„Innerhalb der nächsten Jahre könnte hier einiges wachsen“

Faszination Fankurve 18.07.2007 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Nach Jahren in der zweiten Bundesliga ist Ahlen ein wenig in der Versenkung der Regionalliga verschwunden. K.B. von den Fanatics Ahlen erklärt im Sommerpausen-Interview bei Stadionwelt, weshalb das der Fanszene keineswegs schadet.

Stadionwelt: Erzähl ein bisschen was über die Szene in Ahlen.
B.: In der letzten Zeit hat sich in Ahlen einiges entwickelt. Jahrelang hatte der Club nur ältere Fans, die sich ausschließlich auf den Support konzentrierten. Mittlerweile gibt es eine ziemlich junge Szene, die sich mehr und mehr Richtung Ultra orientiert und immer größeren Zuwachs von Jugendlichen aus dem Umkreis bekommt. Was auch sehr gut voran geht, da es für viele Jugendliche jetzt mehr ist als nur am Wochenende hinzugehen. Der Harte Kern sieht sich so gut wie täglich.

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Heimspiel gegen Preußen Münster.
Bild: K.B.

Stadionwelt: Was heißt jung und über wie viele Leute reden wir?
B.: Die Ältesten sind vielleicht 24 Jahre alt. Der harte Kern der Gruppe beläuft sich schätzungsweise auf um die 40 Personen. Bei einem Knallerspiel, beispielsweise gegen Münster, ist der Block dann dementsprechend größer.

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Stadionwelt: Stammen die Leute aus Ahlen selber?
B.: Nicht nur. Das Einzugsgebiet ist viel größer geworden. Viele sind aus Hamm oder Neubeckum und kommen, wie gesagt, auch unter der Woche nach Ahlen. Innerhalb der nächsten Jahre könnte hier einiges wachsen.

Stadionwelt: Über die Jahre war Ahlen ein Pflaster, das bei Auswärtsfans verhasst war, weil es häufig zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. Erinnert sei zum Beispiel an Partien mit der Beteiligung von Frankfurt oder Düsseldorf. Jetzt habt Ihr selber auch einige Probleme, oder?
B.: Das ist richtig. Mit der Veränderung der Fanszene hat sich offenbar auch die Polizei ein bisschen gewandelt. Obwohl es keinerlei nennenswerten Anlass gab, werden plötzlich Leute auf der Arbeit angerufen und gefragt wie sie zu einem Auswärtsspiel anreisen und wer noch mitkommt. Absoluter Höhepunkt war, dass die Polizei die Eltern zweier Siebzehnjähriger kontaktierte und ihnen nahe legte, die Kinder vom Fußballumfeld fernzuhalten..

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Heimspiel gegen Preußen Münster.<br />
<p><strong>Stadionwelt:</strong> Wie kommt das?<br /><strong>B.:</strong> Das weiß keiner ganz genau. Vermutlich hat es mit der Entwicklung der Fanszene zu tun. Man sollte aber gleich dazu sagen, dass in der letzten Saison nichts außergewöhnlich Schlimmes geschehen ist. Es gab ein paar Pyroaktionen gegen Osnabrück oder Münster, letztendlich war das alles aber nur normaler Fan-Alltag. Früher konnten wir bei Heimspielen machen, was wir wollten. Keiner hat Transpis, Spruchbänder oder die Länge von Fahnen kontrolliert.</p>
<p class=Auswärts in Osnabrück.
Bild: K.B.

Stadionwelt: Ist das Verhältnis zum Verein nach dem Abgang von Tom Grammatke als Fanbetreuer nachhaltig gestört?
B.: Einfach war der Abgang nicht, weil Tom Ansprechpartner für jedermann war. Sein Nachfolger ist etwas älter und war in einigen Dingen vielleicht etwas zu weit weg. Jetzt wurden ihm aber zwei Leute aus der Szene an die Seite gestellt, die akzeptiert und gewollt sind.

Stadionwelt: War Ahlen beim Fan-Kongress in Ahlen vertreten?
B.: Ja, unser Fanbetreuer und zwei Vertreter der Szene sind nach Leipzig gefahren. Ich hoffe, dass bei den Ankündigungen was herauskommt, stehe dem ganzen ehrlich gesagt aber etwas skeptisch gegenüber. In der Vergangenheit gab es auch schon Gespräche und dergleichen – rumgekommen ist dabei meist nichts.

Stadionwelt: Bisher habt Ihr Euch nicht bei einschlägigen Faninitiativen engagiert. Wird sich das dauerhaft ändern?
B.: Ja, wir wollen uns zukünftig bei Pro Fans einbringen. (Stadionwelt, 18.7.2007)

Heimspiel gegen Preußen Münster.<br />Bild: K.B.”><figcaption>Heimspiel gegen Preußen Münster.<br />Bild: K.B.</figcaption></figure>
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