„Vorerst nicht an einen Stadionalltag zu denken“

Faszination Fankurve 24.08.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Nachdem beim Auswärtsspiel in Köln die Zaunfahne der Ultragruppe Semper fidelis von Rot-Weiß Oberhausen von Kölner Ultras während des Spiels geklaut wurde, befindet sich die RWO-Fanszene aktuell in einer Findungsphase. Im Nachgang dieses schweren Schlages treten die bekannten Gruppen vorerst nicht als diese auf.

Auf Zaunfahnen und optische Unterstützung der eigenen Mannschaft wird in Oberhausen aktuell verzichtet. Der Fahnenklau sei als „ein symbolischer Dolchstoß“ zu werten, der zu „Wut, Trauer und Frust zu einer letztlich inneren Leere“ geführt habe. An einen normalen Stadionalltag sei im Moment nicht zu denken. Dementsprechend trat die aktive RWO-Fanszene am Samstag beim Heimspiel gegen den SV Lippstadt nicht wie üblich auf und verzichtete auf optische Stilmittel und Zaunfahnen.

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„Vielen von uns hängen die Ereignisse vom letzten Freitag noch tief in den Knochen und es wird wahrscheinlich auch leider noch etwas dauern, bis es ansatzweise wieder eine Normalität in der Oberhausener Fanlandschaft geben wird. Wir hoffen auf euer Verständnis, dass deshalb diese Zeilen zu einer kleinen Einordnung genutzt werden und von dem üblichen Inhalt abweicht. Wir möchten hier nicht über Sinn und Unsinn solch eines Fahnendiebstahls sprechen und auch niemandem vor schreiben, wie er diese Vorkommnisse einordnen soll. Fakt ist jedoch, dass die Gruppenfahne sichtbar und symbolisch für alles steht, was die jeweilige Gruppe Fanszene ausmacht. Sie steht für unseren geliebten Sportclub, für die Freunde mit denen man teilweise seit Jahrzehnten zu diesem pilgert, für alle erlebten Emotionen, durchgeführte Aktionen und sie ist außerdem immer da bei. Wird diese entwendet, ist dies also als ein symbolischer Dolchstoß zu werten, welcher in das Herz der Gruppe gerammt wird. Dies führt zu einem Gefühlschaos, welches von Wut, Trauer und Frust zu einer letztlich inneren Leere führt. Viele Überlegungen und Entscheidungen stehen nun noch an. Dies bedeutet, dass die bekannten Gruppen vorerst nicht als diese auftreten und keine Zaunfahnen oder andere optische Stilmittel benutzen werden. Dies wird erst wieder der Fall sein, wenn Entscheidungen getroffen wurden und es einen klaren Plan für die aktive Fanszene in Oberhausen gibt. Wir hoffen, dass wir diese Situation als rot-weiße Familie gemeinsam durchstehen und wir mit diesen Zeilen für etwas Verständnis sorgen konnten. Der Fancontainer bleibt aus dem eben genannten Grund heute daher leider ebenfalls geschlossen. Zum Abschluss wollen wir dennoch nicht versäumen, unseren neuen Stadionsprecher Nito zu begrüßen. Er tritt heute das erste Mal dieses neue Amt an. Sorry Nito, für diesen mehr als schwierigen Einstand. Du scheinst ein sympathischer Typ zu sein und unsere ersten Gespräche verliefen mehr als positiv – auf offiziellem Wege nochmals herzlich will kommen bei unserem RWO. Nun lasst uns als rot-weiße Familie zusammenstehen und gemeinsam in das Spiel und die nächsten Wochen gehen. An genau diesem Punkt befindet sich gerade die Oberhausener Fanszene. Daher ist, zumindest vorerst, nicht an einen Stadionalltag zu denken. Gemeinsam für Oberhausen! Gemeinsam für RWO! Kämpfen und Siegen!“, gab der RWO-Fanrat zum Lippstadt-Heimspiel eine Erklärung ab.

Beim Regionalliga West-Auswärtsspiel von Rot-Weiß Oberhausen gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln wurde die Auswärts-Zaunfahne der Oberhausener Ultragruppe Semper fidelis entwendet. Drei mit Leibchen und kurzen Hosen verkleidete Personen gingen kurz vor Spielende am Gästeblock vorbei und rissen die Fahne vom Zaun.

Die ganze Aktion dauerte nur Sekunden. Nachdem die Zaunfahne heruntergerissen wurde, flüchteten die drei Diebe über das Spielfeld in Richtung der aktiven Fans des 1. FC Köln, die am Rande der Haupttribüne des Franz-Kremer-Stadions untergebracht ist. RWO-Ultras liefen den Dieben noch über das Spielfeld hinterher, konnten diese aber nicht mehr einholen und machten etwa auf Höhe der Mittellinie halt. Kölner Fans liefen den Fahnendieben auf dem Rasen entgegen und sicherten so die Beute. (Faszination Fankurve, 24.08.2022)

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