Am Sonntag findet um 12:30 Uhr findet eine Demonstration gegen den umstrittenen neuen Erbpachtvertrag für das sich in städtischem Eigentum befindende Niedersachsenstadion zwischen der Landeshauptstadt Hannover und der Hannover 96 Arena GmbH & Co. KG statt.
Startpunkt, der von der Fanszene von Hannover 96 beworbenen Demonstration, ist an der Benno-Ohnesorg-Brücke, von wo der Demonstrationszug zum Neuen Rathaus führen soll.
„Am 01. Juni 2023 soll der neue Erbpachtvertrag vom Stadtrat beschlossen werden, der eine Laufzeit bis zum Jahre 2096 zu einem jährlichen Pachtzins von lediglich 27.000 Euro beinhalten soll. Dies möchten die Bürger der Stadt, die Wähler der politischen Vertreter im Stadtrat und die Fans von Hannover 96 so nicht. Im Vorhinein wird daher am 30. Mai 2023 um 18 Uhr eine Petition an den Stadtrat (www.96petition.de) auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus an die Wirtschaftsdezernentin, Frau Ritschel, übergeben. Die Petition fordert, dass ein neuer Pachtvertrag zwischen Stadt und Betreibergesellschaft nur geschlossen werden soll, wenn die Betreibergesellschafft ihre Gewinne direkt an die Fußballgesellschaft (Hannover 96 GmbH & Co. KGaA) ausschüttet. Kritik am neuen Vertrag, welcher bereits sieben Jahre vor Ablauf des aktuellen Konzessionsvertrags abgeschlossen werden soll, wurde in den vergangenen Wochen sowohl von Fanseite und vom Bund der Steuerzahler geäußert, als auch auch in der öffentlichen Berichterstattung thematisiert. Kern der Kritik ist hierbei die geringe jährliche Pacht, mit der der Fußballstandort gefördert werden soll, in der Praxis aber lediglich die Stadionbetreiberin (Arena KG) gefördert wird, welche sich zu 100 % im Eigentum einer Investorengesellschaft (Sales & Service KG – Kind, Baum, Roßmann) befindet. Der ausgegliederte Profifußball (96 KGaA) und der Verein (Hannover 96 e.V.) sind an der künftigen Erbpachtnehmerin nicht beteiligt. Die KGaA zahlt im Gegenteil jährlich eine Miete in Höhe von rund 5 Millionen Euro an die Arena KG, um dort Ihre Fußballspiele austragen zu dürfen. Weitere Einnahmen werden seitens der Arena KG durch die Vermietung an Events (Konzerte, Eishockey im Winter usw.) oder andere Profivereine (zuletzt für 70.000 Euro pro Spiel der VfB Oldenburg) generiert. Aus diesen Einnahmen werden zurzeit die Darlehen des Umbaus zum WM-Stadion getilgt und – mit Ausnahme der Coronazeit – auch Gewinne erwirtschaftet. Kurz gesagt: Die Hannover 96 KGaA zahlt mit ihrer Miete die Umbaukredite ab und die Gewinne aus der Stadionbewirtschaftung verbleiben auf Investorenseite. Mit der Bestellung des Erbbaurechts hat die Stadt keinerlei Hebel in der Hand, um die Investorengesellschaft dahingehend zu beeinflussen. Dies gilt nicht nur für die unüberblickbar lange Laufzeit im Jahr 2096, sondern auch für die Möglichkeit eines Change of Control unter den Investoren der Stadionbetreiberin“, heißt es dazu in der Demonstrationsankündigung von der Roten Kurve.
Hannovereint und Ultras Hannover rufen zum Treffpunkt am Ihme-Ufer (Höhe Schwarzer Bär) ab 10:30 Uhr auf. Speis und Trank soll zu fanfreundlichen Preisen erhältlich sein. (Faszination Fankurve, 25.05.2023)
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