Block A des Bonner SC mit Kritik am Fußball-Verband Mittelrhein

Faszination Fankurve 05.09.2024 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Im Sportpark Nord in Bonn fand am heutigen Donnerstag ein Benefizturnier des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) statt, an dem der 1. FC Köln, Fortuna Köln, Viktoria Köln und der Bonner SC teilnahmen. Die Fanszene des Bonner SC nahm das Turnier zum Anlass, um den FVM zu kritisieren. (Faszination Fankurve, 05.09.2024)

Stellungnahme des Block A vom Bonner SC am Sportpark Nord.

Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme des Block A aus Bonn:

grau]Liebe Besucherinnen und Besucher,

wir freuen uns, euch im wunderschönen Bonner Sportpark begrüßen zu dürfen. Gerne möchten wir diese Gelegenheit nutzen, um einige ehrliche Worte über den selbstlosen, großzügigen FVM zu verlieren, der als Veranstalter des heutigen Turniers auftritt. Der Verband verkündete im Vorfeld: „Vom Benefiz-Turnier sollen Amateurvereine vom Mittelrhein profitieren, die sich in besonderem Maße in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren.“

Es lohnt sich also ein Blick in die Vergangenheit des FVM, um zu sehen, was alles zugunsten des Amateurfußballs geleistet wurde.

1. Familienfreundliche Eintrittspreise (sofern die Familie zu den reichsten 5% zählt)

Im vergangenen Sommer standen sich mit dem TSV Alemannia Aachen und dem Bonner SC zwei Traditionsvereine im Finale des Mittelrheinpokals (Veranstalter: FVM) gegenüber. Nach längerer Zeit konnte damit von einem nahezu ausverkauften Sportpark Höhenberg ausgegangen werden. Wie es sich für einen familienfreundlichen Verband gehört, verzichtete der FVM hier auf die die große Geldmacherei und legte faire, soziale Eintrittspreise fest. So könnte man es erwarten. Die Wahrheit sah ein wenig anders aus: Schlappe 28 Euro kostete ein Sitzplatz im Finale für Vollzahler. Mit Ermäßigung reduzierte sich dieser Preis um sagenhafte 5 Euro auf 23 Euro. Für Stehplätze durfte man als Vollzahler 17 Euro zahlen. Eine vierköpfige Familie durfte damit für schlappe 102 Euro dem Finale eines Amateurwettbewerbs beiwohnen. Zum Vergleich: Keine 150 Kilometer weiter südlich im Finale des Fußballverbands Rheinland kosteten Sitzplätze für Vollzahler gerade einmal 13 Euro, mit Ermäßigung 10 Euro. Rechnen wir erneut die Kosten für eine vierköpfige Familie zusammen, landen wir hier bei gerade einmal 46 Euro, also weniger als der Hälfte! Amateurfußball für alle? Soziale Verantwortung? Fehlanzeige. Die Kasse muss klingeln! So rückt auch das heutige Benefizturnier in ein bedenkliches Licht.

