FCK führt Tabelle der Polizeikosten in Rheinland-Pfalz an

Faszination Fankurve 18.07.2023 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat die Personalkosten der Polizei in Verbindung mit Einsätzen rund um den Fußball veröffentlicht. Der 1. FC Kaiserslautern ist demnach für rund die Hälfte der Gesamtkosten verantwortlich.

Wo viele Menschen zusammenkommen, bedarf es in der Regel auch die Präsenz von polizeilichen Einsatzkräften. Gerade im Fußball bilden die daraus entstehenden Kosten immer wieder ein kontroverses Thema ab. Auf Anfrage der CDU hat die Landesregierung in Rheinland-Pfalz eine Bilanz der abgelaufenen Spielzeit veröffentlicht und kommt bei der Aufschlüsselung der Kosten zu einem eindeutigen Ergebnis. Mit dem 1. FC Kaiserslautern ist ein ehemaliger Bundesligist für rund die Hälfte aller Einsatzkosten verantwortlich.

Insgesamt musste das Land Rheinland-Pfalz in der Spielzeit 2022/23 Kosten in Höhe von knapp 4,58 Mio. Euro für den Einsatz von Polizeikräften in Verbindung mit Fußballspielen aufbringen. Zu Grunde gelegt wurden dabei die durchschnittlichen Personalkosten der Besoldungsgruppe A 11 in Höhe von 62,29 Euro pro Stunde. Die Polizeikräfte waren insgesamt 73.512 Stunden im Rahmen von Fußballspielen im Einsatz.

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Bemerkenswert – wenn auch nicht besonders überraschend – dabei ist, dass mit rund 2,3 Mio. Euro knapp die Hälfte aller Aufwendungen auf den 1. FC Kaiserslautern zurückzuführen sind. In die Berechnung flossen dabei neben den Spieltagen in der 2. Bundesliga, die mit 2,2 Mio. Euro den größten Posten darstellen, auch die Begegnungen im DFB-Pokal (ca. 147.502 Euro) und die Spiele der zweiten Mannschaft ein, die anteilig mit 11.835 Euro zu Buche geschlagen haben.

An zweiter Stelle im Ranking folgt der 1. FSV Mainz 05. Mit knapp 1,3 Mio. Euro verursachte der Bundesligist dabei rund eine Mio. Euro weniger an Einsatzkosten als der Club aus der Pfalz. Für die Bundesligaspiele der Mainzer musste das Land rund 1,19 Mio. Euro für Polizei-Einsätze aufbringen. Die Spiele im DFB-Pokal (ca. 61.000 Euro) und die Spiele der U23 (ca. 45.000 Euro) vervollständigten die durch den Club verursachte Gesamtsumme.

Woher diese Diskrepanz kommt, zeigt unter anderem ein Blick auf das Zuschauerinteresse an den beiden Clubs. Während bei Heimspielen des 1. FC Kaiserslautern im Schnitt 39.910 Zuschauer anwesend waren, besuchten die, mit einer Kapazität von 33.305 Plätzen im Vergleich zum Fritz-Walter-Stadion (49.850 Plätze) deutlich kleinere, Stadion am Eurpakreisel durchschnittlich lediglich 29.070 Fußballfans. Mit Blick auf die nächste Saison darf in der Pfalz mindestens ein ähnlicher Zuschauerschnitt erwartet werden. Mit Schalke 04 und Hertha BSC kommen zwei attraktive Heimspiele hinzu, denen eine stattliche Zahl an Auswärtsfans beiwohnen dürfte.

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Ein weiterer Punkt der maßgeblich für die Kosten in Kaiserlautern verantwortlich sein dürfte, ist die Lage und die damit verbundene Anreiseproblematik zum Betzenberg. Aufgrund der infrastrukturellen Probleme bedarf es eine erhöhte Anzahl an Einsatzkräften rund um das Stadion. Die Polizei Rheinland-Pfalz möchte auch aus diesen beiden Gründen heraus an ihrem bisherigen Einsatzkonzept festhalten.

Kritik an der polizeilichen Vorgehensweise gibt es von Seiten des Fanbündnisses 1. FC Kaiserslautern. Die Fans sehen vor allem eine unverhältnismäßige Anzahl an Einsatzkräften, was entsprechend die Kosten in die Höhe treibe, oder ein zu hartes Vorgehen gegenüber Unbeteiligten als Verschulden der Polizei an. In einer Stellungnahme zu den Geschehnissen beim Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf heißt es seitens des Fanbündnisses 1. FC Kaiserslautern beispielsweise: „So werden regelmäßig nichtexistierende Bedrohungsszenarien heraufbeschworen, sodass man sich als Stadionbesucher am Spieltag teilweise, wie in einer innerländischen Militärübung fühlt. Ausgerufene Risikospiele gegen Nürnberg und Magdeburg, ein Wasserwerfer gegen Rostock sowie Helikopter und Drohnen gegen Düsseldorf sind dabei nur Einzelbeispiele. […] Dazu teils verhängte Alkoholverbote und bis zuletzt ein völlig überzogener Pufferblock im Stadion zeigen deutlich, dass die Einsatzleitung in Person von Ralf Klein nicht gewillt ist, auf andere Einschätzungen mit mehr Expertise (beispielsweise durch Vertreter des FCK) zu hören und agiert wohl einfach nach dem Motto: “Viel hilft viel“, bemängelt das Fanbündnis. Der Pufferblock wurde mittlerweile durch einen „Löwengang“ ersetzt.

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Den Großteil der restlichen Kosten im Bundesland machen die drei Regionalligisten aus. Diese kommen zusammen auf ein Kostenvolumen von ca. 751.000 Euro, wobei Eintracht Trier mit 396.000 Euro den größten Anteil an dieser Summe trägt. Wormatia Worms (245.000) und Rot-Weiss Koblenz (ca. 110.000 Euro) liegen ebenfalls noch im sechsstelligen Kostenbereich.

Wer die Aufwendungen für Polizeieinsätze zukünftig bezahlt, bleibt weiterhin ungeklärt. Immer wieder wurden Überlegungen angestellt, inwiefern die Clubs an den Einsatzkosten beteiligt werden können. Der diesbezüglich laufende Rechtsstreit zwischen DFL und dem Bundesland Bremen wurde derzeit jedoch noch nicht mit einem Urteil belegt. Das Land Rheinland-Pfalz möchte ein zukünftiges Urteil wohl in seine Entscheidungsfindung mit einbeziehen. (Faszination Fankurve, 18.07.2023)

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