Dynamo Dresden hat heute erklärt, welche Konsequenzen aus den Vorfällen vom Auswärtsspiel in Karlsruhe gezogen werden. Der Verein wird den Ultras zur kommenden Saison die 75 Auswärtsdauerkarten streichen. Zudem überlegt der Verein, ob man bei manchen Auswärtsspielen gar keine Tickets mehr verkauft.
Als Vereinmitglieder können sich Ultras, trotz Entzug der Auswärtsdauerkarten, weiterhin mit Tickets für die Auswärtsspiele eindecken. Bislang habe der Verein 237 solcher Auswärtsdauerkarten vergeben. Da in Karlsruhe Tickets nur an Vereinsmitglieder gingen, will Dynamo Dresden das System weiter verschärfen und bei brisanten Auswärtsspielen nur noch sogenannte Ticket-Voucher ausgeben, die sich erst am Spieltag vor dem Gästeblock in gültige Tickets umwandeln lassen. Zudem wird der Verein den Sicherheitsaufschlag für Auswärtstickets wieder einführen. Durch den Zuschlag werden Gästetickets bei Dynamo Dresden um zwei Euro pro Karte teurer.
Bei Dynamo Dresden hält man laut der heutigen Pressekonferenz wenig von den Kollektivstrafen des DFB-Sportgerichts, die bisher nicht zu einer Besserung der Situation beigetragen hätten. Dynamo will den Dialog mit Polizei, DFB und Politik aufrecht erhalten, sieht in den Geschehnissen von Karlsruhe aber keine neue Dimension. Auch die Polizei Karlsruhe kam zu der gleichen Einschätzung (Faszination Fankurve berichtete).
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Pyroaktion der Dynamo-Fans in Karlsruhe.
Bild: Supporters-Karlsruhe.de
Michael Born, kaufmännischer Geschäftsführer von Dynamo Dresden kündigte zudem an, dass man einen neuen hauptamtlichen Mitarbeiter einstellen wolle, der sich um die Sicherheit bei Auswärtsspielen kümmern soll. Sollte es bei zukünftigen Spielen erneut zu Angriffen auf Verpflegungsstände kommen, will Dynamo Dresden den Gastgebern den Verzicht auf Verpflegungsstände im Gästeblock empfehlen, die Heimvereine für die entgangenen Einnahmeverluste entschädigen und die Dynamo-Fans lediglich mit Wasser versorgen. Die Vereinsverantwortlichen distanzierten sich zudem vom militärischen Auftreten der Dynamo-Fans in Karlsruhe.
Zudem will der Verein deutschlandweit das Thema Einlasssituation auf die Tagesordnung bringen, damit es zum Beispiel durch Standards bei Vereinzelungsanlagen nicht mehr so häufig zu Blockstürmen kommt.
„Ziel der Maßnahmen ist die weitere Erhöhung der Sicherheit bei unseren Auswärtsspielen. Wir werden die Umsetzung im Rahmen unserer Möglichkeiten vorantreiben, sind dabei jedoch auch künftig auf die Unterstützung von Sicherheitsträgern und gastgebenden Vereinen angewiesen“, erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born, der gemeinsam mit Ralf Minge am Freitag die Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) besuchte. (Faszination Fankurve, 22.05.2017)



