlässlich und vertrauensvoll“ zusammen. Der Dienstleister beteilige sich an mit einem „Höchstmaß an Professionalität und Ernsthaftigkeit“ an der Aufarbeitung. Die sogenannten mobilen Einsatzkräfte und Führungskräfte des Ordnungsdienstes sollen nun „eine weitergehende Schulung zu Deeskalation und zum Umgang mit Konflikten“ erhalten. Die Aufarbeitung der Vorfälle liege nun bei der Polizei. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne der VfB aktuell keine detaillierten Angaben zu den Vorkommnissen machen.
Die Fanhilfe Mönchengladbach, die den Vorfall mit Veröffentlichung eines Videos öffentlich machte, reagierte mit einer eigenen Stellungnahme auf die Veröffentlichung des VfB Stuttgart: „Die heutige Stellungnahme des VfB Stuttgart liest sich für die betroffenen Fans, mit denen wir im Kontakt stehen, nun jedoch abermals wie ein Verharmlosung der Vorfälle. Das unverhältnismäßige Vorgehen wird zwar zugegeben, jedoch mit Verweis auf den vermeintlichen Beginn des Einschreitens (den die betroffenen Fans anders schildern) und die große Mehrzahl an friedlichen Ordnern relativiert“, kritisiert die Fanhilfe Mönchengladbach den VfB Stuttgart. Bei den personellen Konsequenzen fragt sich die Fanhilfe, was damit genau gemeint sei.
„Den geschädigten Fans hilft es derweil wenig, dass der Großteil der Ordner nicht auf sie eingeprügelt hat. Ein Fan beispielsweise klagt bis heute über Schmerzen sowie Nachwirkungen und muss sich zeitnah in physiotherapeutische Schmerzbehandlung begeben. An dieser Stelle mit einem Täter-Opfer-Ausgleich zu argumentieren, mit dem gegebenenfalls nur eine strafrechtliche Aufarbeitung der Vorfälle umgangen werden würde, wird hier nicht ausreichen. Eine konsequente Ahndung der Vorfälle lässt der VfB Stuttgart bis jetzt vermissen und ist dringend gefordert. Ausdrücklich bedanken möchten wir uns hingegen bei den vielen Fans des VfB Stuttgart, die im Nachgang der Vorfälle ein sehr viel empathischeres Bild als ihr Verein abgegeben haben“, so die Stellungnahme der Fanhilfe Mönchengladbach weiter. (Faszination Fankurve, 18.03.2022)
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