Am vergangenen Samstag, dem 01.11.2025, spielte Hertha BSC gegen die SG Dynamo Dresden. Erstmalig fand ein Doppelspieltag in Berlin statt, da am selben Tag auch der 1. FC Union Berlin den SC Freiburg empfing. Die Berichterstattung im Vorfeld war bereits reißerisch und tendenziös. Die Fanhilfe Hertha BSC blickt auf den vergangenen Spieltag zurück und kritisiert den Polizeieinsatz im Rahmen des Heimspiels der Hertha deutlich.

Am 01.11.2025 spielte Hertha BSC gegen die SG Dynamo Dresden. Bereits im Vorfeld dieser Begegnung fiel die reißerische Berichtserstattung ins Auge. Die Gäste kündigten an, in größtmöglicher Zahl in Berlin aufzuschlagen. Es wurden auf Dresdner Seite weitere Karten für die Gäste gefordert. Mittels Spruchbands folgte beim Spiel in Darmstadt die Reaktion auf die fehlende Gästekontingenterhöhung: „Keine Karte? Kein Problem. 30.000 – ihr werdet sehen! 01.11.25 – alle nach Berlin“. Zudem wurde auf dem Vereinsgelände von Hertha ein Graffiti mit folgenden Worten übersprüht: „Hertha, du alte Hure: Rück mehr Karten raus, sonst fallen wir mit der Tür ins Haus! Dynamo kommt“. Gleicher Text war auf einem Spruchband beim Gastspiel von Dynamo in Münster zu lesen.
Die Berliner Polizei beschwor zusätzlich noch Horrorszenarien herauf, u.a. auch, da taggleich in Berlin das Erstligaspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem SC Freiburg ausgetragen wurde.

Durch die reißerische Berichterstattung und den heraufbeschworenen Horrorszenarien der Berliner Polizei fühlte sich selbst die Vereinspressesprecherin von Hertha BSC auf der Spieltags Pressekonferenz veranlasst, mit deutlichen Worten aufzufordern, Spekulationen zu vermeiden.
Laut der Fanhilfe Hertha BSC hat sich die Polizeiführung an die eindringliche Bitte nicht gehalten, wie man in mittels Stellungnahme nun aufarbeitete. Die Fanhilfe kritisiert den Polizeieinsatz deutlich: „Ein nie dagewesenes Aufgebot samt Wasserwerfern und Vereinzelungsgittern wurde am Gästeeingang aufgefahren. Auch die Heimfanszene wurde ohne erkennbaren Grund und entgegen jeder Absprache zwischen Verein und Ordnungskräften beim Betreten des Stadions von den Einsatzkräften provoziert und bedrängt. Nur durch das Einschreiten der Fanbetreuung ließen sich die Einsatzkräfte letztlich stoppen.“

„Doch für die im Vorfeld hochgelobte und überall ausgerufene Sektorentrennung im Stadion waren dann offensichtlich keine Kapazitäten mehr vorhanden, da ein völlig falsches Einsatzkonzept gefahren wurde. Gängelungen und Provokationen waren Priorität für die Polizei. Mit Blick auf die aktuelle Sicherheitsdebatte kommen manche Bilder den Sicherheitsfanatikern gut zupass. Beachtlich sind in diesem Zusammenhang Aussagen einzelner Einsatzkräfte wie „im Stadion greifen wir nicht ein, lass die heute machen”. Damit steht der Vorwurf der gezielten Tatprovokation durch die Polizei im Raum.“ so die Fanhilfe Hertha BSC weiter.
Im Vorfeld des Spiels kam es im Nahbereich des Gästebereichs im Oberring fast zu einer Auseinandersetzung. Herthaner und Dresdner liefen dort aufeinander zu, wurden jedoch von der einschreitenden Polizei getrennt.

Die Fanhilfe Hertha BSC ordnet die Reaktion der Polizei im Nachgang dessen ein: „Um die eigenen Fehltritte zu kaschieren und um Reaktionen zu provozieren, marschierten zusätzlich noch behelmte Einheiten auf der Tartanbahn vor der Kurve auf. Ebenso wurden Einheiten mit Hunden in der Halbzeitpause in den Umlauf über der Kurve positioniert. Beides eine bislang einmalige Aktion ohne Sinn und Verstand.“.
Für die Fanhilfe stehen viele Fragen im Raum, die die Berliner Polizei beantworten muss: „Es wird zu klären sein, warum sich die Einsatzleitung von einer aufgehetzten Berichterstattung hat treiben lassen und erneut einen Großeinsatz völlig fehlerhaft plante. Warum waren martialische Bilder am Gästeeingang wichtiger als eine konsequente Sektorentrennung? Und wie werden sich bei der Berliner Polizei die oben zitierten Aussagen der eigenen Einsatzkräfte erklärt? Waren sogenannte Tatprovokateure der Polizei im Einsatz, wie es nachweislich schon in der Vergangenheit im Olympiastadion der Fall war?“.
70.914 Menschen waren ins Olympiastadion gekommen, darunter über 25.000 Fans der Sachsen. Zu Spielbeginn sah man in der Ostkurve eine optische Aktion samt Raucheinlage.

Die Gästefans bekamen heute Besuch von 17x Motor Lublin, die man am Folgetag bei ihrem Spiel in Poznan auch mit 38 Leuten unterstützte. Auf dem Rasen siegte die Alte Dame mit 2:0 gegenüber der Mannschaft aus Sachsen.

Einen ausführliche Spielbericht zu dieser Partie findet ihr in einer der kommenden 45 Grad-Ausgaben.
(Faszination Fankurve, 04.11.2025)
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