Compagno Ultras erklären, warum sie wegen zweifelhaftem Polizeieinsatz das Spiel verpassten

Faszination Fankurve 07.11.2023 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Obwohl es laut Angaben der Polizei „zu keinen strafbaren Handlungen“ kam, wurde die Fanszene von Holstein Kiel am Samstagmorgen in Osnabrück von Polizeikräften gestoppt, um Buskontrollen durchzuführen. Nun meldeten sich die Compagno Ultras von Holstein Kiel zu Wort.

Die Kieler Fanszene entschied sich, die angekündigten Objekt- und Personenkontrollen nicht über sich ergehen zu lassen. Somit verließen die Holstein Kiel-Fans die Stadt Osnabrück ohne Spielbesuch. Die Kieler Ultras wollten „das repressive Vorgehen der Polizei nicht über sich ergehen“ lassen. Wegen des Vorfalls zweifele man nun erneut an der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland und einer Gleichbehandlung vorm Gesetz. Die Compagno Ultras fordern Reisefreiheit für Fußballfans. (Faszination Fankurve, 07.11.2023)

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Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme der Compagno Ultras:

„In Osnabrück Stärke zeigen“

Das vergangene Auswärtsspiel in Osnabrück konnte von unserer und weiteren Gruppen der Kieler Fanszene aufgrund eines zweifelhaften Polizeieinsatzes nicht besucht werden. Da schon einige Medien über den mindestens fragwürdigen Einsatz berichteten, der für Außenstehende einige Fragen offen lässt, möchten wir uns an dieser Stelle kurz zu Wort melden:

Unter dem Vorwand wir hätten ein Mottospieltag unter der oben genannten Phrase „in Osnabrück stärke zeigen“ ausgerufen, wurden einige der Busse der Fanszene beim Einfahren in Osnabrück unverzüglich und auf offener Straße zum Stehen gebracht. Es wurden, ohne auch nur ein Wort zu kommunizieren oder die Mitfahrenden zu belehren, Einsatzkräfte der Osnabrücker Polizei um die Busse platziert, die die Türen dieser zu hielten und somit die Insassen festhielten. Nach einiger Zeit und dem Hinzuziehen von weiteren Einsatzkräften der Bundespolizei, wurde uns mündlich mitgeteilt, dass wir, ohne auch nur einen Fuß auf Osnabrücker Boden gesetzt zu haben und ohne Straftatsbestand, uns einer einzelnen Personen- und Objektkontrolle zu unterziehen hätten. Gründe wurden an dieser Stelle keine genannt und erst in einem später ausgestellten Schreiben konnte man die Beweggründe, die in Auseinandersetzungen aus den Jahren 2014 und 2015(!) lagen, erfahren. Die Personen- und Objektkontrollen waren an dieser Stelle absolut anlasslos und unverhältnismäßig – zumal uns der anschließende Spielbesuch nicht gewährleistet werden konnte. Aus diesen Gründen entschieden wir, das repressive Vorgehen der Polizei nicht über uns ergehen zu lassen, und machten uns, nach dem schriftlichen Ausstellen der Anordnung, auf den Weg in die Heimatstadt, den wir bis Anpfiff des Spiels nur in einem Polizeikonvoi antreten durften.

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Wenn konspirative Anreisen genügen, um der Exekutive des Staates die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben und sie sich nicht weiter zu helfen wissen, außer anlasslose Kontrollen durchzuführen oder Personen der Stadt zu verweisen, dann läuft hier etwas gewaltig falsch. Erneut zweifeln wir an einem Rechtsstaat und an der Gleichheit vor dem Gesetz. Als die Fußabtreter der Gesellschaft fordern wir Reisefreiheit für Fußballfans und die Aufarbeitung anlassloser Polizeieinsätze gegenüber Fußballfans.

Compagno Ultras

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