Ein Protagonist aus der Hooliganszene des 1. FC Köln hat mit dem „Für Köln! Der Hooligan-Kodex“ ein lesenswertes Buch über sportlich-orientierte Fans aus der Domstadt verfasst. Mit Biniak schreibt kein Journalist über die Kölner Hooligans, sondern einer, der in der ersten Reihe mit dabei war, wenn es am Rhein heiß herging.
Im Prolog des Buches wird direkt auf eine verabredete Drittortauseinandersetzung zwischen Hooligans aus Köln und von Eintracht Frankfurt zurückgeblickt und den Kontrahenten vom Main dabei der nötige Respekt zugesprochen. Schon hier merkt man, dass jemand die Szenerie beschreibt, der dabei war und solche Szenen nicht nur von YouTube kennt.
Zudem erzählt Biniak in seinem Buch die Geschichte der Kölner Hooliganszene nach, von der legendären Red Army Cologne hin zu den berüchtigten Cologne Streetfighters, denen er selbst angehörte. Aber auch neue Entwicklungen kommen zur Sprache, etwa wenn Ultras, die „auf den Acker“ gehen, sich davor vom Autor trainiert ließen.
Mit Witz und Respekt wird über Freunde und Feinde berichtet, aber auch bei kontroversen Themen kein Blatt vor den Mund genommen. Etwa wenn es im Rheinland kurzfristig Mal zu überraschenden Verbrüderung zwischen Düsseldorf und Köln oder Leverkusen und Köln kam. Der Blick in den Osten in Zeiten nach dem Mauerfall und der Aufstieg der dortigen Hooliganszene wird ebenso beleuchtet, wie die direkten Nachbarn in Nordrhein-Westfalen.Berichte von Schlachten und Ereignissen in den Nachbarländern Belgien, Niederlande, Frankreich oder Tschechien bilden die internationalen Parts des Buches. Zudem geht der Blick nach England, dem Mutterland der Hooligans.
Lesenswert ist das Buch sicherlich für alle Fans des 1. FC Köln, natürlich auch für die rheinischen Rivalen oder für jede Person, die sich für die Hooligan-Kultur in Deutschland interessiert. Biniak lässt uns alle in „Für Köln! Der Hooligan-Kodex“ an seinen Gedanken über mehrere Generationen von fußballverrückten Rowdies aus der Domstadt teilhaben. Hier kann das Buch bestellt werden.



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