Am gestrigen Sonntag fand die Abstimmung zum neuen Fußballstadion in Zürich statt. Am Abend war klar: Acht von neun Wahlkreisen haben sich für ein neues Fußballstadion auf dem Hardturm-Areal entschieden. In der Fanszene vom Grasshopper Club Zürich sorgte dies für große Freunde, FC Zürich-Fans reagierten mit einer Provokation.
Lange fieberten sowohl Befürworter, als auch Gegner des Bauprojekts „Hardturm-Areal“ auf die Abstimmung hin. Wie zu erwarten, war es enges Ergebnis. Insgesamt beteiligten sich 125.668 Zürcher an der Abstimmung. Am Ende setzten sich die Befürworter mit 53,8 Prozent durch, sodass die Baurechte von der Stadt erteilt werden. Nun soll auf dem Gelände, auf dem früher das Hardturm-Stadion der Grasshoppers stand, ein reines Fußballstadion mit 18.000 Plätzen entstehen, in dem sowohl der Grasshopper Club, als auch der FC Zürich seine Heimspiele austragen soll. Für die FCZ-Fans soll es 4.500 Plätze in der „Südkurve“ geben, den GCZ-Fans wird die gegenüberliegende Tribüne in gleicher Größe zur Verfügung gestellt.
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Die GCZ-Fanszene freut sich über die Rückkehr auf das Hardturm-Areal.
Bild: gc-zone.ch
Die GCZ-Fans feierten das Abstimmgunsergebnis beim gestrigen Heimspiel im Exil im Letzigrund gegen den FC St. Gallen mit einem „Ändlich zrugg id Heimat-Hardturm“ (Endlich zurück in der Heimat-Hardturm) Spruchband, wozu noch Pyrotechnik gezündet wurde. Im Dezember 2008 wurde das alte Hardturm-Stadion abgerissen und der GCZ trug seine Heimspiele fortan im bei denen eigenen Fans unbeliebten Letzigrund aus. Auf optische Aktionen verzichtete die GCZ-Fanszene im Exil aus Protest über all die Jahre. Mehrfach gab es Pläne für einen Stadionneubau auf dem Hardturm-Areal, die bis gestern jedoch alle scheiterten.
Die Südkurve Zürich vom FC Zürich fiel gestern noch durch eine Provokation auf dem Hardturm-Areal auf, das für die Fanszene des Rivalen eine immense Bedeutung hat. Unter dem Titel „Ganz Züri isch ois!“ (Ganz Zürich ist uns), in Anlehnung an einen bekannten Fangesang aus der Südkurve, positionierten sich Teile der FCZ-Fanszene auf dem Hardturm-Areal mit einem FCZ-Logo. Eine Aktion, die den GCZ-Fans nicht gefallen haben dürfte.
Von den beiden Vereinen wurde das gestrige Abstimmungsergebnis begrüßt. Der Präsident vom FC Zürich, Ancillo Canepa, zeigte sich mit dem Ergebnis natürlich zufrieden: „Zürichs Spitzen- und Nachwuchsfußball profitiert von einem echten Fußballstadion auf dem Hardturm. Ich bin sehr erleichtert, dass wir nach mehr als 12 Jahren Zuwarten mit dem klaren Rückhalt der Bevölkerung das Neubau-Projekt nun endlich zügig vorantreiben können.“ Auch der Präsident der Grasshoppers, Stephan Anliker, freut sich über den Ausgang: „Das künftige Stadion bietet uns Clubs mit mehreren Hundert Mitarbeitenden wirtschaftlich neue Möglichkeiten, die für eine nachhaltige unternehmerische Zukunft und damit für den Spitzen- als auch den Nachwuchssport entscheidend sind.
Allerdings sind nicht alle mit dem Resultat der Abstimmung einverstanden. So haben die Stadiongegner aus dem Züricher Stadtbezirk Höngg bereits angekündigt, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Die Bewohner hatten sich gegen das Bauprojekt ausgesprochen, weil sie der Annahme sind, dass die zwei Türme die Skyline der Stadt entstellen. Ein Architekt sagt: „Wir gehen vors Verwaltungsgericht und allenfalls auch vors Bundesgericht, um die beiden Türme zu verhindern.“


