„Support auf Ultrá Basis kommt allerdings nur von uns!“

Faszination Fankurve 18.11.2010 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Das Ruhrgebiet ist nicht nur als europäische Kulturhauptstadt mit kulturellen Highlights gespickt. Nirgendwo in Deutschland sind so viele Traditionsvereine zuhause. Stadionwelt sprach mit der Chaos Brigade Herne, die auch fern der erfolgreichen Tage, treu hinter Westfalia Herne steht.
 
Stadionwelt: Westfalia Herne ist für viele ältere Fans durchaus ein Begriff, wurde der Verein doch in den 50ern Westdeutscher Meister und spielte auch über Jahre in der Regionalliga oder sogar in der zweiten Liga Nord. Wie habt ihr zu diesem gefunden steht es heute um den Verein?
CBH: Es ist ehrlich gesagt schwer einzuschätzen, wie es um den Verein steht. Es gehen immer wieder Gerüchte ins Land das der Verein Insolvenz ist, allerdings wurde dies immer abgewendet. Sportlich spielt der Verein in der NRW-Liga einen durchschnittlichen Fußball. Wir als „Jugendbewegung“ sind durch einen spontanen Besuch, mit einer damals 30 Mann starken Gruppe, bei dem Verein gelandet. Ein Kern von vier bis fünf Leuten ist dann weiterhin zu den Spielen gefahren. Mit der Zeit entwickelten wir uns dann zu einer im Gruppe mit im Schnitt 20 Mitgliedern.
 

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Die Chaos Brigade Herne auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Siegen
Alle Bilder: Chaos Brigade Herne

Stadionwelt: Eure Heimspielstätte ist für Nostalgiker und Anhänger des alten Fußballs ein Traum. Das Stadion am Schloss Stünkrede wurde 1910 gebaut und bietet mehr als 32.000 Zuschauern Platz, wobei lediglich 2.000 Sitzplätze darunter zu finden sind. Seid Ihr stolz auf Euer Stadion und wo befindet sich Euer Standort?
CBH: Ja natürlich sind wir stolz auf dieses Stadion voller Tradition. Beim Betreten dieses Stadions geht uns allen das Herz auf und es kommt ein Gefühl von „Zuhause“ hoch.
Unser Standpunkt war anfangs bei den Kultfans in Block B, allerdings haben wir uns nun in Block A einen Namen gemacht. Wir stehen nun direkt am Spielfeldrand. Dort gelingt es uns besser an die Mannschaft heranzukommen.
 
Stadionwelt: Vor kurzem wurde der Stadionname verlost und Ihr standet der Idee etwas kritisch gegenüber, aber habt gleichzeitig erkannt, dass die Aktion Westfalia finanziell weiter nach vorne bringt. Hätte die Chaos Brigade Herne sich letztendlich, als der Stadionname doch nicht verlost wurde, sondern einer Firma überschrieben gewünscht, dass es ein regional ansässiges Unternehmen geworden wäre bzw. geht mit dem neuen Namen nicht ein Stück Identität verloren?
CBH: Es ist klar, dass der Name unseres Stadions sehr bekannt ist und viel mitgemacht hat. Wir hätten nichts lieber als den Namen zurück, allerdings wird dem Verein durch den Verkauf des Stadionnamens geholfen. Da wir diese Entscheidung nicht abwenden konnten. Wir hatten uns erhofft, dass es dann wenigstens ein Unternehmen aus dem Ruhrgebiet ist. Der Name des Stadions ist nun TREL RuhrpottArena. Die Firma Trel ist ein Unternehmen aus Herne somit akzeptabel. Trotz des neuen Namens wird sich für uns nicht viel ändern.
Für immer und ewig Stadion am Schloss!
 
Stadionwelt: Erzählt uns doch bitte ein bisschen mehr über die Fanszene von Westfalia Herne. Gibt es neben Euch noch weitere relevante Gruppen im Stadion und wie ist die aktuelle Situation in der Fanszene, da die erfolgreichsten Zeiten schon etwas zurückliegen?
CBH: Neben der uns, der CBH, gibt es noch den Herner Supporters Club und die Promillejäger. Sie stehen alle hinter dem Verein egal was auch passiert. Durchgehender Support auf Ultrá Basis kommt allerdings nur von uns.
 

