Die aktive Fanszene von Hertha BSC verpasste am gestrigen Sonntag größtenteils das Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück. Nachdem es am Eingang zu einem umstrittenen Einsatz der Polizei kam, wurden Ultras und andere gerade anwesende Gästefans festgehalten und am Betreten des Gästeblocks gehindert.
„Die Polizei führte heute eine pauschale Maßnahme gegen einen Großteil der Herthafans durch. Diese haben dadurch das Spiel verpasst. Die Einlass-Situation vor Ort ist untragbar“, kritisierte die Fanhilfe Hertha BSC das Vorgehen der Polizei in Osnabrück.
https://twitter.com/Fanhilfe_Hertha/status/1792227160670843263
Die Polizeiinspektion Osnabrück wirft den Hertha BSC-Fans einen versuchten Blocksturm vor und erklärte dazu: „Die Fanszene Berlin reiste in einem Buskonvoi mit insgesamt sieben Reisebussen an, welche frühzeitig durch Polizeikräfte ohne Vorkommnisse direkt zum Gästeeingang in der Oststraße eskortiert werden konnte. Durch den VfL Osnabrück als Veranstalter wurde – wie während der gesamten Saison – zur Durchführung eines geordneten und kanalisierten Einlasses im Gästebereich eine sogenannte Vereinzelungsanlage aufgebaut. Um 14:10 Uhr kam es bei der vorgenannten Einlasssituation durch eine größere Personengruppe von Gästefans zu dem Versuch des unkontrollierten Eindringens ins Stadion durch Überlaufen der Einlassstellen (sog. Blocksturm). Dies konnte durch die eingesetzten Ordner sowie durch hinzugezogene Polizeikräfte verhindert werden. Dabei wurde von Einzelpersonen massiv Gewalt in Form von Faustschlägen und Tritten angewendet. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen wurden mindestens vier Ordnungskräfte dabei leicht verletzt. Die Fanbetreuung von Hertha BSC sowie das Fanprojekt wurden zur Deeskalation hinzugezogen. Der Polizei gelang es, die größere Personengruppe zu separieren und einer Identitätsfeststellung zu unterziehen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurde das Tatgeschehen als schwerer Landfriedensbruch gewertet. Es liegen umfangreiche Videoaufzeichnungen vor. Diese werden aktuell gesichert und ausgewertet. Die genauen Tatbeiträge einzelner Personen sind dabei Gegenstand laufender Ermittlungen.“
Nachdem die Stadt Osnabrück zuletzt eine Nutzungsuntersagung für die Bremer Brücke ausgesprochen hatte, musste der VfL Osnabrück sein Heimspiel gegen Schalke in Hamburg austragen. Für das letzte Heimspiel wurde das Stadion derweil wieder freigegeben. Die Partie gegen Hertha BSC konnte wie geplant an der Brücke ausgetragen werden – sogar mit Fans in der Ostkurve. Zuvor wurde das Dach der Ostkurve abgetragen, um die Einsturzgefahr abzuwenden. Die Fanszene des VfL Osnabrück machte sich beim gestrigen Heimspiel gegen Hertha BSC hinter einer „Mythos Bremer Brück erhalten“-Fahne breit. Während es im Gästeblock keinen organisierten Support gab, gewann der bereits abgestiegene VfL Osnabrück das Heimspiel gegen Hertha BSC mit 2:1.
https://twitter.com/ballfreakos/status/1792431906732065083
Im Nachgang des Spiels wollte die Mannschaft von Hertha BSC sich noch von den eigenen Fans verschieden, die vorm Eingang zum Gästeblock verweilten. Doch die Polizei verhinderte eine ordentliche Verabschiedung von Mannschaft und Fanszene am Saisonende. Die Osnabrücker Polizei wirft den Hertha-Fans vor, Gegenstände geworfen zu haben: „Nach Spielende suchte die Mannschaft von Hertha BSC außerhalb des Stadions den Kontakt zur eigenen Fanszene, um sich aufgrund des letzten Spiels in der Saison zu verabschieden. Noch während sich die Mannschaft vor Ort befand, kam es zu massiven Becher- und Flaschenwürfen von Berliner Fans auf die eingesetzten Polizeikräfte. Eine Polizeibeamtin wurde dabei leicht am Bein verletzt. Für den Transport der bahnreisenden Anhänger aus Berlin erfolgte der Einsatz von Shuttlebussen vom Osnabrücker Hauptbahnhof zum Stadion.“ (Faszination Fankurve, 20.05.2024)



0 Kommentare