Der diesjährige Julius-Hirsch-Preis geht an den Fanladen St. Pauli für deren „Kein Fußball den Faschisten“ Spieltagsmotto beim Heimspiel gegen RB Leipzig. Auf dem zweiten Platz landete der Verein „Fußballfans gegen Homophobie“ mit dem eigenen Banner, das bisher in über 150 Stadien gezeigt wurde. (Faszination Fankurve, 19.08.2016)
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Kein Fußball den Faschisten Schriftzug auf der Gegengerade des Millerntors
Bild: GroundhoppingEtc
Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung des DFB zum Julius-Hirsch-Preis 2016:
Julius Hirsch Preis geht an Fanladen St. Pauli
Der Julius-Hirsch-Preisträger 2016 kommt aus Hamburg: Eine Jury unter anderem mit DFB-Präsident Reinhard Grindel und Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball hat den Preis an den Fanladen St. Pauli verliehen. „Kein Fußball den Faschisten“ stand am 21. Spieltag der vergangenen Saison auf den Trikots des Zweitligisten. Der Fanladen St. Pauli, eines von 57 vereinsunabhängigen Fanprojekten in Deutschland, hatte die Aktion beim Heimspiel gegen RB Leipzig am 12. Februar 2016 initiiert.
Mit dem Preis ausgezeichnet werden seit 2005 Personen, Initiativen und Vereine, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft für Demokratie, Menschenrechte sowie den Schutz von Minderheiten einsetzen.
Erinnerungstag im deutschen Fußball' beteiligt, unter anderem durch mehrere Vorträge. Besonders öffentlicher Abschluss des Programms war dann das Auflaufen der Spieler mit dem Trikotslogan 'Kein Fußball den Faschisten'. Der FC St. Pauli ist der erste und bislang einzige Lizenzverein, der für die Erinnerung an die Opfer des Holocaust die Trikotfläche nutzte. Mit der Auszeichnung des Fanprojekts verbindet die Jury auch die Würdigung des außergewöhnlichen anti-rassistischen Engagements von Verein und Fans über viele Jahre.
Mit 146 Eingängen verzeichnete der DFB im zwölften Jahr der Preisverleihung die zweithöchste Bewerberzahl. Der Preis, dessen Jury auch ein Enkel von Julius Hirsch angehört, wird seit 2005 jährlich im Namen des siebenmaligen Nationalspielers verliehen, der 1933 aus der Zeitung erfahren musste, dass die süddeutschen Spitzenvereine den Ausschluss aller jüdischen Mitglieder beschlossen hatten. 1943 wurde Julius Hirsch in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und kehrte nicht zurück.