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Support der Herner beim Derby in Erkenschwick

Stadionwelt: Für Außenstehende ist Westfalia Herne nur ein kleiner Verein im Ruhrgebiet. Für die Bewohner des Ruhrgebiets ist Westfalia immer noch ein Begriff. Wie sehr wirkt sich die direkte Nachbarschaft zu Borussia Dortmund, FC Schalke 04 und den VfL Bochum auf die Zuschauer im Stadion am Schloss aus?
CBH: Das ist wohl unser größtes Problem. Es ist schwer neue Mitglieder zu werben, da diese lieber in die großen Gruppen des VFL, BVB oder des S04 gehen.
Es hat aber auch einen Vorteil. Alle Mitglieder bei uns stehen voll hinter dem Verein und lieben nur den SCW. Es gibt keinen der parallel zu den großen fährt.
 
Stadionwelt: Gibt es denn Berührungspunkte von Euch zu den Szenen der größeren Nachbarn?
CBH: Es gibt keine großen Probleme hier in Herne. Es gibt ab und an mal kleine Reiberein mit Schalkern die es nicht akzeptieren in Herne nicht mehr die Mehrheit zu sein. Allerdings gehen diese aufeinander Treffen meistens ohne irgendwelche Probleme zu Ende.
 
Stadionwelt: Wie würdet Ihr Westfalia Herne und die eigene Fanszene charakterisieren, um unschlüssige Zuschauer zu überzeugen, doch öfters mal einen Abstecher ans Schloss Stünkrede zu machen?
CBH: Klarer Vorteil Fan vom SCW zu sein und nicht von den Großen ists dass sich bei uns in der Fanszene wirklich alle kennen und einfach ein richtig guter Zusammenhalt herrscht.
 
Stadionwelt: Ein weiterer Nachbar aus der direkten Umgebung ist Rot-Weiss Essen. Nach etlichen Jahren gab es wieder ein Aufeinandertreffen zwischen den beiden Mannschaften. Der Supportersclub Herne machte für das Spiel Werbung, dass es kein Spiel wie jedes andere sei. Wie steht die Chaos Brigade Herne dem Spiel gegenüber, ist es auch für Euch das Derby oder seht ihr im Duell gegen Erkenschiwck mehr Brisanz?
CBH: Das Spiel gegen Essen war natürlich das Highlight der Saison, auch mit einigen verbalen Auseinandersetzungen. Jedoch ist das Derby gegen die Spielvereinigung aus Erkenschwick ein jahrelanges Hass-Derby und das wird es auch immer bleiben.
 

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Die Chaos Brigade Herne auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Siegen<br />
<p class=Auch abseits des Platzes steht die CBH voll hinter Westfalia

Stadionwelt: Auf Eurer Internetseite schreibt Ihr, dass die Chaos Brigade Herne lediglich eine Freundschaft mit der Szene Remscheid pflegt. Wie kam es dazu und wie sieht diese aus?
CBH: Diese Freundschaft entstand tatsächlich durch einen Besuch beim S04 wo sich jeweils zwei Mitglieder jeder Gruppe kennengelernt haben. Tage nach dem Kennenlernen kam raus, dass beide eigentlich einen anderen Verein haben zu dem sie stehen. Es folgte ein Besuch von zwei Hernern beim FCR und es hat einfach gepasst. Beide Gruppen ergänzen sich einfach perfekt.
 
Stadionwelt: Eure Historie begann erst 2006, doch es gibt bestimmt schon einige Meilensteine, die ihr erringen konntet, oder? Und was sind Eure Ziele in der nahen Zukunft?
CBH: Die CBH ist eine Gruppe, die im Ruhrgebiet nicht zu den bekanntesten gehörte, doch das änderte sich in den letzen 1-2 Jahren wir sind praktisch Ruhrgebiets weit bekannt und mehr oder weniger akzeptiert. Wir bekommen viele Rückmeldungen, dass es gut gefunden wird, dass wir zu unserem Heimatverein stehen und dies auch voll durchziehen. Unser Ziel in der Zukunft ist es, unsere Mitgliederanzahl qualitativ zu vermehren und uns weiter etablieren. (Stadionwelt, 18.11.2010)

Weitere Informationen:
Informationen zur Fanszene

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