Nach der Niederlage im Hinspiel der Europacup-Playoffs rechneten wohl nur noch die wenigsten mit einem positiven Ausgang im Rückspiel. Doch die Grün-Weißen gaben sich nicht auf. Begleitet war dieser Sieg von allerlei Fan-Aktionen. (Faszination Fankurve, 02.06.2025)

Die 1:3-Niederlage im Hinspiel (29.05.) sorgte dafür, dass Rapid Wien gestern im Rückspiel ordentlich abliefern musste, um noch eine realistische Chance auf den heiß begehrten Europacup-Startplatz zu haben. Da die sportliche Leistung am vergangenen Donnerstag jedoch hinter den eigenen Ansprüchen zurückblieb, war die Erwartungshaltung bei vielen Rapid-Fans stark getrübt.

18.125 Zuschauer waren im Weststadion live dabei – darunter auch mehrere hundert Gästefans, einschließlich der Landstrassler, die bekanntlich derzeit aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung die Heimspiele boykottieren.
Trotzdem wurde heute durch ein Banner mit der Aufschrift „Lügen haben kurze Beine“ samt Abbild des LASK-Generalsekretärs, der in den letzten Tagen per Rundschreiben die Fanszene beschimpft und andere Fanklubs dazu aufgefordert hatte, „eine neue Fankultur zu bilden“, deutlich Stellung bezogen.

Rapid-Fans solidarisierten sich bereits im Hinspiel durch ein Spruchband mit der aktiven LASK-Szene, was ebenfalls zu harscher Kritik durch die Linzer Vereinsführung führte.

Während der Block West zu Spielbeginn lediglich das übliche Tifo-Material präsentierte, kamen im Gästeblock zusätzlich Rauchdosen und Bengalen zum Einsatz.

Auf dem Rasen zeigten die Grün-Weißen eine beeindruckende Leistung. Publikumsliebling Guido Burgstaller, der heute vor seinem Karriereende sein letztes Pflichtspiel für Rapid absolvierte, erzielte Mitte der ersten Halbzeit den Führungstreffer. Lange Zeit tat sich nichts, ehe Matthias Seidl in der 81. Minute das 2:0 schoss. Noch immer zu wenig – Rapid drückte weiter auf das Gästetor und traf in der 90.+5 Minute zum 3:0. Die Vorlage dafür lieferte Burgstaller mit der letzten Flanke seiner Karriere. Somit spielt Rapid nach dieser wilden Spielzeit in der kommenden Saison erneut international. Mannschaft und Fans feierten den Erfolg nach dem Schlusspfiff ausgiebig.

Die Conference-League-Playoffs in der österreichischen Bundesliga wurden mit der Ligareform zur Saison 2018/19 eingeführt. Seitdem wird nach Abschluss der Meister- und Qualifikationsgruppen ein zusätzliches Playoff ausgetragen, um einen weiteren Startplatz für den internationalen Wettbewerb zu vergeben. Ursprünglich diente dieses Playoff der Ermittlung eines Teilnehmers für die UEFA Europa League.
Mit der Einführung der UEFA Europa Conference League ab der Saison 2021/22 wurde das Playoff entsprechend angepasst. Seither spielt der Sieger dieses Playoffs in der Qualifikation zur Conference League. Der genaue Modus sieht vor, dass regulär der Qualifikationsgruppen-Erste in einem Spiel gegen den Qualifikationsgruppen-Zweiten spielt. Der Sieger dieser Begegnung spielt gegen den Meistergruppen-Fünften in Hin- und Rückspiel um die Teilnahme an der Conference-League-Qualifikation. Allerdings kann sich dies ja nach Anzahl der Europapokal-Startplätze (derzeit insgesamt fünf) sowie dem ÖFB-Cup Sieger verändern. Wenn der ÖFB-Cup-Sieger nicht über die Meisterschaft qualifiziert wäre, wie es dieses Jahr beim Finalisten TSV Hartberg der Fall gewesen wäre, würde der Qualifikationsgruppen-Erste in einem Spiel gegen den Meistergruppen-Fünften spielen. Der Sieger dieser Begegnung spielte gegen den Meistergruppen-Vierten in Hin- und Rückspiel um die Teilnahme an der Conference-League-Qualifikation.
(Faszination Fankurve, 02.06.2025)
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