„Die Konsequenzen wären dramatisch gewesen“

Faszination Fankurve 16.10.2022 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Der HSV Supporters Club hat die Einlass-Situation am Gästeblock des Millerntors kritisiert. Beim Derby am Freitag sei das Stadion erst anderthalb Stunden vor Anpfiff geöffnet worden. Zahlreiche HSV-Fans warteten da dicht gedrängt auf Einlass in den Gästeblock.

Laut Angaben der HSV-Fans mussten alle Gästefans durch ein Nadelöhr, das nur etwa drei Meter breit war. Zudem soll es teilweise Probleme mit dem Scannen der Gästetickets gegeben haben. Nur die Besonnenheit aller Anwesenden habe eine Massenpanik verhindert. Der HSV Supporters Club will nun erwirken, dass sich die Einlass-Situation am Gästeblock verändert, auch mit Rücksicht auf alle anderen Fanszenen, die zukünftig dort zu Gast sein werden.

Mit einem „Ein Punkt, der gerne Bulle wär, macht Fußballfans das Leben schwer“, schickten die Ultras von der Clique du Nord des HSV noch ein kritisches Spruchband in Richtung des Sicherheitsabteilung des FC St. Pauli hinterher.

Kritische Worte fand der HSV Supporters Club auch zum massiven Polizeieinsatz gegen FC St. Pauli-Fans hinter der Gegengerade. (Faszination Fankurve, 16.10.2022)

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Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme des HSV Supporters Club:

STELLUNGNAHME ZUR EINLASS SITUATION AM MILLERNTOR

Die Derby-Niederlage steckt uns noch in den Knochen, aber wir sind uns sicher, dass unsere Mannschaft schnell wieder in die Spur findet und an der positiven Entwicklung der letzten Wochen anknüpft. Abseits des Platzes gab es leider Missstände, zu denen wir hiermit Stellung nehmen möchten:

Wir fordern eine unabhängige, zeitnahe und vollständige Aufklärung des Polizeieinsatzes beim Derby und dessen Verhältnismäßigkeit.

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Des Weiteren möchten wir den Einlass am Gästebereich scharf kritisieren. Die baulichen Gegebenheiten am Eingang des Gästeblockes sind schon lange fragwürdig und wurden bereits von zahlreichen Fanszenen kritisiert. Die Zustände am Freitag waren besonders schlimm und hätten schnell noch deutlich schlimmer enden können.

Ein großer Teil des Gästeanhangs kam zeitgleich am verschlossenen Gästeblock an. Warum das Stadion erst 90 Minuten vor Anpfiff öffnete, ist uns nicht klar. So mussten die Fans, eingepfercht von Polizei und Zäunen, ohne Zugang zu Sanitäranlagen, warten. Eine frühere Öffnung des Stadions hätte sicherlich für Entzerrung und Entspannung gesorgt. Als es schließlich losging, wurde nur ein Zugangstor geöffnet, hinter dem zwei Kontrollen und Drehkreuze warteten. So mussten mehrere tausend Anhängerinnen und Anhänger durch ein Tor von rund drei Metern Breite. Dass sich genau an diesem Nadelöhr, gerade zu Beginn der Stadionöffnung, ein enormer Zustrom an Menschen entwickeln würde, muss im Vorfeld klar gewesen sein. Es ist der Besonnenheit aller Anwesenden und dem Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen von Fankultur und Fanprojekt zu verdanken, dass in dem Gedränge keine Massenpanik ausbrach. Die Konsequenzen wären dramatisch gewesen.

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Zu der knappen Zeit, den wenigen Drehkreuzen und überfordert wirkendem Ordnungspersonal kamen zudem noch unlesbare Barcodes der Print-At-Home Tickets. Uns erreichen zahlreiche Meldungen, dass es Probleme mit dem Scannen gab und damit sehr unterschiedlich verfahren wurde: Einige durften mit gültigen Tickets unter dem versperrten Drehkreuz hindurchkrabbeln. Andere wurden mit einem gültigen Gästeticket zum Heimbereich (!) geschickt. Wiederum Andere erhielten die Anweisung, es doch einfach nochmal zu probieren. Das führte dazu, dass der Scanner das Ticket verweigerte, weil es ja schon einmal eingescannt wurde. Diesen Fans wurde der Einlass trotz gültiger Tickets verboten, sie mussten ihre Personalien bei der Polizei abgeben und erhalten laut Aussage der Polizei eine Anzeige wegen versuchtem Betrug.

Die Zustände am Freitag sind inakzeptabel. Wir sollten nicht warten, bis Schlimmeres passiert, sondern jetzt handeln. Daher sprechen wir mit allen Beteiligten und werden so versuchen, dass sich die Situation vor Ort ändert. Für Gästefans aller Vereine. Um die Situation am Freitagabend besser zu dokumentieren, bitten wir alle HSVerinnen und HSVer, sich bei uns zu melden, wenn sie ihre Erlebnisse und Probleme teilen möchten. Schreibt an supporters@hsv.de.

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