Curva Viola im Waldgebiet führte Geisterspiel ad absurdum

Faszination Fankurve 20.07.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Das Auswärtsspiel in der 1. Runde des ÖFB-Cups zwischen dem SV Telfs und der SV Austria Salzburg fand am Sonntag als Geisterspiel statt, weil man die Sicherheitsauflagen beim Heimverein nicht erfüllen wollte bzw. konnte. Etwa 150 SVAS-Fans reisten dennoch nach Telfs und sorgten in einem Waldgebiet für organisierte Stimmung.

„Telfs lehnte die Übernahme der Sicherheitskosten von kolportierten 30.000 Euro verständlicherweise ab, unverständlicherweise aber auch das Angebot der Austria auf Verlegung des Spielortes nach Oberalm. Der ÖFB hätte damit kein Problem gehabt, nur die Austragung in Maxglan wäre einem unzulässigen Platztausch gleichgekommen, so ein Verbandsvertreter. Einmal mehr wollen wir hier ausdrücklich festhalten, dass die von den Tiroler Behörden vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen in einem krassen Missverhältnis zur tatsächlichen, überschaubaren Sicherheitslage stehen. Der SV Telfs begründete die ausgetauschte Veranstaltungsanmeldung damit, dass ‚sicherheitsrelevante Vorfälle beim letzten Spiel der beiden Mannschaften am Emat im Mai dieses Jahres‘ der Entscheidung vorausgegangen seien. Der Verein bezieht sich damit offenkundig auf die Berichterstattung in den Tiroler Medien, die sich allein mit den Angaben eines örtlichen Polizeibeamten begnügten. Natürlich wurde dabei nicht berichtet, dass etwa die einzige Festnahme einen den Heimverein zuzurechnenden Zuschauer betraf. Stattdessen wurde dieser Vorfall inhaltlich zu den ‚gewaltbereiten Fans‘ (natürlich der Austria) verschoben und suggeriert, dass es bloß bei dieser einer Festnahme geblieben sei, weil weitere Festnahmen „in dem Tumult“ nicht möglich gewesen seien. Erst diese – immer wieder in erster Linie in Tirol vorkommenden – einseitigen Erzählungen sind der Auslöser für die exorbitanten Sicherheitsauflagen und Zuschauereinschränkungen. Warum zudem auf einmal die Sicherheitskosten doppelt so hoch sein müssen wie beim Aufeinandertreffen im Frühjahr, bleibt überhaupt unergründlich“, zeigte Austria Salzburg im Vorfeld der Partie wenig Verständnis für die Einstufung der Partie als Geisterspiel.

Der Verein reiste mit einem mehrköpfigen Juristenteam nach Telfs, um den eigenen Fans im Bedarfsfall vor Ort rechtliche Hilfestellung zukommen zu lassen. Die Curva Viola rief im Vorfeld dazu auf, zum Geisterspiel nach Telfs zu reisen und die eigene Mannschaft von außerhalb der Sicherheitszone zu unterstützen. Dies gelang der Fanszene auch. In einem Waldgebiet machten sich etwa 150 SVAS-Fans hinter der Curva Viola-Zaunfahne mit Blick auf den Spielort breit und sorgten für lautstarke Stimmung, die auch auf dem Spielfeld zu vernehmen war. „Die Austria traf in der ersten Cup-Runde auf einen alten Bekannten: den SV Telfs. Das Duell wurde leider als Geisterspiel ausgetragen, doch das hinderte uns nicht, die Mannschaft trotzdem zu unterstützen. In einem nahegelegenen Waldstück wurde so der 4-2 Sieg und der damit verbundene Aufstieg in die zweite Runde gefeiert“, blickte Union ´99 Ultrà Salzburg aus das Geisterspiel in Telfs zurück. (Faszination Fankurve, 20.07.2022)

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

weitere Beiträge