2. Ein Verfechter der Freiheit und unserer Grundrechte (zumindest manchmal)

Selbstverständlich ist sich der FVM auch seiner Aufgabe als eingetragener Verein innerhalb der Gesellschaft bewusst und atmet die Meinungsfreiheit mit Leib und Seele. Auch kritischere Töne sind erlaubt, eine Zensur findet nicht statt. Jedenfalls sollte man dies meinen. Leider musste die Bonner Fanszene feststellen, dass das mit der kritischen Meinungsfreiheit für den FVM so eine Sache ist. Eine kurze Reise zurück: Der Bonner SC steht im Viertelfinale des Mittelrheinpokals. Gegner ist die Eintracht aus Hohkeppel. Diese war allerdings, da das Geld seit Jahren nur in den Kader für einen möglichst schnellen sportlichen Erfolg, nicht aber in das Errichten einer tauglichen Spielstätte geflossen war, außerstande das Spiel auszutragen. Nach hektischem Hin und Her wurde die Partie in Bonn ausgetragen. Aufgrund dieser Vorkommnisse entschied sich die Bonner Fanszene ein Spruchband zu hängen. Auf diesem stand geschrieben: „Wenn die Bauerntölpel sich beklagen, doch zu dumm sind Spiele auszutragen“. Eine kleine Provokation an den Gegner also, ohne grob beleidigend zu werden oder diesen gar zu bedrohen. Der Gegner nahm dies sodann auch mit einem Augenzwinkern hin und damit wäre die Sache auch gegessen gewesen, wäre nicht auch ein hoher Abgeordneter des FVM anwesend gewesen. Dieser entschied eigenmächtig entgegen dem ausdrücklichen Willen der Vertreter der Eintracht Hohkeppel: Das Banner muss weg! Die Bonner Fanszene weigerte sich zunächst unter Verweis auf die nach Art. 5 Abs. 1 des Grundgesetzes verbürgte Meinungsfreiheit. Als Reaktion wurde den Fans über ihren Fanbeauftragten klargemacht, dass der Verband das Banner in jedem Fall entfernt haben wolle, notfalls unter Einsatz von Ordnungskräften und der Polizei. Um gewalttätige Aussetzungen zu verhindern und der Mannschaft in dem wichtigen Spiel keinen Bärendienst zu erweisen, hing die Bonner Fanszene das Banner widerwillig ab. Der FVM ist insoweit nur zu beglückwünschen. Eine einzelne Person konnte ihre Macht einsetzen, um eine kritische Meinungsäußerung, die nur ihr alleine missfiel, zu beseitigen, notfalls auch unter Einsatz von Gewalt. Gelebte Meinungsfreiheit!

3. Harte Hand gegen Fußballterroristen (oder so ähnlich)

Letztlich lohnt sich auch ein Blick auf die Sanktionen gegen Amateurvereine aus den vergangenen Jahren. Wer hier von den selbsternannten Förderern des Amateurfußballs ein gerechtes, am verfassungsmäßigen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit orientiertes Vorgehen erwartet, wird allerdings enttäuscht. Hierzu soll beispielhaft auf einen Vorfall bei einem Auswärtsspiel des Bonner SC bei der TuS aus Königsdorf in der Saison 2022/2023 eingegangen werden. Nach Spielende stürmten (wohl) aus dem Stadtteil Königsdorf stammende Personen das Spielfeld, um den Bruder eines Bonner Spielers körperlich zu attackieren. Als der Bonner Spieler hiergegen einschreiten wollte, wurde er selbst mit einem gekonnten Griff zu Boden befördert und von dem Angreifer mit Schlägen am Boden liegend attackiert. Eingriffsbereite Ordner waren nicht in Sicht. Zwei völlig überforderte Polizisten vor Ort blieben ebenfalls regungslos. Sodann griff eine Gruppe Fans ein, um dem Bonner Spieler zur Hilfe zu eilen und den Angreifer in die Flucht zu schlagen, bevor dieser dem Bonner Spieler schwere Gesundheitsschädigungen zufügen konnte. Dies gelang auch. Die Antwort des FVM auf diesen Vorfall: Für die TuS Königsdorf, als Heimverein für die Sicherheit aller Personen verantwortlich, blieb es bei einer Geldstrafe im dreistelligen Bereich, während der Bonner SC 2.500 Euro zahlen musste. Als Begründung wurde angeführt, Bonner Fans hätten das Spielfeld betreten. Die Strafe so wie die Begründung muten willkürlich an lassen jeden normaldenkenden Menschen fassungslos zurück. Der Appell des FVM lässt sich wohl nur wie folgt deuten: Unterlasst mögliche Nothilfe und seht nächstes Mal gefälligst zu, wie ein Spieler krankenhausreif geschlagen wird!

Wir könnten noch etliche weitere Seiten mit unserem Vorbringen füllen, allerdings wollen wir eure Aufmerksamkeit nicht übermäßig beanspruchen. Wir halten es jedoch für unausweichlich, vor dem Hintergrund der heutigen Veranstaltung einige Handlungen des FVM kritisch zu hinterfragen und ins Licht zu rücken, was der Verband ungerne an die Öffentlichkeit trägt. Wir wünschen euch im Übrigen einen schönen Spätnachmittag bis Abend in der schönsten Stadt am Rhein.

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