Nachdem wir bereits einen Bericht zum Duell zwischen Mainz 05 und Zrinjski Mostar veröffentlicht hatten, folgen in diesem Artikel weitere Details zum Spieltag. So erschütterte viele Gästefans wenige Stunden vor Anpfiff die Nachricht, dass ein Mitglied der Szene tot in einer Wohnung in Mainz aufgefunden wurde. Außerdem blicken wir auf jeweils ein Spruchband der Heim- sowie der Gästeseite, deren Inhalte wir erläutern. Weit nach Abpfiff wurden zudem einige Fans aus Mostar auf ihrem Heimweg von einer Gruppe überrascht, die prompt zum Angriff überging.
Wie Faszination Fankurve berichtete, trafen am vergangenen Donnerstag im Stadion am Europakreisel der 1. FSV Mainz 05 und Zrinjski Mostar im Rahmen der Ligaphase der Conference League aufeinander. Vor allem für die Gästefans war dieses Spiel ein absolutes Highlight und zugleich ein historischer Tag.
Doch bei aller Euphorie und Freude erreichte die Anhängerschaft von Zrinjski wenige Stunden vor dem Anpfiff eine traurige Nachricht: Ein Mitglied der Szene wurde am Spieltag in seiner Unterkunft in Mainz tot aufgefunden. Die Ultras Mostar informierten hierzu über ihre Internetpräsenz. Im Stadion gedachte man ihm später mit einer Schweigeminute und Gesängen.
Während der ersten Halbzeit zeigten die Gästefans zudem ein zweiteiliges Spruchband zu Ehren dieser bedeutenden Rückkehr auf internationaler Bühne, das zugleich die Verbundenheit mit der Region und der kroatischen Identität ausdrücken sollte. „Ich werde wieder am Rondou sein, Zrinjski meine alte Bande schauen, aus der kalten Neretva trinken, denn mein Herz ist in Mostar…“, war darauf zu lesen – eine abgewandelte Version einer Liedpassage des kroatischen Sängers Milo Hrvić. Mit „Rondou“ ist ein historischer Platz im kroatischen Teil Mostars gemeint, die Neretva ist der Fluss, der die Stadt teilt. Der Klub war aufgrund seiner rein kroatischen Identität zwischen 1945 und 1992 verboten und befindet sich in den letzten Jahren sportlich auf einem Höhepunkt, insbesondere in Bezug auf internationale Wettbewerbe.
Die Heimseite zeigte ihrerseits ein Spruchband zur Huldigung der Partisanen im Zweiten Weltkrieg sowie gegen die Ustascha, eine ebenfalls im Zweiten Weltkrieg aktive Organisation, die stark faschistisch geprägt war und zahlreiche Verbrechen beging. „Zerstört die Ustascha, es leben die Partisanen.“, stand auf der Tapete übersetzt geschrieben.
Weit nach Abpfiff wurde es für einige Gästefans erneut brenzlig: Eine knapp dreistellige Zahl von Anhängern des HŠK Zrinjski Mostar fuhr mit einer S-Bahn in Richtung Frankfurter Hauptbahnhof und wurde kurz vor 2:00 Uhr nachts an der Haltestelle Niederrad von einer großen Gruppe überrascht, die die in der Bahn befindlichen Fans angriff. Noch bevor die Polizei eintraf, beruhigte sich die Situation wieder. Die S-Bahn fuhr anschließend weiter in Richtung Frankfurter Hauptbahnhof, wo rund 60 bis 70 Mitglieder der Ultras Zrinjski Mostar noch ein Gruppenfoto machten, bevor es unter Polizeibegleitung weiter zu den Unterkünften ging.
Ausführliche Spielberichte zu den internationalen Auftritten des 1. FSV Mainz 05 sowie der anderen deutschen Teams findet ihr in einer der kommenden 45 Grad-Ausgaben.
(Faszination Fankurve, 29.10.2025)
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