Die Begegnung zwischen dem irischen Rekordmeister Shamrock Rovers und dem ältesten Dubliner Verein, dem Bohemian Football Club – der als einziger Verein seit der Gründung der League of Ireland in der Saison 1921/22 ununterbrochen in der höchsten Spielklasse vertreten ist – gilt als das „Dubliner Derby“ und stellt die bedeutendste Partie im irischen Fußball dar. Am vergangenen Wochenende trafen beide Vereine kurz vor dem Saisonende erneut aufeinander. Obwohl im Kampf um die Meisterschaft bereits etwas die Luft raus war, gab es vor ausverkaufter Kulisse auf den Rängen wieder einiges zu sehen, da beide Clubs über aktive Stimmungsblöcke verfügen..jpeg)
Der Rekordmeister und Tabellenführer Shamrock Rovers FC empfing am Freitag den Zweitplatzierten und Stadtrivalen Bohemian FC, mit dem man aktuell das wichtigste Stadtderby der irischen Hauptstadt austrägt. Neben diesen beiden Vereinen gibt es mit Shelbourne FC und St. Patrick’s Athletic FC noch zwei weitere Erstligisten aus Dublin.
Vor dem Derby standen insgesamt noch fünf Spieltage an, da die irische Liga nach Kalenderjahr gespielt wird und die Saison somit in wenigen Wochen bereits endet. Die Shamrock Rovers hatten zu diesem Zeitpunkt einen komfortablen Vorsprung von zehn Punkten auf den Stadtrivalen.
Teile der Heimszene zogen am Spieltag, teils vermummt, etwa 30 Minuten vor Anpfiff zum Stadion und zündeten Pyrotechnik. Dabei wurde ein mutmaßlicher Zünder direkt von einem einzelnen Fahrradpolizisten zu Boden gebracht.
Mit 9.522 Zuschauern war die Heimspielstätte der Shamrock Rovers restlos ausverkauft. Darunter befanden sich rund 1.000 Gästefans im eigens eingerichteten Gästeblock, der mit Zäunen und einem Pufferblock abgetrennt war.
Die SRFC Ultras 2001 eröffneten die Partie mit einer großen Choreografie, die sich über die gesamte Hintertortribüne erstreckte.
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Auch die 2006 gegründeten Notorious Boo Boys auf Gästeseite starteten mit einer Choreografie ins Spiel. Auf einem Spruchband stand: „PROUDLY STAND BEHIND OUR BANNER – FIRMLY STAND BESIDE OUR MEN“. Dazu zündeten sie mehrere Fackeln, die größtenteils im Innenraum entsorgt wurden. Vereinzelt kamen auch Böller zum Einsatz.
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Nach nur zwölf Minuten gingen die Gastgeber erstmals in Führung. Im Stimmungsblock sah man regelmäßig zwei bis drei Schwenkfahnen sowie gelegentlich Doppelhalter. Neben den SRFC Ultras befand sich ein weiterer kleiner Stimmungsblock im oberen Teil der Tribüne, der vermutlich der Gruppe Fanatics zuzuordnen ist. Erwähnenswert war zudem ein Spruchband für Terence Wheelock, der vor 20 Jahren im Alter von 20 Jahren unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen nach seiner Verhaftung ins Koma fiel und später starb.
Trotz der positiven Spielentwicklung gab es in der zweiten Hälfte viele Ruhephasen oder nur geringe Beteiligung. Der Sieg wurde jedoch anschließend fanatisch gefeiert.
Der Bohemian FC konnte kurz vor der Halbzeitpause ausgleichen, was die Gästefans zum Toben brachte. Dabei zündeten sie ähnlich viel Pyrotechnik wie zu Spielbeginn.
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Zu Wiederanpfiff zeigte die Heimseite eine weitere Pyroshow – passend zum 1:0 und zum kurz darauf folgenden 2:1-Führungstreffer, der auch den Endstand dieses Derbys darstellte. Trainer Stephen Bradley – seit 2014 zunächst Co-Trainer und ab 2016 Cheftrainer – wurde von der Kurve euphorisch gefeiert und kam später sogar noch einmal alleine vor die Fans.
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Der Support der Gästefans lässt sich als „klassisch spielbezogen“ beschreiben. Gelegentlich wurde eine Trommel eingesetzt, ansonsten gab es auch hier viele Ruhephasen. Auffällig war, dass es im gesamten Stadion weder Fangnetze noch Zäune gibt – Zustände, wie man sie bei einem Derby nur selten sieht. Vor dem Gästeblock stellten sich deshalb mehrere Ordner auf und hielten ein Plastiknetz hoch, um die Fans zurückzuhalten. Beim Torjubel funktionierte das jedoch nicht wirklich, sodass viele Gästefans auf der kleinen Mauer direkt am Spielfeldrand standen.
Erwähnenswert ist außerdem, dass kein VAR zum Einsatz kam, was der Stimmung zugutekam und für einige hitzige Momente sorgte.
(Faszination Fankurve, 01.10.2025)
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