Der Anführer der „Irriducibili“ wurde am 7. August 2019 in einem Römer Park durch einen Genickschuss getötet (Faszination Fankurve berichtete). Nachdem zunächst zwei Jahre nach dem Täter gefahndet wurde und nach dessen Identifizierung und Festnahme 40 Gerichtstermine anstanden, kam es am 25.03.2025 zu einem Urteil.
Die „Irriducibili“ und ihre Anführer sind weit über die Stadtgrenzen Roms bekannt. Sie sind bunte Hunde in der Welt der Ultras und auch auf anderen Betätigungsfeldern sehr aktiv. Denkt man an die Ultras von Lazio Rom, kommen einem unweigerlich die Schlagwörter Politik und Business in den Sinn. Wobei man hier fairerweise noch ergänzen muss, dass die Laziali mit ihrem Stil des Tifos und ihrem allgemeinen Auftreten in der Kurve zeitweise auch prägend für die italienische Szene waren und als einer der Vorreiter galten.
Die „Irriducibili“ machten nie ein Geheimnis aus ihrer rechten politischen Ideologie. Immer wieder huldigten sie Benito Mussolini, dem „Duce“ (dt. Führer), sangen faschistische Lieder und äußerten sich mit rassistischen Spruchbändern. Sie pflegten offensichtlich Verbindungen in die organisierte rechte Szene und zu rechten Politikern und Parteien.
Auch wenn es um das Thema Geld ging, waren die „Irriducibili“ vorne mit dabei. Zeitweise betrieben die Lazio-Ultras 15 eigene Fanshops in Rom, in denen sie neben eigenem Merchandise auch ganz offiziell das des Vereins vertrieben und kräftig abkassierten. Auch mit Eintrittskarten, die der Verein ihnen viele Jahre kostenlos zur Verfügung stellte, verdienten die „Irriducibili“ gutes Geld.
Geld, das einigen Leuten anscheinend nicht ausreichte. Immer wieder hörte man davon, dass es Verstrickungen mit der organisierten Kriminalität gab und führende Mitglieder im großen Stil beim Drogenhandel mitmischen würden. So auch Fabrizio Piscitelli alias „Diabolik“.
Die genauen Umstände sind nicht bekannt, allerdings scheint es so, als wäre der aufstrebende „Diabolik“ jemandem in der Römer Unterwelt ein Dorn im Auge gewesen. Mutmaßlich einem Anführer der in Rom tonangebenden Camorra. Dieser beauftragte anscheinend den argentinischen Auftragskiller Gustavo Alejandro Musumeci, der in der Unterwelt unter dem Decknamen Raul Esteban Calderon agierte, um Piscitelli aus dem Weg zu räumen. Musumeci bestreitet die Tat jedoch und nannte entsprechend auch keine Hintermänner oder sonstigen Details, sodass die genauen Umstände weiterhin ungeklärt bleiben.
Das Gericht sah es, insbesondere aufgrund von Videoaufnahmen und der Aussage Musumecis Ex-Freundin, allerdings als bewiesen an, dass es Musumeci war, der „Diabolik“ im Sommer 2019 im Römer Parco degli Acquedotti als Jogger getarnt erschossen hat.
Der Richter verurteilte Musumeci zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.
(Faszination Fankurve, 31.03.2025)
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