Choreos, Sticheleien und wahrer Pokalfight auf dem Rasen – Impressionen vom Conference League Viertelfinal-Rückspiel zwischen Rapid Wien und Djurgårdens IF

Faszination Fankurve 18.04.2025 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Die längste Europacup-Tour von Rapid Wien überhaupt endete am gestrigen Abend (17.04.25) im Conference League Viertelfinal-Rückspiel zuhause gegen Djurgårdens IF. Auf dem Rasen lieferten sich beide Teams einen wahren Pokalfight. Die Fans bildeten mit unterschiedlichen Aktionen einen angemessenen Rasen auf den Rängen. Faszination Fankurve blickt zurück auf den gestrigen Pokalabend im Wiener Weststadion.

Mit einem 1:0 Sieg im Hinspiel standen die Vorzeichen denkbar gut vor dem gestrigen Rückspiel im Weststadion. Dazwischen gewann Rapid sogar noch das Derby gegen Austria Wien.

Zum Rückspiel in Wien waren insgesamt 25.600 Zuschauer im Weststadion zugegen. Darunter auch etwa 2.300 Gästefans aus Schweden. Ein Teil der Szene reiste bereits am Vortag in die österreichische Hauptstadt an und erlebte in gemeinsamer Runde in der Innenstadt einen entspannten Abend. Auch am Spieltag belagerten große Teile des schwedischen Gästeanhangs die Wiener Innenstadt.

Die Heimfans trafen sich wiederum drei Stunden vor Anpfiff am Block West und stimmten sich dort lautstark auf den anschließenden Pokalabend ein. Im Block West hing dann bereits lange Zeit vor dem Spiel der Spruch „Rapid, Rapid, wir san a Einheit“ am Zaun. Dieser Spruch stammt aus der Vereinshymne.

Dementsprechend stand im Heimbereich die Choreo auch unter diesem Motto. Dazu wurde ein Bild der Mannschaft im Kreis Spiel hochgezogen und im Block Farben im rapidtypischen Balkenmuster geschwenkt.

Die Choreo der Gäste stand wiederum unter dem Motto „Forza“, dazu gab es dunkelblaue und unten hellblaue Folienstücke.

Bereits weit vor dem Spiel sangen beide Seiten lautstark, was zu Spielbeginn fortgesetzt wurde. Rapid setzte dabei zu Beginn auf einfacheres Liedgut, konnte damit aber zum Teil eine brachiale Lautstärke erreichen, gerade wenn auch die anderen Stadionteile mit einstimmten.

Die Fanszene von Djurgardens nutzt seit Beginn diesen Jahres auch eine Trommel zur akustischen Unterstützung. Diese zeigte ihre Wirkung. Über 120 Minuten lag die Beteiligung des Gästeblocks annähernd bei 100 %. Dabei wurde auf sehr wenige Lieder gesetzt, sodass ein melodisches Lied während der am Ende über 130 gespielten Minuten, sicherlich 90 bis 100 Minuten lang gesungen wurde. Im Gästeblock waren Freunde aus Osnabrück zu Gast, welche an einer einstelligen Anzahl violetter Schals zu erkennen waren. Zudem war auf der Trommel das Logo des VfL Osnabrück zu erkennen.

Im Block West war eine Vielzahl an Gästen anwesend. So hingen Fahnen aus Nürnberg, Venedig, von Fernecvaros, Kloten und Hammarby.

Auf dem Rasen nahm das Spiel bereits nach nur fünf gespielten Minuten eine entscheidende Wendung. Nach einem harten Foulspiel sah Rapid bereits sehr früh eine rote Karte. Zwar konnte das Spiel sehr lange ausgeglichen gehalten werden und Chancen auf ein Weiterkommen waren durchaus vorhanden, letztlich wurde das Spiel in der ersten Hälfte der Verlängerung recht schnell entschieden. So spielte man letztendlich satte 114 Minuten (+ Nachspielzeiten) in Unterzahl, konnte die 1:0 Führung der Gäste zwischenzeitlich mit einem Tor egalisieren. In der Verlängerung ließen die Kräfte merklich nach, zudem gab es für Rapid eine weitere rote Karte sowie die drei weiteren Gegentore.

Die gegenseitige Abneigung aufgrund der Freundschaft zwischen Rapid und Hammarby zeigten beide Seiten mit Gesängen. Gegenseitige Pöbeleien waren heute in Form von Transparenten ebenfalls vorhanden. Im Block West sah man zudem erneut diverse Freundschaftsbekundungen zu Hammarby.

Die Gästefans wiederum packten nach Feststehen des Sieges als Antwort auf die Sticheleien im Hinspiel („Stockholm in grün-weisser Hand“) das Spruchband „Wien in blau-blauer Hand“ aus und sangen passend dazu ein Lied auf die Melodie von „alway look on the bright side of life“.

Der Block West kritisierte mit einem Spruchband die Einsatztaktik der schwedischen Polizei im Hinspiel, wo mehrere Gästefans wegen Nichtigkeiten wie angeblicher Vermummung schon auf dem Hinweg festgenommen wurden. Ein Corteo wurde den Fans von Rapid gänzlich untersagt. Selbst auf dem Weg von der Metro-Stadion zum Stadion sorgte die schwedische Polizei für Ärger.

Außerdem solidarisierte man sich mit den Ultras von St. Etienne, die bekanntlich vor kurzem fast verboten wurden.

Während für Rapid Wien nun die längste Europacup-Tour überhaupt (6 Spiele Europa League + 10 Spiele in der Conference League) endete, wartet im Halbfinale auf Djurgården der Chelsea FC aus London. Das Hinspiel steigt am 1.5. in Stockholm, das Rückspiel am 8. Mai. Parallel treten gegeneinander Betis Sevilla und Fiorentina an. Die Gewinner der Halbfinalpartien treffen dann am 28.05. im polnischen Wroclaw aufeinander.

(Faszination Fankurve, 18.04.2025)

 

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