Vor der Nordtribüne im Volksparkstadion wurden vor dem heutigen Heimspiel des Hamburger SV gegen Mainz 05 aus Sicherheitsgründen die Zäune erhöht. Die Ultras des Hamburger SV hatten wenig Lust darauf, in einem Käfig eingepfercht zu sein und führten die Sicherheitsmaßnahmen ad absurdum.
So verlagerten die Gruppen Poptown, Castaways und Clique du Nord ihren Standort von der Stehplätzen im Unterrang hinterm Tor in den Block 28b, der im Oberrang der Nordtribüne am Übergang zur Osttribüne liegt. Von dort organisierten die HSV-Ultras heute den Support und hingen ihre Zaunfahnen auf.
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Der Standort der HSV-Ultras im Unterrang blieb heute leer.
Bild: hsv-ev.de
Der eigentliche Stammplatz der HSV-Ultras im Unterrang blieb leer. Dort hingen auch keine Zaunfahnen. Mit Zetteln, auf denen „Bitte nicht füttern“ und „Affen werfen mit Kot“ geschrieben stand, machten sich HSV-Fans über die Zaunerhöhung lustig.
Nicht nur vor der Nordtribüne wurden die Zäune von 1,1 auf 2,2 Meter erhöht, auch hinter der Kurve wurden Bauzäune angebracht und Durchgänge dadurch versperrt. Nachdem einzelne HSV-Fans nach dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen den Innenraum betraten, als die Mannschaft vor die Nordtribüne kam (Faszination Fankurve berichtete), befürchteten die Sicherheitsverantwortlichen ähnliche Szenen beim heutigen Spiel. Die Folge waren neben den erhöhten Zäunen vor der und den Bauzäunen hinter der Nordtribüne ein Alkoholverbot und Sektorentrennung im gesamten Stadion. Zudem fuhr die Polizei mit einem Wasserwerfer am Volksparkstadion vor.
Auch im Inneren der Nordtribüne wurden neuen Zäune aufgebaut.
Bild: hsv-ev.de
Spruchband von Poptown HamburgBild: Matthias Scharf
Ins Volksparkstadion verliefen sich heute nur noch 46.739 Zuschauer. Auch im Gästebereich waren große Lücken zu sehen, was auch damit zusammenhing, dass ein geplanter Sonderzug der Fanszene von Mainz 05 heute Morgen kurzfristig abgesagt wurde, weil der Zug wegen eines Unfalls eines anderen Zuges nicht nach Mainz kam. Die Supporters Mainz konnten so kurzfristig keine alternative Anreise organisieren, weshalb sich viele Mainzer Fans noch mit Privatautos nach Hamburg aufmachen mussten oder das Spiel verpassten (Faszination Fankurve berichtete). Mit dem Sonderzug sollten eigentlich 500 von insgesamt 1.300 Gästefans nach Hamburg fahren. Mainz 05 öffnete für die wegen des Zugausfalls in Mainz gebliebenen Fans, davon weite Teile der aktiven Fanszene, den VIP-Bereich im Stadion am Europakreisel in Mainz und spendierte zwei Freigetränke. Zudem kündigte der Verein an, das bezahlte Geld für nicht genutzte Hamburg-Tickets zu erstatten.
Spruchband der HSV-Ultras.
Bild: hsv-ev.de
HSV-Ultras spielten mit dem Spruchband „Brem' aufmischen? Kein Ding Bern!“ zudem noch auf ihren umstrittenen Auftritt in Bremen und Aussagen des neuen HSV-Präsidenten Bernd Hoffmann an. Nachdem Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender des HSV, die für die Pyro- und Raketenaktion verantwortlichen HSV-Fans beim Nordderby in Bremen als „Fußball-Zerstörer“ bezeichnete, reagierten HSV-Ultras heute mit einem Spruchband, auf dem „Fußballzerstörer? Fußball haben wir diese Saison noch nicht gesehen“ geschrieben stand. Damit wurde auf die zuletzt schlechten Leistung der HSV-Mannschaft angespielt. Das Spruchband „El Comandante Hoffmann: War das genug aufmischen?“ ging in die gleiche Richtung. Die Ultràgruppe Poptown zeigte zudem noch ein Plakat mit der Aufschrift „Würdet ihr so spielen, wie wir zünden, hätten wir keine Probleme!“. Auch ein Plakat, auf dem „Die Leistung auf dem Platz egal… Fans sind schuld an der Fahrt ins Tal“ zu lesen war, wurde am Ausweichstandort der HSV-Ultras gezeigt. Die Fanfotos des Spiels gibt es oben in der Galerie. (Faszination Fankurve, 03.03.2018)
Viele Mainz 05-Fans schafften es wegen des ausgefallenen Sonderzugs nicht mehr nach Hamburg.
Bild: hsv-ev.de



