Vergangenes Wochenende wurde die Weihnachtsfeier der Diablos Leutzsch von etwa 30 bis 40 vermummten Personen überfallen. Unter anderem wurden Waffen eingesetzt. Stadionwelt sprach mit Matthias Gärtner (Bunte Kurve), der ebenfalls vor Ort war.
Stadionwelt: Kannst Du etwas zu dem Abend an sich erzählen?
Gärtner: Bei der Weihnachtsfeier der Diablos in der Sachsenstube direkt am Stadion in Leutzsch waren zum Zeitpunkt des Überfalls etwa 50 Personen. Das beinhaltete auch befreundete Personen, Gruppen und Faninitiativen. Unter anderem war auch eine Jugendmannschaft von Sachsen Leipzig da. Etwa gegen 22.30 Uhr flogen draußen die ersten Leuchtraketen und Scheiben sind zerbrochen. Ein Mob von etwa 30 bis 40 vermummten Leuten ist die Treppe hinaufgestürmt und hat wahllos Anwesende angegriffen.
Stadionwelt: Die Angreifer waren bewaffnet, oder?
Gärtner: Ja. Sie hatten Baseballschläger und Pistolen, vermutlich Gas- oder Schreckschusspistolen dabei. Außerdem müssen totschlägerähnliche Gegenstände eingesetzt worden sein. Mit dem Arm kann eine Tischplatte nicht durchschlagen werden. Zudem wurde eine Rauchbombe gezündet. Kurzzeitig hat es im Tresenbereich gebrannt. Zum Glück konnte der Brand recht schnell gelöscht werden. Die Angreifer haben in Kauf genommen, dass es zu schwersten Verletzungen und mehr kommen konnte. Das ganze Ausmaß der Zerstörung wurde uns aber erst am Tag danach bewusst. An der Außenfassade waren die Einschläge von Leuchtraketen sichtbar. Wenn diese bis ins Innere der Sachsenstube vorgedrungen wären, wäre die Panik sicherlich noch größer gewesen.
Stadionwelt: Wie lange dauerte der Angriff?
Gärtner: Maximal fünf bis sieben Minuten. Alles lief in zwei Wellen ab.
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Bild: HFC-FANATICS
Stadionwelt: Würdest Du sagen, dass es sich um Personen aus dem Umfeld des Lokalrivalen Lok Leipzig gehandelt hat.
Gärtner: Alle Indizien weisen darauf hin. Bis 22.20 Uhr waren ja auch einige Einsatzwagen der Polizei bei der Sachsenstube, weil es Hinweise gegeben hatte, dass sich Lok-Anhänger an einer S-Bahn-Station Richtung Leutzsch sammeln würden. Das Präsidium von Lok hatte Infos an die Polizei weitergegeben.
Stadionwelt: Also war es keine spontane Attacke…
Gärtner: So wie es aussieht, haben die Leute konkret gewartet bis die Polizei abgezogen war.
Stadionwelt: Spielen verschiedene politische Positionen auch eine Rolle?
Gärtner: Ob das tatsächlich eine Rolle spielt, mag ich nicht beurteilen. Die Motivation in diesem speziellen Fall war sicherlich die Ausübung der puren Gewalt.


