Das Aufeinandertreffen zwischen Basel und dem FC Zürich gilt zweifelsfrei als eines der interessantesten Duelle in der europäischen Fanwelt. Während bei anderen brisanten Spielen oder Derbys meist die erhitzten Emotionen begeistern, überzeugen bei diesem Duell die Kurven vor allem mit interessanten optischen Aktionen und beeindruckenden akustischen Auftritten. So auch Ende Oktober 2025, als Basel und Zürich im Basler St. Jakob-Park aufeinandertrafen und selbst an einem Werktag erneut beide Kurven ihre Stärken demonstrierten.
Am 29. Oktober 2025, also an einem Mittwochabend, trafen im St. Jakob-Park die Fußballclubs aus Basel und Zürich aufeinander. Für Schweizer Verhältnisse strömten abermals viele Menschen ins Stadion. 27.073 waren es offiziell, darunter auch um die 2.000 Gästefans.
Die sportlichen Voraussetzungen waren vorab unterschiedlich: Während der FCZ nach drei Niederlagen in Folge in den Tabellenkeller gerutscht war, stand der amtierende Schweizer Meister aus Basel auf dem zweiten Tabellenplatz. Doch egal, wie es sportlich um die Vereine steht: Die Basler Muttenzerkurve und die Zürcher Südkurve verleihen diesem Duell stets eine magische Note. So auch an diesem Mittwochabend.
Aus Zürich reiste die Mehrheit der Fans in zwei Sonderzügen ins Dreiländereck und teilte sich im Gästeblock auf beide Ränge auf: Die Gruppen Boys, Vecchia Brigata, Outcast Society, Locoz und Kreis 43 standen unter anderem im Oberrang, während sich unten die Gruppen Reservoir Dogs und Paradox positionierten.
Weit vor Spielbeginn haben beide Kurven in ihrer jeweils unverwechselbaren Art die Lieder zum Besten gegeben.
Als Intro fungierte bei den Gästefans eine Blockfahne mit einer abgeänderten Form des Vereinslogos, die über die Blockbegrenzungen hinausragte und dadurch ein wildes Bild erzeugte. Dazu sah man im Oberrang 25 weiße Fackeln als Rahmen sowie viele Schals, die gen Abendhimmel gestreckt wurden.
In der Muttenzerkurve wirkte es lange so, als ob keine optische Aktion geplant sei. Doch als auf einmal eine Leuchtspur emporzischte, erzeugten wenige Sekunden später rote Fackeln einen FCB-Schriftzug über beide Ränge der Kurve.

Auch danach überzeugte die Muttenzerkurve, bedingt auch durch den frühen Führungstreffer.
Ernüchternd ist allerdings die Tatsache, dass der linke Flügel hinter der „Joggeli Für Immer“-Fahne, wo sich die sportliche Fraktion der Basler wie gewohnt formierte, wenig bis gar nicht an den Gesängen partizipierte.
Stattdessen gab es hier eine Stichelei gegen die schlagkräftigen Jungs der Zürcher um Zürichs Kranke Horde in Form eines Spruchbandes: „Influencer Hools Züri Alles Oke? Scho lang kei Tiktok Post meh gseh.“ ZKH ist keine reine Hoolgruppe des FCZ, sondern vereint unterschiedliche Leute aus Zürich.
Im Gästeblock ließ man sich nicht vom frühen Gegentreffer beirren. So lieferte man dennoch eine starke akustische Leistung ab. Abgerundet wurde das Ganze vom breit aufgestellten Tifo-Material sowie vielen vereinzelten Fackeln, die über das Spiel hinweg gezündet wurden. Generell vernahm man bei den Zürchern wieder viel Bewegung. Beide Blöcke wirkten sehr lebendig und hatten sichtlich Freude. Bemerkenswert war, dass die Südkurve Zürich insgesamt der Heimkurve in nichts nachstand, enorm viel Power hatte und eine sehr krasse Ausstrahlung versprühte.
Daran änderte sich auch in Halbzeit zwei nichts. Beide Kurven arbeiteten weiter auf Hochtouren, immer wieder brannte es, und auch nach dem 2:0 für Basel wurde es im Gästeblock nicht leiser. Stattdessen zog man das Lied auf „Without Me“ von Eminem über gut 15 Minuten auf bemerkenswerte Art und Weise durch.
Am Ende siegten die Hausherren mit 2:0. Aus Fansicht war dieses Duell mal wieder ein Augen- und Ohrenschmaus – vor allem für den neutralen Beobachter. So war es fast schon etwas schade, dass der Schiri das Treffen der beiden Schwergewichte nach einer großzügigen Nachspielzeit dann doch irgendwann abpfiff.
(Faszination Fankurve, 05.11.2025)
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