1. FC Köln fordert 14.000 € von mutmaßlichen Fahnendieben

Faszination Fankurve 05.09.2018 0 Kommentare

Foto: Faszination Fankurve

Der 1. FC Köln fordert von zwei Fans, die am 14. Januar 2018 am Klau der Scenario Fanatico-Fahne von Mönchengladbacher Ultras beteiligt gewesen sein sollen, 14.000 Euro. Der heutige Zweitligist will seine eigenen Fans damit für eine vom DFB-Sportgericht verhängte Strafe in Regress nehmen.

In der Halbzeitpause des rheinschen Derbys zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach im Januar 2018 klauten drei Kölner Ultras die Zaunfahne der Mönchengladbacher Ultràgruppe Scenario Fanatico (Faszination Fankurve berichtete). Die als Ordner verkleideten Kölner rissen die Fahne vom Zaun des Gästeblocks und flüchteten in die Südkurve. 

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Kölner Fans, die beim letzten Derby gegen Mönchengladbach die Scenario Fanatico-Fahne klauten.
Bild: Coloniacs.com

Im Februar 2018 wurde der 1. FC Köln wegen eines gezündeten Böller in Leverkusen, Plakaten gegen Dietmar Hopp, Pyroaktionen in Mainz und Hamburg sowie wegen des Fahnenklaus beim Derby zusammen vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt (Faszination Fankurve berichtete). Teile dieser Strafe will sich der Verein nun von zwei Fans zurückholen, die an dem Fahnenklau beteiligt gewesen sein sollen.

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Im Jahr 2016 erwirkte der 1. FC Köln vor dem Bundesgerichtshof einen Präzedenzfall. Das Gericht entschied damals zu Gunsten des 1. FC Köln, dass Clubs durchaus von Verbandsgerichten erteilte Strafen an die verursachenden Fans weitergeben dürfen (Faszination Fankurve berichtete). Auf diese Entscheidung beruft sich der 1. FC Köln nun erneut und fordert die beiden Fans auf 14.000 Euro zu zahlen.

Pyroshow der Kölner Ultras am Sonntag beim FC St. Pauli.
Bild: privat

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Kölner Fans, die beim letzten Derby gegen Mönchengladbach die Scenario Fanatico-Fahne klauten.<br />
<p>Die Kölner Ultràszene kritisierte die Regressforderungen des Vereins bereits während einer Pyroshow am vergangenen Sonntag im Millerntor-Stadion auf St. Pauli. „Fickt euch und euren Regress“ stand während der Pyroaktion auf einem Spruchband im Gästeblock geschrieben (<a href=Faszination Fankurve berichtete). Die Kölner Ultras von den Coloniacs verfassten bereits im September 2016 im Zuge der Bundesgerichtshof-Entscheidung einen längeren Text, warum Regressforderungen von Vereinen aus Sicht der Ultràgruppe zu kritisieren sind.

Die Coloniacs kritisierten Regressforderungen des 1. FC Köln schon im September 2016.
Bild: Coloniacs.com


Neben der umstrittenen Regressforderung hat der 1. FC Köln auch bekannt gegeben, dass neun Mitglieder, die zuletzt am Angriff auf einen Union Berlin-Fanbus beteiligt gewesen sein solllen, aus dem Verein ausgeschlossen wurden: „Aufgrund der Beteiligung an dem Angriff auf einen Fanbus von Union Berlin, der das Ansehen des FC und seiner Fans massiv beschädigt hat, sind diese Personen für den Verein nicht mehr tragbar. Bei ihnen handelt es sich zudem um Wiederholungstäter, die in der Vergangenheit bereits im Zusammenhang mit Fußballspielen negativ in Erscheinung getreten sind. Soweit die betroffenen Personen über Dauerkarten verfügten, so wurden sie gekündigt“, teilte der 1. FC Köln dazu mit. Andere Vereinsmitglieder, die wegen des Angriffs auf den Fanbus in Polizeigewahrsam genommen wurden, damit jedoch erstmals auffällig wurden, erhielten vom Verein ein ermahnendes Schreiben. Diese Personen wurden nicht aus dem Verein ausgeschlossen. Laut Angaben des 1. FC Köln wurde den nun ausgeschlossenen Mitgliedern zuvor die Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben und der Mitgliederrat satzungskonform angehört. 

Bereits Mitte August sprach der Verein Stadionverbote gegen FC-Fans aus, die nach dem Busangriff in Gewahrsam genommen wurden. Da keiner dieser Fans von seinem Anhörungsrecht vor der Stadionverbotskommission Gebrauch gemacht habe, bleiben diese Stadionverbote laut Vereinsangaben gültig. Die Kölner Fanhilfe „Kölscher Klüngel“ warnte zuletzt betroffene Fans, vor der Stadionverbotskommission vorzusprechen (Faszination Fankurve berichtete). 

Zwischen den Kölner Ultràgruppen und dem 1. FC Köln gibt es schon seit einiger Zeit keinerlei Dialog mehr. Die neuen Regressforderungen dürften das ohnehin abgekühlte Verhältnis weiter verschlechtern, auch wenn der 1. FC Köln erklärt: „Der 1. FC Köln appelliert noch einmal eindringlich an die Ultra-Gruppen des FC, sich dem Dialog mit dem Club nicht weiter zu verweigern und sich wieder in die FC-Familie zu integrieren.“ (Faszination Fankurve, 05.09.2018)

Kölner Fans, die beim letzten Derby gegen Mönchengladbach die Scenario Fanatico-Fahne klauten.<br />Bild: Coloniacs.com”><figcaption>Kölner Fans, die beim letzten Derby gegen Mönchengladbach die Scenario Fanatico-Fahne klauten.<br />Bild: Coloniacs.com</figcaption></figure>
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