Erstmals seit 2009 bevölkerte die Fanszene des FC Hansa Rostock heute wieder den Gästeblock im Millerntor-Stadion. Nach Beschränkungen durch die Polizei und zuletzt durch die 2G-Regel stand einem Spielbesuch für knapp 3.000 Hansa-Fans in dieser Saison nichts im Weg.
Mit Planstikponchos teilten die Hansa-Fans den Gästeblock am Millerntor in eine weiße und eine blaue Hälfte. Zu Spielbeginn wurde passend dazu Rauch in den Vereinsfarben des FC Hansa gezündet. Der Anpfiff verzögerte sich dadurch. In der gegenüberliegenden Südkurve zeigten die FC St. Pauli-Fans eine Choreografie mit dem Vereinswappen des Kiezclubs in der Mitte. Darum waren Fahnen in Form von Kreisen in den Vereinsfarben des FC St. Pauli zu sehen.
Den einzigen Treffer des heutigen Zweitligaspiels vor 29.205 Fans am Millerntor erzielte Jackson Irvine in der 23. Spielminute. Der australisch-schottischer Spieler traf dabei mal wieder mit dem Kopf. Passend zum Führungstreffer brannten St. Pauli-Fans in der Südkurve einige Bengalische Fackeln ab.
Der Anpfiff der 2. Halbzeit verzögerte sich, weil Hansa-Fans im Gästeblock Pyrotechnik, Rauch und Böller zündeten sowie Raketen abfeuerten. Mehrfach landete Pyrotechnik dabei im Heimbereich und im Innenraum. Im Gästeblock kamen die herumgedrehten Bomberjacken in Orange zum Vorschein. Die Suptras Rostock hatten im Vorfeld zur Zuganreise in Bomberjacken nach Hamburg aufgerufen.
„Einer unserer Ordner wurde durch Bewurf aus dem Gästeblock verletzt und ist ins Krankenhaus gebracht worden. Es handelte sich bei dem Wurfgeschoss um ein Keramikteil. Wir wünschen gute Besserung und hoffen sehr, dass es keine weiteren Verletzten geben wird“, machte der FC St. Pauli einen weiteren Vorfall am Gästeblock öffentlich. Die Keramik stammte dabei von den Toiletten im Gästeblock, die von Hansa-Fans in der 2. Halbzeit demoliert wurden.
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Die Hin- und Rückreise der Hansa-Fans erfolgte mit dem Zug bis zum Hamburger Hauptbahnhof und von dort mit Sonderbahnen zu U-Bahn-Haltestelle Feldstraße, die in unmittelbarer Nähe zum Gästeblock liegt. St. Pauli-Fans schossen dabei von der Rindermarkthalle mit Pyrotechnik auf die anreisenden Hansa-Fans. Vorm Spiel gelangten laut Polizeiangaben bei einer Drucksituation am Einlass bis zu 500 Gästefans ohne Tickets in den Gästeblock, bevor die Polizei einschritt. Im Stadion versuchten Hansa-Fans noch die im Norden des Millerntors platzierte „Veteranen“-Zaunfahne zu entwenden, was jedoch nicht gelang. Zudem verbrannten Hansa-Fans noch eine Regenbogen-Fahne und zeigten dazu ein „Kategorie CIS“-Plakat. CIS bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem im Geburtenregister eingetragenen Geschlecht übereinstimmt. Mit der in den vergangenen Jahren mehrfach eingesetzten Lichentenhagen-Zaunfahne wollten Hansa-Fans ebenfalls die FC St. Pauli-Fans provozieren. Das Banner wurde mit Sonnenblumen geschmückt und erinnerte somit wie das Sonnenblumen-Logo auf der Fahne an das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen, an dem im August 1992 zu einemr rassistischen Pogrom kam. Die Polizei war bei dem brisanten Duell mit 1.700 Kräften im Einsatz.
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(Faszination Fankurve, 26.02.2023)
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